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Sonntag, 22. Mai 2016

Städtereise Rom

Diesen Monat unternahm ich eine 3-tägige Reise nach Rom, einem Klassiker der Städtereise. Klassisch waren auch die Sehenswürdigkeiten die ich besichtigt habe. Los ging es am ersten Tag mit dem Päpstlichen Rom und der Besichtigung der Vatikanischen Museen auf dem Staatsgebiet der Vatikanstadt. Der Staat Vatikanstadt, kurz auch Vatikan genannt, ist mit 0,44 km² der kleinste Staat der Welt. Der Stadtstaat ist eine Enklave in Italien innerhalb des Stadtgebietes vom Rom.

Eingang zu den Vatikanischen Museen
Um das lange Anstehen für die Vatikanischen Museen zu umgehen empfiehlt es sich vorab Online eine Eintrittskarte zu besorgen. Die Museen beherbergen vor allem päpstliche Kunstsammlungen sowie den Papstpalast. Darunter auch die Sixtinische Kapelle, sie ist der Ort an dem die Konklave abgehalten wird. Sie ist bekannt für ihr Deckengemälde von Michelangelo über die Schöpfungsgeschichte der Bibel.

Päpstliche Kunstsammlung
Globus Sammlung
Im Anschluss hieß es Schlage stehen auf dem Petersplatz. Grund waren die Sicherheitskontrollen vor dem Einlass in den Petersdom. Der Petersdom ist das Zentrum des Vatikan und eine der sieben Pilgerkirchen von Rom. Besonders beliebt ist der Aufstieg auf die Kuppel des Doms. Hierzu muss man ebenfalls Schlange stehen um sich ein Ticket zu besorgen bevor es 510 Stufen nach oben geht. Von der Laterne der Kuppel hat man anschließend einen herrlichen Blick über Rom und den Vatikanstaat.

Blick auf den Petersplatz von der Kuppel des Petersdoms
Blick auf den Vatikan, rechts die Vatikanischen Museen
Petersdom Innenansicht
Am Nachmittag findet täglich eine Free Walking Tour durch Rom statt. Treffpunkt ist die Piazza di Spagna unterhalb der Spanischen Treppe. Die Spanische Treppe ist einer größten Freitreppen der Welt und ein beliebter Treffpunkt im Rom. Mit der Free Walking Gruppe ging es weiter zum nächsten Touristenmagnet im Rom, dem Trevi-Brunnen.

Gemütliche Gasse
Spanische Treppe an der Piazza di Spagna
Der Fontana di Trevi, ist der populärste und mit rund 26 Meter Höhe und rund 50 Meter Breite Brunnen Roms. Ein Volksglaube sagt, dass es Glück bringe, Münzen über die Schulter in den Brunnen zu werfen. Eine Münze bedeutet eine Rückkehr nach Rom, zwei Münzen, dass der Werfende eine neue Liebe findet, drei Münzen führen zu einer Heirat mit der entsprechenden Person. Nach 2 Stunden endete die Tour vor dem Wahrzeichen Roms, dem Kolosseum.

Trevi-Brunnen
Touristenmagnet
Kolosseum
Das Kolosseum war am zweiten Tag der Startpunkt durch das Antike Rom. Um langes Anstehen zu vermeiden empfehlt sich hier vor der regulären Öffnungszeit am Eingang zu sein. Netter Nebeneffekt, die erste halbe Stunde hat man noch etwas Ruhe innerhalb des Kolosseum. Das Kolosseum ist ellipsenförmig gebaut. Seine Breite beträgt dabei 156 Meter, die Länge 188 Meter, der Umfang 527 Meter, die Höhe 48 Meter und ist damit das größte je gebaute Amphitheater der Welt. Heute lassen sich noch zwei der ursprünglich drei Etagen besichtigen.

Kolosseum Innenansicht
2. Etage
Mit seiner Eintrittskarte aus dem Kolosseum kann man außerdem den gegenüber liegenden Palatin Hügel und das Forum Romanum besichtigen. Der Palatin ist einer der sieben Hügel Roms und gilt als ältester bewohnter Teil der Stadt. Das Forum Romanum war Mittelpunkt des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Lebens der Stadt. Noch vorhandene Gebäude und Ruinen zeugen davon.

Blick vom Palatin Hügel
Forum Romanum
Am dritten Tag ging es ins etwas außerhalb vom Zentrum gelegene Olympiastadion zur Partie der Serie A zwischen dem AS Rom um Kapitän Francesco Totti und Chievo Verona. Das Stadio Olimpico di Roma wurde bereits 1932 fertiggestellt, aber bis zu den Olympischen Spielen 1960 in Rom mehrfach umgebaut. Das Ligaspiel in dem 72.698 Plätze fassenden Stadion war mit 55.508 Zuschauern für italienische Verhältnisse gut besucht und endete 3:0 für den Gastgeber.
Olympiastadion Rom
AS Rom Fans
Nachdem Spiel ging es schon zurück zum Flughafen. Rom hat deutlich mehr Sehenswürdigkeiten als für 3 Tage und ist deshalb nicht grundlos eines der beliebtesten Reiseziele für Städtereisende.
Dienstag, 5. April 2016

Sperrzone von Chernobyl

Am dritten Tag meiner Städtereise nach Kiew unternahm ich zusammen mit Dirk von Reise-deinen-Traum einen Ausflug in die Sperrzone von Chernobyl (Tschernobyl) nachdem wir zuvor bereits das Chernobyl Museum besucht hatten. Im Gegensatz zum Museum muss man sich für eine Tour nach Prypjat, der eigentlichen Geisterstadt, vorab anmelden. Um in die Sperrzone zu kommen, bucht man eine Tour bei einem lizenzierten und erfahrenen Anbieter. Für die Buchung und die Genehmigung wird ein gültiger Reisepass benötigt.

Ortsschild Chernobyl
Von Kiew aus benötigt man für die 140 km rund 2 Stunden bis zum ersten Checkpoint an der 30 km Sperrgrenze. Nach kurzer Passkontrolle fährt man weiter in Richtung Chernobyl, wo in einigen Häusern noch heute rund 500 Menschen leben, die in diesem Gebiet arbeiten. Dabei handelt es sich vorallem um Kraftwerkmitarbeiter und Bauarbeiter für den neuen "Sarkophag". Die Arbeiter wechseln dabei alle 14 Tage. Außerdem findet man in Chernobyl Stadt eine Gedenkstätte, die an die Nuklearkatastrophe vom 26. April 1986 erinnert. So finden sich dort alle Ortsschilder der betroffenen 96 Gemeinden auf ukrainischer und weißrussischer Seite.

Gedenkstätte in Chernobyl
Im Anschluss daran kommt man zum ersten verlassenen Gebäude das besichtigt werden kann. Dabei handelt es sich um das Gebäude eines ehemaligen Kindergartens. Dort ausgestiegen schlug der vom Anbieter zur Verfügung gestellte Geigerzähler oder auch Dosimeter genannt, erstmals Alarm. Bei diesem Kindergarten handelt es sich um einen der sogenannten "Hotspots" mit erhöter Verstahlung. Der Strahlungsforscher Sergii Mirnyi sagte einmal "In die Sperrzone zu gehen ohne Geigerzähler ist wie auf eine normale Tour mit verbundenen Augen zu gehen".


Hinweiß auf den ersten "Hotspot"
Innenaufnahme aus dem ehemaligen Kindergarten
Darum hielten wir uns beim Kindergarten nur kurz auf. Insgesamt ist das Strahlungsrisiko sehr überschaubar, wenn man sich an die erfahrenen Guides hält, die sämtliche Hotspots kennen. Der zweite sehenswerte Hotspot war der Unglücksreaktor. Dieser befindet sich nach einem weiteren Checkpoint in der 10 km Sperrzone. Aus etwa 100 m Entfernung kann man Block Nr. 4 mit Sarkophag begutachten. Direkt neben dem Kraftwerksgebäude wir eine neue Schutzhülle gebaut, die bis 2017 über die bisherige angebracht wird.

Kernkraftwerk Chernobyl - Reaktor Nr. 4 mit Sarkophag
Erhöhnte Messwerte nur 100 m vom Reaktor entfernt
New Safe Confinement (kurz NSC)
Im Anschluss folgte die ungewöhnlichste Stadtführung die ich bisher erlebt hatte. Wir besichtigten Prypjat (ehemals 49.000 Einwohner, heute 0 Einwohner). In der Geisterstadt befinden sich heute 149 leerstehende Gebäude, die nach und nach verfallen. Hier sieht man wie sich die Natur nach 30 Jahren  immer mehr "zurück holt".

Gebäude in Prypjat
"Ausblick" in Prypjat
Verfallener Gang
Verfallenes Gebäude
Wir besichtigten u.a. ein Hotel, eine Sporthalle, eine Schule und ein Schwimmbad, sowie den nie in Betrieb gegangenen Vergnügungspark.

Gasmaske
Schwimmbad
Riesenrad
Dekontaminationsschleuse
Nach einem Mittagessen in der Kraftwerkskantine, die sämtliche Lebensmittel aus Kiew importiert, verließen wir Prypjat und fuhren zur letzten kuriosen Hinterlassenschaft, dem Radar Duga-1. Einer Radaranlage die zu Störungszwecken im Kalten Krieg errichtet wurde.

Radar Duga-1
Stahlstruktur
Normaler Strahlenwert innerhalb der 10 km Zone
Danach verließen wir zuerst die 10 km und danach die 30 km Sperrzone, jedoch nicht ohne vorher jeweils durch eine Dekontaminationsschleuse zu gehen. Auf der Rückfahrt begutachteten wir das Ergebnis auf unseren Geigerzählern. Mit 0,002 mSV (Millisievert) betrug meine Strahlenbelastung an einem Tag Chernobyl gerade einmal halb so viel, wie auf meinem 2:15 Stunden Rückflug von Kiew nach Frankfurt.
Samstag, 2. April 2016

Empfehlenswertes Kiew

Nur etwas mehr als zwei Flugstunden von Frankfurt entfernt liegt die ukrainische Haupstadt Kiew. Für die meisten sicherlich nicht die erste Wahl für eine Städtereise, für mich aber unbedingt eine Reise wert. Zusammen mit Dirk von Reise-deinen-Traum verbrachte ich vier Tage in Kiew. Wir übernachteten in einem Hostel nur unweit des zentral gelegenen Majdan Nesaleschnosti, Platz der Unabhängigkeit. Der Majdan wurde vorallem durch die Orange Revolution 2004 und den Euromaidan 2013-2014 international berühmt. Inzwischen herrscht dort Ruhe und man findet dort die meisten der recht wenigen Touristen, was neben einem unterirdischen Einkaufszentrum auch am 63 m hohen Unabhängigkeitsdenkmal der Ukraine liegen darf. Am Majdan begann am Mittag des ersten Tages die erste Free Walking Tour.

Südlicher Majdan mit Unabhängigkeitsdenkmal
Zusammen mit anderen Interessenten besichtigten wir zu erst die St. Michaels Kathedrale und im Laufe der 3-stündigen Tour noch die St. Andrews Kirche, die Sophienkathedrale, das Golden Gate und die Landscape Alley, eine Straße mit Park und Spielplatz im Design von Alice im Wunderland.

St. Michaels Kathedrale
Standseilbahn Kiew
Katze in der Landscape Alley
Spielplatz im Design von Alice im Wunderland
Am Nachmittag besuchte ich mit Dirk das Chernobyl Museum. Hier wird in drei großen Ausstellungsräumen mit interessanten Installationen und Exponaten die Geschehnisse um die Nuklearkatastrophe von Chernobyl (Tschernobyl) vom 26. April 1986 dargestellt. Eine Beschilderung ist leider nur auf kyrillisch vorhanden, doch dafür schafft ein sehr ausführlicher Audioguide, der auch auf deutsch erhältlich ist, Abhilfe.

Installation zur Erinnerung an die Ersthelfer von Chernobyl
Ausstellungshalle Chernobyl Museum
Auch für den zweiten Tag gab es einiges zu sehen in Kiew. An diesem Tag war ich mit Dirk und Manuel von Nyon Hostel unterwegs. Erstes Tagesziel war das Höhlenkloster Kijewo-Petscherska Lawra. Dorthin fuhren wir mit der Kiewer Metro bis zur Station Arsenalna, die mit 107 m tiefste U-Bahn-Station der Welt, entsprechend lang sind auch die Rolltreppen.

Rolltreppe in der Metro Station Arsenalna
Obelisk von Kiew
Unterwegs mit Dirk
Nach zwei Blocks zu Fuß erreicht man den Klosterkomplex welcher seit 1990 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Auf dem weitläufigen Gelände befinden sich mehrere Orthodoxe Kirchen und Gebäude. Im Eintrittspreis inklusive ist die Besichtigung einer Tunnelanlage unterhalb einer Kirche. Dieser Gang ist ziemlich eng und nur für Menschen ohne Platzangst zu empfehlen.

Eine von mehreren Orthodoxe Kirchen
Höhlenkloster Kijewo-Petscherska Lawra
Tor am unteren Kloster
Nachdem wir die Tunnel und das Kloster hinter uns gelassen hatten, fuhren wir Nachmittags zurück zum Majdan um an der zweiten Free Walking Tour teilzunehmen. Diese führte uns entlang der Prachtstraße Khreschatyk, anschließend u.a. vorbei am Nationaltheater, der Nationalbank der Ukraine und dem Freundschaftsbogen mit tollem Blick auf den Fluss Dnepr.

Nationalbank der Ukraine
Freundschaftsbogen Kiew
Ausblick auf den Fluss Dnepr
Am dritten Tag in der Ukraine unternahm ich einen Ausflug in die Sperrzone von Chernobyl über den ich in einem gesonderten Post berichte.

Ausflug in die Sperrzone von Chernobyl
Am letzten Tag ließen Dirk und ich die Sache entspannt angehen. Nach einem ausgiebigen Frühstück nahmen wir erst die Metro und vom Hauptbahnhof den Flughafenbus zum 29 km östlich vom Stadtzentrum gelegenen Flughafen Kiew-Boryspil. Damit gingen vier erlebnisreiche Tage in und um die empfehlenswerte ukrainische Hauptstadt zu Ende.