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Sonntag, 28. April 2019

Kurzkreuzfahrt von Genua nach Mallorca

Zum zweiten mal nach meiner Kurzkreuzfahrt von Hamburg nach Le Havre im April 2018 trat ich erneut eine Kurzkreuzfahrt zusammen mit meinem Kumpel Sebastian an. Ausgangspunkt in diesem Jahr war die italienische Hafenstadt Genua. Die Hauptstadt der Region Ligurien erreichten wir nach einer 10-stündigen Nachtbusfahrt mit dem Anbieter Flixbus. Dadurch erreichten wir Genua bereits am frühen Morgen und durften der Stadt beim erwachen zu sehen. Wir hatten noch 1 1/2 Tage bevor das Schiff der schweizer Rederrei MSC Cruises ablegen sollte. Doch unser Kreuzfahrtschiff, die 333,33 m lange MSC Fantasia war, wie wir bei unserem morgendlichen Hafenspaziergang entdeckten, bereits im Hafen eingelaufen. Die MSC Fantasia kam gerade aus einem zweiwöchigen Instandhaltungsaufenthalt aus dem Trockendock.

MSC Fantasia im Hafen Genua
Der Hafen Genua erstreckt sich über mehere Kilometer und ist flächenmäßig der größte Seehafen Italiens. Im Osten befindet sich der Yachthafen, danach folgen in westlicher Richtung der Kreuzfahrt-, Fähr- und schließlich der Containerhafen mit dem 1128 erbauten Leuchtturm von Genua. Der 77 m hohe Turm ist eines der Wahrzeichen der Stadt und kann ausschließlich am Wochenende in den frühen Abendstunden begangen werden. Darum liefen Sebastian und ich vergeblich den ganzen Weg vom Yachthafen bis zum Leuchtturm, auf den letzten paar Hundert Metern auf dem "Panoramaweg" des La Lanterna.

Leuchtturm von Genua
Gegen Mittag fuhren wir mit der im Jahr 1901 in Betrieb gegangenen Zahnradbahn in den 194 m höher gelegenen Stadtteil Granarolo, von wo aus wir eine herrliche Aussicht auf das übrige Genua hatten.

Aussicht auf das Zentrum von Genua
Zahnradbahn zwischen Principe und Granarolo
Anschließend suchten wir unsere Pension in mitten der Altstadt auf und genossen dort den Ausblick von der Dachterasse über die Altstadt.

Ausblick von der Dachterasse über die Altstadt
Den zweiten Tag in Genua begannen wir nachdem Frühstück mit der Stadtführung von Spyro´s, einem gebürtigen Griechen, der seit Jahren in Genua lebt und als erster "Free Walking Touren" in Genua anbot. Das er bei den fast täglichen Touren voller Elan und Begeisterung dabei ist, spürt man während der gesamten, über 4 Stunden dauernden Tour durch die Altstadt. Am Ende erhalten wir einen guten Überblick über die sechstgrößte Stadt Italiens und einen tiefen Einblick in das Miteinander der verschiedenen solzialen Schichten Genuas.

Blick auf den Hafen Genua
Mit Spyro im Palazzo Doria Spinola
Piazza in der Altstadt
Typische Gasse in Genua
Zum Ende der Tour stärkten wir uns noch mit einem für Genua bekannten Focaccia (Fladenbrot aus Hefeteig). Anschließend fuhren wir mit der kürzesten Metroline der Welt mit gerade einmal 7,1 km Länge, zum Kreuzfahrtterminal. Binnen einer halben Stunde hatten wir den Check-In Prozess hinter uns und betraten unsere Suite auf Deck 16 der MSC Fantasia. Eigentlich eine Standardkabine gebucht, bekam ich wenige Tage vor Abfahrt per Mail die Info über ein kostenfreies Upgrade auf eine Suite im exclusiven MSC Yacht Club Bereich. Welchen glücklichen Umständen wir das zu verdanken hatten, wurde nicht mitgeteilt. Darum freuten wir uns umso mehr über unseren Willkommens Prosecco auf unserem Balkon mit Blick auf das Schwesterschiff MSC Divina.

Focaccia aus Genua
Kürzeste Metro der Welt
Upgrade in den MSC Yacht Club
Suite mit Balkon und Willkommens Prosecco
Nachdem die Flasche Schaumwein getrunken war erkundeten Sebastian und ich das Schiff, ehe wir vor dem ablegen noch an der obligatorischen Sicherheitsübung teilnahmen. Anschließend verfolgten wir die Abfahrt aus dem Hafen Genua, bevor uns unser zum MSC Yacht Club gehörender Butler, zum Abendessen ins Restaurant geleitete. Dort gab es mehrere Vor-, Haupt- und Nachspeisen zur Auswahl. Mit Blick auf das Mittelmeer genossen wir den beginnenden ersten Abend an Board.

Sonnendeck im MSC Yacht Club Bereich
Sebastian und ich sind startklar
Nach einer ruhigen Nacht auf dem Mittelmeer, erreichten wir im Morgengrauen die bedeutende französische Hafenstadt Marseille. Noch ein kurzes Frühstück am Buffet, danach begaben wir uns zum kostenfreien Hafenshuttlebus der uns bis zur Metrostation Joliette brachte. Von dort aus fuhren wir weiter zum Alten Hafen (Vieux-Port). Am Alten Hafen finden sich zahlreiche Fischverkäufer und ein spiegelnder Pavilion. Der Pavilion war nicht nur sehenswert, sondern auch Ausgangspunkt für eine weitere Free Walking Tour. Diesmal waren 2,5 Stunden für die Tour durch die Altstadt und das Hafenviertel von Marseille angesetzt.

Hafen von Marseille im Morgengrauen
Am Alten Hafen (Vieux-Port)
Spiegelnder Pavilion L'Ombrière de Norman Foster
Unsere Gruppe stoppte auch bei der Kathedrale von Marseille wo in der festlich geschmückten Kathedrale die Ostermesse abgehalten wurde. Im Anschluss liefen wir weiter in Richtung Hafen wo die Tour am Fort Saint-Jean ihr Ende nahm.

Typischer Platz in der Altstadt samt Graffiti
Ostermesse in der Kathedrale von Marseille
Kathedrale von Marseille
Die Festung Saint-Jean stammt aus dem Jahr 1660 und wurde zur Verteidigung der Hafenanlage errichtet. Diese konnte von uns kostenfrei besichtigt werden. Futuristisch gestaltet ist hierbei die Brücke zwischen der Festung und dem Museum MuCEM aus dem Jahr 2013 mit Ausstellungen zu den Zivilisationen und der Geschichte des Mittelmeeres. Sicherlich ganz Interessant, allerdings blieb hierfür nicht genügend Zeit. Wir nahmen stattdessen den Stadtbus zur Basilika Notre-Dame de la Garde auf einem Hügel mit Blick auf ganz Marseille.

Einfahrt zum Alten Hafen zwischen Pharo Palace und Fort Saint-Jean
Brücke zwischen Fort Saint-Jean und dem MuCEM
Blick vom Fort Saint-Jean auf den Alten Hafen und die Altstadt
Neben der tollen Aussicht auf die Stadt beeindruckt das imposante Kirchengebäude der Notre-Dame durch sein verziehrtes Inneres. Wir verließen die Notre-Dame über Steintreppen um zu einer anderen Bushaltestelle zu gelangen, von wo aus wir direkt zum Hafengelände fahren konnten. Noch rechtzeitig vor dem ablegen unseres Schiffes traffen wir an Board ein.

Notre-Dame de la Garde in Marseille
Blick auf den Hafen und Altstadt Marseille
Abstieg hinunter vom Hügel der Notre-Dame
Es folgte der zweite Abend auf der MSC Fantasia, an dem wir die Annehmlichkeiten wie Abendessen, Theater und exlusiver MSC Yacht Club Lounge genossen. Das Wetter und die See wurden an diesem Abend jedoch etwas rauer gegenüber der Überfahrt von Genua nach Marseille. Wir erreichten das nächste die Ziel, den Hafen von Palma de Mallorca am nächsten Morgen im Nieselregen. Sebastian und ich mussten schon gegen 8 Uhr unsere Suite für das Kabinenpersonal räumen. So gönnten wir uns noch ein ausgedehntes Frühstück im Boardrestaurant bevor wir das Schiff gegen Mittag entgültig verließen.

Einfahrt in den Hafen von Palma de Mallorca
Die MSC Fantasia im Hafen von Palma
Da wir beide die Inselhauptstadt Palma aus einer früheren Reise her kannten, nahmen wir gleich die Busse in Richtung S´Arenal zu unserm Hotel an der Platja de Palma. Der anschließende Strandspaziergang war bei frischem Wind und kleineren Schauern etwas kurz gehalten. Mallorca in der Vorsaison war an diesem Nachmittag wenig einladend.

Platja de Palma in der Vorsaison
Am nächsten Morgen nahmen wir dann den Bus zum nahegelegenen Flughafen von Palma de Mallorca (IATA-Code: PMI), von wo aus unser Rückflug nach Deutschland startete und dieser Kurztrip sein Ende nahm.
Sonntag, 31. März 2019

Libanon - zwischen Mittelmeer und kulturellen Highlights

Nachdem ich eine hevorragende Zeit während meinem Aufenthalt im Nahen Osten in Jordanien, Palästina und Israel hatte, wollte ich mehr von dieser Region erkunden. Darum bereiste ich als nächstes den Libanon. Trotz der Umstände, das ich einen Zweitpass beantragen musste (wegen dem Konflikt zwischen Israel und Libanon) und mein mit der inzwischen Insolventen Airline Germania gebuchten Direktflug ersetzt werden musste, war ich froh in dieses aufstrebende Land gereist zu sein. Die 2 Millionen Einwohner Hauptstadt Beirut, direkt am Mittelmeer, war für mich der Ausgangspunkt. Von dort aus unternahm ich Sternförmig Tagesausflüge in die verschiedenen Regionen des Landes mit einer Fläche von gerade einmal 10.452 km² (halb so groß wie das deutsche Bundesland Hessen). Doch zunächst erkundete ich einen Tag lang die Hauptstadt Beirut.

Beirut die Hauptstadt des Libanon
Auf meinem Streifzug durch die Innenstadt (u.a. Saifi, Gemmayzeh) und die Außenbezirke (u.a. Hamra, Jaima) besichtigte ich die wichtigsten Bauwerke und Plätze der Stadt. Darunter die 2007 fertiggestellte Mohammed-al-Amin-Moschee, direkt neben der St. Georg Kathedrale. Um einem Konflikt vorzubeugen, erreichen die vier Minarette der Moschee, die selbe Höhe wie der Kirchturm der Kathedrale. Das bekannteste Wahrzeichen befindet sich am Place de l’Étoile, der Uhrenturm aus Zeiten der französischen Mandatszeit, in Nachbarschaft zur libanesischen Nationalversammlung.

Uhrenturm am Place de l’Étoile
Römische Bäder
Mohammed-al-Amin-Moschee und St. Georg Kathedrale
Am westlichen Ende der Stadt befinden sich zwei Felsen vor der Steilküste. Die Raouché genannten Felsen sind ein beliebtes Fotomotiv und nicht nur von der Küste, sondern auch von einer kleinen Halbinsel aus zu bestaunen. Nachdem ich dort einige Minuten verweilt habe, lief ich entlang der Corniche genannten Seepromenade zurück in den Ostteil der Stadt, wo sich auch mein Hostel befand.

Felsformation Raouché
Seeproenade Corniche
Neben meinem Tagesrundgang durch Beirut, nahm ich auch an der zweimal wöchentlich stattfindenden Free Walking Tour teil. Diese startet bei den Beirut Souks, einem modernen Einkaufszentrum, das in seiner Architektur den traditonellen arabischen Einkaufsvierteln nachempfunden ist. Weshalb ich bei meinem ersten Besuch, ob des Names Souks, auch ein wenig enttäuscht darüber war dort Gucci und Zara Shops anstelle von Handwerkskunst und Obstständen vorzufinden. Wie ich von unserem engagierten Guide erfuhr, befand sich an der Stelle des Einkaufszentrums, vor dem Bürgerkrieg (zwischen 1975 - 1990), tatsächlich ein altes Einkaufsviertel. Währed der 2,5 Stündigen Tour in der Abenddämmerung, war der nun fast 30 Jahre beendete Bürgerkrieg oft ein Thema. Insbesondere im sehr modernen Zentrum mit seinen teuren Wohnhäusern, aber auch dem ehemaligen Holiday Inn, das heute noch als Mahnmal des sogenannten "Hotelschlacht" verbleibt.

Free Walking Tour durch Downtown während der Dämmerung
Holiday Inn Ruine neben Neubau
Modernes Nachtleben in Beirut
Mein erster Tagesausflug von Beirut aus führte mich in den Osten des Libanon. Dort besichtigte ich in der etwas mehr als 60 km entfernten Stadt Anjar, die Ruinen der umayyadischen Stadt aus dem 8. Jahrhundert, mit Blick auf Schneebedeckte Berge hinter denen sich schon das Nachbarland Syrien befindet.

Eingang der Ruinen von Anjar
Im Hintergrund befindet sich das Nachbarland Syrien
Von Anjar ging es mit dem Reisebus weiter in den Nordosten zur Ausgrabungsstätte der Stadt Baalbek. Die Tempelanlagen und die Altstadt der 80.000 Einwohner Stadt, gehören seit 1984 zum UNESCO Weltkulturerbe. Neben der Anlage aus römischer Epoche, konnte zudem der größte bekannteste Baustein der Welt besichtigt werden.

Größter Baustein der Welt
UNESCO Weltkulturerbe seit 1984
Bacchustempel von Baalbek
Für den zweiten Tagesausflug nahm ich zunächst den Linienbus vom nördlichen Busbahnhof an der Charles Helou Station. Von dort aus erreichte ich die nördliche Küstenstadt Byblos in unter einer Stunde. Auch hier befindet sich ein UNESCO Weltkulturerbe. Die Kreuzritterburg mit Blick auf das Mittelmeer und die Altstadt samt Souk machen diesen Komplex für mich besonders sehenswert.

Kreuzritterburg Byblos
Blick auf Byblos
Ausblick auf das Mittelmeer
Neben dem Souk lief ich auch durch das Hafenviertel mit seinem sehenswerten alten Hafen und am Nachmittag wieder in Richtung Küsten Highway um per Minibus wieder in Richtung Beirut zugelangen. Allerdings legte ich hier noch einen Zwischenhalt in der Stadt Jounieh ein. Dort befindet sich eine Seilbahn zur höhergelegenen christlichen Pilgerstätte Harissa. Neben der tollen Aussicht auf den Küstenabschnitt, befindet sich auf dem Berg eine 15 Tonnen schwere Statue der Jungfrau Maria (Notre Dame du Liban).

Hafen von Byblos
Seilbahn zwischen Jounieh und Harissa
Blick auf die Mittelmeerküste
Statue der Jungfrau Maria (Notre Dame du Liban)
Als nächstes besuchte ich den Süden. Dazu nahm ich am nächsten Tag zunächst ein Taxi zur südlichen Busstation Cola um von dort einen der regelmäßig verkehrenden Minibusse in die Stadt Sidon (Sayda) zu erwischen. Rund eine Stunde dauerte die Fahrt dorthin. Das bekanntest Bauwerk der Stadt befindet sich auf dem Wasser. Ein paar Meter vorgelagert findet sich über einen befestigten Steg erreichbar die Seefestung mit Blick auf das Meer und die Stadt.

Seefestung von Sidon (Sayda)
Blick in Richtung Sidon
Von der Seefestung aus nahm ich die verwinkelten Gassen der Sidon Souks und erreichte dabei zunächst das Khan Al Franj, eine alte Karawanserei, einer Herberge entlang der Karawanenstraße. Am südlichen Ende des Souks kam ich zur Ruine des Saint Louis Schlosses, dass sich leider in keinem guten Zustand befindet, dafür einen guten Blick auf die Stadt ermöglicht. Meine letzte Sehenswürdigkeit an diesem Tag in Sidon war das Seifenmuseum. Hier erfährt der Besucher alles über den traditionellen Herstellungsprozess von Seife auf Olivenölbasis wie sie seit Jahrhunderten in der Region hergestellt wurde und noch wird. Im dazugehörigen Museumshop finden sich dann auch Seifen von lokalen Seifenherstellern, die allesamt eine andere Technik verwenden.

Innenhof des Khan Al Franj
Offener Platz in den Sidon Souks
Ausblick über Sidon von der Ruine des Saint Louis Schlosses
An meinem letzten Tag im Libanon fuhr ich im Zuge einer Wandertour ins Landesinnere. Rund 2 Stunden Fahrt waren es bis zum Ausgangspunkt im Qaidsha Valley nahes des Dorfes Blouza. Die von zwei einheimischen Guids begleitete Wanderung durch das Wadi dauerte etwas mehr als 5 Stunden. Entlang der abwechslungsreichen Landschaft besichtigten wir vier in Grotten eingebaute Klöster und Heiligtümer. 

Blick über das Qaidsha Valley
Qaidsha Valley
Wanderung durch das Qaidsha Valley
Saint Elisha Kloster
Mit diesem Wandertag endete meine Reise durch den aufstrebenden Libanon, der seit Beendigung des Bürgerkrieges schon viel erreicht, aber noch einiges aufzuholen hat. Insbesondere Vergleich zu seinen südlichen Nachbarstaaten. Dennoch oder gerade deshalb ein empfehlenswertes Reiseziel nur 4 Flugstunden von Deutschland entfernt.