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Dienstag, 7. Juli 2026

Roadtrip nach Korsika

Diesen Juni stand Korsika auf der Reiseliste, die viertgrößte Insel im Mittelmeer nach Sizilien, Sardinien und Zypern. Zusammen mit Freundin Petra wollte ich die für ihre spektakulären Küstenstraßen bekannte Insel auf einem Roadtrip im eigenen Fahrzeug erkunden. So begann unsere Reise an einem frühen Morgen nahe Stuttgart. Mit dem Auto machten wir uns auf den Weg Richtung Süden. Unsere Route führte zunächst durch die Schweiz, vorbei an Zürich, durch den Gotthardtunnel, bevor wir hinter Bellinzona zum Lago Maggiore abbogen und schließlich Italien erreichten. In Baveno am Westufer des Lago Maggiore legten wir einen Übernachtungsstopp ein. Direkt am Seeufer ließen wir den Tag entspannt ausklingen und genossen die mediterrane Atmosphäre, die bereits einen Vorgeschmack auf den Urlaub bot.

Baveno am Westufer des Lago Maggiore

Am nächsten Morgen setzten wir unsere Reise fort und fuhren entlang der italienischen Autobahn A26 vom Piemont nach Ligurien. Dort stoppten wir gegen Mittag und unternahmen eine kleine Wanderung durch das Gargassa-Tal. Auf einem rund 6 km langen Rundweg vertraten wir uns die Beine auf einer schönen und abwechslungsreichen Rundtour. 

Wanderung durch das Gargassa-Tal

Abwechslungsreicher Rundweg

Ausblick hinab ins Gargassa-Tal

Danach lang noch rund eine Stunde Fahrt vor uns bis wir den Fährhafen in Vado Ligure bei Savona erreichten. Dort wartete bereits die Fähre Mega Andrea von Corsica Ferries – Sardinia Ferries, die uns über Nacht nach Korsika bringen sollte. Das Auto parkten wir im Bauch des 168 Meter langen Fährschiff und wir bezogen eine 2er Kabine auf Deck 6. Nach einer ruhigen Nacht an Bord erreichten wir schließlich nach 11 Stunden Fahrt am nächsten Morgen Bastia auf der zu Frankreich gehörenden Mittelmeerinsel Korsika. 

Boarding am Fährhafen in Vado Ligure

Morgenlicht auf der Mega Andrea

Vom Fährhafen in Bastia bogen wir direkt rechts ab in Richtung Cap Corse, der Zeigefinger von Korsika. Den wie dieser ragt, die ca. 40 km lange und ca. 10 km breite Halbinsel im Norden hervor. Bereits nach 20 min. Fahrt erreichten wir das Fischerdorf Erbalunga dem wir einen morgendlichen Besuch abstatteten. Im Hafen befindet sich einer von noch 67 Genuesertürme der Insel. Einst bildeten die Torregiana 150 Rundtürme an der Küste Korsikas. 

Hafen von Erbalunga

Genueserturm in Erbalunga

Ein weiterer Genueserturm war das Ziel der Küstenwanderung Sentier des Douaniers ab Macinaggio am Ende der östlichen Küstenstraße D80. Der Wanderweg verläuft auf ganze Länge über 19 km entlang der Nordostküste. Petra und ich nahmen rund 6 km auf uns, bis zum Strand von Santa Maria um danach den Weg vom Turm wieder zurück zum Wanderparkplatz in Macinaggio zu gehen. 

Weg der Küstenwanderung Sentier des Douaniers

Wanderung über den Strand

Ausblick während der Küstenwanderung Sentier des Douaniers

Anschließend querten wir das Cap Corse nach Westen. Dabei stoppten wir am Col de la Serra um die Cap Corse Mattei Windmühle zu besichtigen. Von dort aus war es noch eine halbe Stunde Fahrt bis wir unsere erste Unterkunft auf Korsika in Pino erreichten. In dem kleinen Ort verbrachten wir eine geruhsame Nacht in einem zur Pension umgebauten Genueserturm.

Cap Corse Mattei Windmühle

Ausblick vom Col de la Serra

Frühstück mit Ausblick

Turm von Pino

Am nächsten Morgen stand dann die erste längere Fahrstrecke auf Korsika an. Über die kurvigen Küstenstraßen am Cap Corse schlängelten wir uns in knapp 3 Stunden durch bis zur Hafengemeinde L’Île-Rousse an der Nordküste der Insel. Dort schlenderten wir mittags durch das Zentrum der Stadt und darüber hinaus zum Leuchtturm Fanale di Petra auf der vorgelagerten Felseninsel île de la Pietra. Es folgte noch eine weitere Dreiviertelstunde Fahrt bis zu unserem Tagesziel einem Campingplatz in Calvi, ebenfalls an der Nordküste.

Küstenstraße am Cap Corse

Im Zentrum von L’Île-Rousse

Meerjungfrau Marinella von L’Île-Rousse

Felseninsel île de la Pietra

Die Nordküste besichtigten wir am nächsten Tag mit der ca. 9 km langen Rundwanderung zum Pointe de La Revellata, einem weiteren Leuchtturm auf einer kleinen Halbinsel vor den Toren der Stadt Calvi.

Leuchtturm La Revellata

Nordküste vor den Toren der Stadt Calvi

Wanderweg entlang der Küste

Ruinen entlang der Wanderung

Nach der Wanderung fuhren wir zunächst zurück zu unserem Campingplatz. Und brachen von dort zu Fuß aus ins Zentrum von Calvi. Dort besichtigen wir den Hafen und die imposant über der Stadt thronende Zitadelle aus dem 15. Jahrhundert. Zum Ausklang gab es ein leckeres Korsisches 3-Gang Menü, wie es fast überall auf der Insel angeboten wird.  

Hafen von Calvi mit Zitadelle im Hintergrund

Festungsmauer mit Columbus Denkmal 

Ausblick von der Zitadelle auf den Hafen von Calvi

Gemütliches Abendessen mit Korsischem 3-Gänge Menü

Nach zwei Nächten in Calvi fuhren wir nun in Richtung Süden weiter. Dabei folgten wir der D81 bis wir der Straße zunächst in Richtung Fangotal verließen. Tageshöhepunkt waren dann die Badegumpen im Fangotal. Zwischen den beiden Brücken Ponte Tuarelli und der Ponte Vecchiu schlängelt sich oberhalb des Fang-Fluss ein Orange markierter Wanderweg. Von brücke zu Brücke benötigt man dabei ca. 1 Stunde und kann immer mal wieder hinab an den Fluss gehen und in diversen Gumpen das Wasser genießen. Petra und ich fanden ein Freie Gumpe zur Abkühlung. 

Wanderweg im Fangotal 

Badegumpe im Fangotal

Ponte Vecchiu

Ausblick von der Ponte Vecchiu auf das Tal

Anschließend ging es zurück zum Auto und zurück auf die D81 in Richtung Süden. Am Ende des Tages erreichten wir schließlich unseren nächsten vorab gebuchten Campingplatz in Porto samt gemütlichem Pool mit herrlichem Ausblick auf die umgebende Bergwelt und tatsächlich auch dem Capo d’orto unserem Wanderziel für den nächsten Tag.

Poolanlage im Les Oliviers Campingplatz

Den Ausgangspunkt der Wanderung auf den Capo d’Orto mit einer Höhe von 1294 Metern, erreichten wir am frühen Morgen nach etwas mehr als 20 min. Fahrt. Vom Wanderparkplatz am Fußballplatz Stade Municipal de Piana starten mehrere Wanderrouten durch das Gebiet. Vom Parkplatz aus überquert man diagonal den ehemaligen Fussballplatz und eine erste Brücke. Ab hier folgten wir zunächst dem botanischer Lehrpfad Sentier Arboretum und danach über mehrere Serpentinen durch einen schattigen Kiefernwald bis zum Abzweig am Bocca di Piazza. 

Kiefernwald im Anstieg zum Capo d’Orto

Rote Tafoni Felsen

Von nun an werden die Bäumer lichter und wir erblickten die ersten typischen Tafoni-Felsen. Der Weg wird nun steiler und als Orientierung dienen fortan aufgetürmte Steinmännchen. Das letzte Stück bis zum Gipfel zieht sich in die Länge, aber nach rund 3,5 Std. erreichen wir den Gipfel, wo wir schließlich mehr als eine Stunde entspannen und die Aussicht auf den Golf von Porto genießen. 

Der Ausblick nimmt zu

Ausblick vom Gipfel des 1294 m hohen Capo d’Orto

Gipfelfoto

Ausgedehnte Pause auf dem Capo d’Orto

Der Abstieg erfolgt danach in umgekehrter Richtung bis zum Bocca di Piazza. Von dort an wählen wir den Weg des Sentier Capu di u Vitullu über einen Bergrücken hinab. Bis wir nach insgesamt 8,5 Std. auf Tour den Fußballplatz erreichen. 

Bizarre Felsformation während dem Abstieg

Nach dieser wunderschönen und auch anstrengenden Wanderung fahren wir zurück zu unserem Campingplatz in Porto. Dabei passieren wir wie schon am Morgen die wunderschönen Gesteinsformationen der Calanche. Rote vom Wind und Wetter zerfressene Granitfelsen ragen in den Himmel und haben alle möglichen von Formen. Am Abend haben wir die Zeit dies zu genießen und für letzte Fotos vor dem Sonnenuntergang zu halten. 

Calanche im Abendrot

Die Küstenstraße D81 schlängelt sich durch die Calanches

Sonnenuntergang bei den Calanche

Es folgt eine zweite Nacht in Porto, bevor wir am nächsten Morgen unseren Roadtrip durch Korsika fortsetzen.