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Montag, 25. Mai 2026

Camino de San Salvador - Pilgern zwischen León und Oviedo

Einmal im Bann des Camino, lässt er Einen nicht mehr los. So ergeht es mir seit meiner Erfahrung auf dem Camino Primitivo 2021 und meinem Kumpel Tom seit unserem gemeinsamen Camino Inglés vor zwei Jahren. Doch wer die Jakobswege in Spanien kennt, weiß auch Santiago zieht die Massen an. Dies wollten wir verändern und ein bisschen Ruhe genießen und dabei grüne Hügel und Bergpässe bewandern. Somit fiel unsere Wahl auf den Camino de San Salvador ein kleines Juwel, das León mit Oviedo verbindet. Dazu flogen Tom und ich zunächst von Frankfurt zum Flughafen Asturias (IATA-Code: OVD) nahe der Stadt Avilés. Von dort gelangten wir per Bus und Bahn weiter nach León. Einer bedeutenden Stadt auf dem Camino Frances und Ausgangspunkt des Camino de San Salvador. 

Kathedrale von León

Dieser heutzutage als Verbindungsweg bezeichnete Camino hat seinen Ursprung im Jahr 1075 als König Alfons VI. Reliquien in Oviedo ausstellte. Dies stärkte nicht nur den Status von Oviedo als Ausgangspunkt für alle Santiago-Pilger, sondern führte auch dazu, dass die asturische Hauptstadt zu einem eigenständigen Pilgerzentrum wurde. In den Zeiten des Mittelalters wurde ein volkstümlicher Vers berühmt, der die Bedeutung dieses Weges verdeutlicht und der noch heute von vielen rezitiert wird, die auf den Spuren des Apostels San Salvador nach Asturien kommen „Wer zum Heiligen Jakobus geht und nicht zum Erlöser, besucht den Diener und vergisst den Herrn“.

Zentrum von León

Nach unserer Ankunft in León am Abend vertraten wir uns die Beine in der Innenstadt, besorgten uns den speziellen Pilgerausweis für den Camino de San Salvador in der Pilgerherberge im Kloster der Benediktinerinnen und stärkten uns mit einem leckeren Abendessen für die anstehenden 5 Etappen nach Oviedo. 

Pilgerherberge im Kloster der Benediktinerinnen

Nach einer geruhsamen Nacht im Zentrum von León startete am nächsten Morgen schließlich meine zweite Pilgerreise mit Tom. Wie bei meinen vorherigen Caminos schildere ich auch dieses Mal ein paar Fakten, Highlights und Erlebnisse zu den einzelnen Etappen. Die Kilometerangaben entsprechen der Aufzeichnung meiner verwendeten Wander-App Komoot

Etappe 1: León-Cabanillas – La Pola de Gordón (19,6 km)

Die ersten Kilometer des Camino San Salvador hinaus aus León legten wir aus organisatorischen Gründen mit dem Bus zurück, um dann beim Vorort Cabanillas mit der Wanderung in Richtung Tagesziel La Pola de Gordón zu starten. Die Etappe ist ab dort eine eher ruhige, landschaftlich angenehme Etappe mit sanft ansteigendem Höhenprofil. Die Beschilderung übernehmen kleine Holztafeln mit dem bekannten Jakobswegesymbol und einem kleinen gelben Pilger. Den ganzen Abschnitt über folgt der Camino entlang des Río Bernesga. 

Iglesia de San Justo

Camino entlang des Río Bernesga

In La Robla, nach 10 km gönnten wir uns eine Mittagspause. Der Ort war traditionell vom Bergbau geprägt und vermittelt einen authentischen Eindruck der Orte dieser Region Nordspaniens. Nach La Robla wird die Landschaft zunehmend bergiger und wir queren einen Viadukt, Bahntrassen und abschließend den Río Bernesga bevor wir in La Pola de Gordón einlaufen und in unserem Hostal eincheckten. 

Camino durch La Robla

Weg außerhalb von La Robla

Über den Río Bernesga nach  La Pola de Gordón

Ortsmitte von  La Pola de Gordón

Etappe 2: La Pola de Gordón – Poladura (14,5 km) 

In La Pola de Gordón deckten wir uns noch mit ein paar Lebensmitteln ein, denn für die nächsten 2,5 Tage findet sich kein Supermarkt mehr entlang des Weges. Der Weg verlässt den Ort zunächst relativ gemütlich entlang der Straße und durch das Bernesga-Tal, bis wir nach 5 km das kleine Bergdorf Buiza erreichten. Es markiert das Tor zur Bergwelt des kantabrischen Gebirges. Von nun an ändert sich der Camino schlagartig. Der Weg steigt steil über schmale Bergpfade an. Der folgende Aufstieg zu den Forcadas de San Antón ist der erste wirklich harte Anstieg des Camino de San Salvador und erreicht dabei etwas über 1.500 m Höhe. 

Kuriosität auf dem Abschnitt nach Buiza

Aufstieg zu den Forcadas de San Antón

Landschaftliche Schöne Seite des Camino de San Salvador

Bergwelt des kantabrischen Gebirges

Nachdem Pass folgten wir dem Abstieg hinab ins Valle de la Tercia. Hier folgt der Weg zunächst breiten Schotterpisten, gefolgt von schmalen Hangwegen. Schließlich erreichten wir das Hochtal der Tercia mit seinen grünen Hügel die eher an Irland und Schottland erinnern anstatt Spanien. Am Ende des Abstiegs erreichten wir San Martín de la Tercia am Fluss Rodiezmo mit seinem begehbaren Glockenturm. Auf dem dann letzten Kilometer der Etappe folgen wir dem Nebenfluss Arroyo de Lamoso bis nach Poladura de la Tercia. Dort übernachteten wir in der liebevollen Privaten Herberge Posada El Embrujo mit sehr leckerem Pilgermenü am Abend. 

Mit Tom den ersten Gebirgspass gemeistert

Abstieg hinab ins Valle de la Tercia

Aufblick vom Glockenturm in San Martín de la Tercia

Haus am Nebenfluss Arroyo de Lamoso

Etappe 3: Poladura – Llanos de Somerón (18,7 km) 

Die dritte Etappe gilt für viele Pilger als die spektakulärste und zugleich anspruchsvollste Etappe des gesamten Camino de San Salvador. Auch uns erging es so. Bereits nach wenigen Hundertmetern begann der Weg bergauf zu führen. Wir folgten den gelben Markierungen, bis wir nach 2,6 km das berühmte Cruz del Salvador am Alto de los Romeros erreichten. Dieser Punkt gehört zu den symbolischen Höhepunkten des gesamten Camino. 

Camino hinauf zum Cruz del Salvador

Landschaft auf dem Weg zur Kreuzstelle

Ausblick am Cruz del Salvador

Hinter der Kreuzstelle ging es nach kurzer Verschnaufpause weiter bergauf. Der weitere Anstieg führte Tom und mich zum Canto la Tusa, dem mit 1.620 m höchsten Punkt des Camino de San Salvador. Danach fällt der Weg leicht ab, bevor ein weiterer Hügel überwindet werden musste. Am Fuße dieses Hügels erreichten wir schließlich das Dorf Arbas del Puerto direkt an der Nationalstraße N-630. Der Straße folgten wir dann hinauf zum Puerto de Pajares, dem Passübergang zwischen Kastilien & León und Asturien. Im Café auf dem Pass stärkten wir uns vor dem folgenden Abstieg hinab ins Lena-Tal. 

Camino hinter dem Canto la Tusa

Wasserstellen sind zu queren

Übergang nach Asturien am Puerto de Pajares

Der Abstieg ist teilweise steinig und steil, aber am Ende gut machbar und wir folgen schließlich dem Rio Pajares durch das Tal. Hierbei gibt es mehrere Abzweigungen für andere Wegführungen. Wir folgten dem Weg aber immer in Richtung Llanos de Somerón. Auf den letzten Kilometern steigt der Weg noch mal moderat an bis wir das kleine Bergdorf oberhalb des Lena-Tals erreichen und in der dortigen Herberge einchecken. Dort bekommen wir am Abend erneut ein Pilgermenü mit dem Asturischen Bohneneintopf Fabada als Hauptspeise. 

Rückblick auf das Café auf dem Pass

Weg hinab ins Tal

Camino entlang des Rio Pajares

Etappe 4: Llanos de Somerón – Figaredo (27,2 km) 

Der vierte Pilgertag begrüßt uns mit Nieselregen. Nachdem wir das Bergdorf verlassen haben, folgt die Auswahl zweier Varianten. Die Straßenroute Richtung Puente de los Fierros oder die schönere und anspruchsvollere Variante über Munistiriu. Da letztere nur bei gutem und trockenem Wetter empfohlen wird, nahmen wir eben die Straßenroute. In Puente de los Fierros stießen wir auf die historische Pilgerherberge San Bartolome und auch wieder auf die der Nationalstraße N-630. Dieser folgten wir nun über mehrere Kilometer nahezu parallel bis in den Ort Campumanes. 

Tierische Begrüßung

Straßenroute in Richtung Puente de los Fierros

Historische Pilgerherberge San Bartolome

Nach einer kurzen Pause im Ort folgten wir dem Camino nun überwiegend entlang des Río Lena und der Autovía A-66. Erwähnenswertes Highlight auf diesem Abschnitt war die Kirche Santa Cristina de Lena. Diese kleine präromanische Kirche aus dem 9. Jahrhundert gehört zu den bedeutendsten Bauwerken Asturiens und zum UNESCO-Welterbe der asturischen Vorromanik. Es folgte noch eine Pause im nächsten größeren Ort Pola de Lena. Danach zogen wir durch bis nach Figaredo einem Ort ein paar Minuten abseits des eigentlichen Camino aber auch der präsenten A-66 auf diesem Abschnitt.In Figaredo nächtigten wir in einer ruhigen Pension. 

Kirche Santa Cristina de Lena

Querung der Autovía A-66

Etappe 5: Figaredo – Oviedo (23,6 km) 

Die fünfte und bereits finale Etappe begann mit einem heftigen Regenschauer auf dem Weg in Richtung Mieres del Camino. Doch nicht allzu lange und die Sonne kam hervor. Das Wechselhafte Wetter sollte uns an diesem Tag noch mehrfach beschäftigen. In Mieres, der größten Stadt vor Oviedo, angekommen strahlte die Sonne über der Iglesia de San Juan, ab der wir wieder dem offiziellen Pilgerweg folgten. Hinter Mieres folgte der erste von drei Hügel des Tages. Es ging spürbar hinauf zum Alto del Padrún mit schönen Ausblicken ins Industriell geprägte Tal. 

Staute "El escanciador de sidra" in Mieres

Iglesia de San Juan in Mieres

Ausblick ins Industriell geprägte Tal

Tom an einem Pilgerbrunnen

Zwischen Padrún und Olloniego folgte einer der zahlreichen matschigen Abschnitte, die sich auf den gesamten Camino verteilen und nicht zu Unrecht den Beinamen „Camino Matschepampe“ verleihen. Ab Olloniego sind es noch 10 km bis nach Oviedo und der Weg führt nun immer mal durch kleine Waldstücke, sowie vorbei an traditionellen asturischen Häusern. Schließlich erreichen wir von Süden herkommend die asturische Hauptstadt Oviedo, dem Ursprung des Camino. 

Matschepampe Abschnitt

Noch 10 km ab Olloniego

Rastplatz entlang des Weges

Ankunft in Oviedo

Das eigentliche Ziel des Camino ist die Kathedrale von Oviedo. Dem Weg dorthin folgten wir im Zentrum von Oviedo über im Bürgersteig eingelassene goldene Muschelsymbole. Bis Tom und ich schließlich nach über 100 km in 5 Tagen den Camino de San Salvador erfolgreich beendeten. Die Kathedrale de San Salvador hatte bei unserer Ankunft leider schon geschlossen. 

Kathedrale von Oviedo im Abendlicht

Nachdem wir auf dem Vorplatz kurz innegehalten hatten, liefern wir zu unserem nahegelegenen Hotel. Am Abend gönnten belohnten wir uns abschließend in einer urigen Sidrería, einer traditionellen asturischen Gaststätte die sich auf Sidra (dem typischen asturischen Apfelwein) spezialisiert hat, ein leckeres Abendessen. Dabei konnten wir auch den Escanciador beim hoch über dem Kopf einschenken des Sidra beobachten. Dies dient dem Dekantieren des Sidra. 

Sidrería Tierra Astur Parrilla

Den nächsten Tag verbachte ich mit Tom im Zentrum von Oviedo. Diesen Tag hatten wir als Reservetag eingeplant und waren nun froh diesen entspannt in Oviedo verbringen zu können. Zunächst gingen wir ein bisschen shoppen und danach zur Kathedrale von Oviedo. Dort zeigten wir unsere vollgestempelten Pilgerausweise vor. Dafür bekamen wir dort die Salvadorana überreicht. Eine Urkunde für die erfolgreiche Bewältigung des Camino de San Salvador. Außerdem durften wir als San Salvador Pilger anschließend die Kathedrale de San Salvador und das dazugehörige Museum kostenfrei besichtigen. 

Urkunde Salvadorana

Innenhof der Kathedrale de San Salvador

Tom im Museum der Kathedrale von Oviedo

Danach schlenderten wir über den Bauernmarkt der an diesem Wochenende in Oviedo stattfand und größtenteils auf dem Vorplatz der Kathedrale, dem Plaza de Alfonso II el Casto stattfand. Außerdem besichtigen wir noch den San Francisco Park, wo ich eine Mafalda Statue (die berühmteste argentinische Comicfigur) vorfand. Mit einem weiteren Abendessen in einer der zahlreichen Sidrerías der Stadt, endete dieser entspannte Tag. 

Oviedo Schriftzug

Mafalda im San Francisco Park

Am nächsten Tag hatten wir noch etwas Zeit bevor am frühen Abend unser Rückflug nach Frankfurt anstand. Die verbliebenen Stunden nutzten wir zu einer finalen 11,5 km langen Wanderung. Dazu nahmen wir den Bus vom Busbahnhof in Oviedo nach Salinas an der Atlantikküste. Dort begann unsere Tour entlang dem langen Sandstrand hin zum Freiluftmuseum von Philippe Cousteau mit kunstvollpräsentieren Ankern.  

Fußballfeld auf dem Sandstrand von Salinas

Freiluftmuseum von Philippe Cousteau

Fußweg durch den Arnao Tunnel 

Durch den Arnao Tunnel gelangten wir nach San Martin de Laspra. Ab dort folgten wir für etwas mehr als 6 km dem Camino del Norte. In leichtem auf und ab führte uns der Weg vorbei an Weideflächen und durch Eukalyptuswälder, bis wir die Kirche von Santiago del Monte erreicht hatten. Ab dort verließen wir den Camino und hatten noch rund 1 km Fußweg bis zum Flughafen Asturias. Dort gaben wir unsere Rucksäcke ab und hatten wenig später einen entspannten Rückflug. 

Tierische Begegnung 

Kirche von Santiago del Monte

Abflug vom Flughafen Asturias