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Montag, 26. September 2016

Rundreise durch Taiwan - Ankunft in Taipei

Gut 12 Stunden dauerte mein Flug von Amsterdam nach Taipei, der Hauptstadt von Taiwan die offiziell Republik China heißt. Nach meiner Kreuzfahrt im Frühjahr stand nun wieder eine Backpacker Rundreise auf dem Plan. Da ich zuvor viel Gutes über Taiwan gehört und gelesen hatte war mein Ziel schnell ausgemacht. Die lebendige Hauptstadt Taipei ist dabei für viele der Startort, so auch für mich. Nach der reibungslosen Einreise auf dem 30 km westlich gelegenen Flughafen Taoyuan brachte mich der Flughafenbus binnen 50 min. ins Stadtzentrum wo sich mein erstes Hostel unmittelbar neben dem Bahnhof befand. Nach einem kurzen Abstecher zum nur wenige Blocks entfernten Nachtmarkt Ningxia war der erste Tag auch früh beendet.

Wahrzeichen Taipei 101
Dafür war ich am nächsten Tag richtig aktiv und fuhr mit der Metro in den Südwesten der Stadt zum Elephant Mountain. Nach rund 40 min über teils steile Treppen erreicht man den Gipfel mit seinen verschiedenen Aussichtsplattformen. Von dort man eine tolle Sicht auf die Stadt und ihr Wahrzeichen Tapei 101.

Steile Treppe auf dem Elephant Mountain
Bei Taipei 101 handelt es sich um einen Wolkenkratzer mit 101 Etagen und einer Höhe von 508 m. Damit ist er aktuell das 5. höchste Gebäude der Welt und war dies selbst bis 2007. Auf der 89. Etage befindet sich eine Aussichtsplattform die über den schnellsten Aufzug der Welt binnen 37 Sekunden erreicht wird. Neben dem 360 Grad Ausblick kann man dort auch das weltgrößte Tilgerpendel zur Dämpfung von Schwingungen besichtigen. Im Gebäude selbst befinden sich ein Einkaufszentrum und Büroetagen.

Taipei 101 Blick von unten
Ausblick vom 90. Stockwerk
Goldene Tilgerpendel
Nach gut zwei Stunden verließ ich das Gebäude, welches einem Bambusrohr ähnelt wieder und machte mich auf in den Daan Park, Treffpunkt der Free Walking Tour in Taipei. Die Tour dauerte 2,5 Stunden und verlief durch die ruhigen Außenbezirke bis hin zur Chiang Kai-Shek Memorial Hall, der Gedenkstätte für den langjährigen Präsidenten Chiang Kai-shek.

Free Walking Tour über den "Fußweg"
Chiang Kai-Shek Memorial Hall
Democracy Memorial Park
Am Abend ging es wieder zum Nachtmarkt. Diesmal nach Jingmei. Dort probierte ich zahlreiche Taiwaneische Speisen wie etwa Stinky Tofu, einem Gericht aus fermentiertem und mariniertem Tofu das sehr intensiv riecht. Neben Essen kam ich auch in den Genuss einer gratis Messermassage.

Stinkender Tofu mit Essiggemüse
Kostenlose Messermassage
Bei durchwachsenem Wetter besuchte ich am zweiten Tag zunächst das Nationale Palastmuseum. Es beherbergt die weltweit größte Sammlung chinesischer Kunstwerke. Dabei sind zeitgleich immer nur ein Bruchteil der rund 700.000 Exponate ausgestellt. Je nach Interesse kann man hier mehrere Stunden verbringen. Ich hatte nach etwas mehr als 2 Stunden genug gesehen und fand den interaktiven Bereich des Museum am besten. Hier kann man u.a. ein an die Wand projektiertes Gemälde mit Pferden selbst beeinflussen.

Nationales Palastmuseum
Welches Pferd stammt wohl von mir? ;-)
Nachmittags strahlte die Sonne wieder und ich nahm an der zweiten angebotenen Free Walking Tour teil. Diese führte in ebenfalls 2,5 Stunden vom 228 Peace Memorial Park vorbei am Präsidentenpalast bis zum Shopping Bezirk Ximending. Höhepunkt war der Besuch einer Eisdiele mit über 70 Geschmacksrichtungen, darunter auch Eis in den Varianten Chili, gebratenes Hühnchen oder Reisschnaps.

Präsidentenpalast
Shopping Bezirk Ximending
Am vorerst letzten Tag in Tapei machte ich zusammen mit Jonas aus meinem Hostel und seiner Freundin Lena einen Ausflug in den 45-min. Busfahrt entfernten Yangmingshan Nationalpark. Dort unternahmen wir eine Wanderung auf den 1120 m hohen Mt. Qixing. Der Aufstieg von Xiaoyoukeng erstreckt sich über 1,6 km und teilweise sehr steile Treppenpassagen. Der Weg führt dabei an aktiven Schwefelfeldern vorbei. Für den Abstieg wählten wir die 2,1 km lange Route nach Lengshuikeng von wo aus der Bus zurück ins Zentrum von Tapei fuhr.

Aufstieg zum Mt. Qixing
Gipfel auf 1120 m
Abstieg mit Blick auf Taipei
Tapei im Hintergrund
Nach einer weiteren Nacht in Tapei zog ich weiter durch die Republik China. Die Volksrepublik China (das „grosse“ China) beruft sich in ihrem Anspruch auf Taiwan auf die Kairoer Erklärung von 1943. Obwohl diese Erklärung keine völkerrechtlich bindende Wirkung hat, haben die Chinesischen Machthaber Taiwan durch diplomatischen Druck international weitgehend isoliert. Der ungelöste Taiwan-Konflikt erschwert der Republik China den Beitritt zu internationalen Organisationen. 
Dienstag, 28. Juni 2016

Transatlantik auf der M/V Monarch

Nach zwei Seetagen im Karibischen Meer erreichte die M/V (Motor Vessel, auch geläufig MS = Motoschiff) Monarch nach meinen ersten Tage als Kreuzfahrer die Karibikinsel St. Martin. Die Insel ist etwa 87 km² groß und besteht aus dem größeren nördlichen französischen Teil Saint-Martin und dem südlichen niederländischen Teil Sint Maarten. Damit ist sie eine der kleinsten Inseln die zwei Staaten gehört. Die Monarch machte in Philipsburg dem Hauptort des niederländischen Teils fest. Dabei gilt Sint Maarten als autonomes Land innerhalb des Königreichs der Niederlande. Da wir am frühen Morgen ankamen waren in Philipsburg noch ziemlich alle Geschäfte geschlossen. Darum fuhr ich zusammen mit Jörg mit dem lokalen Bus in den französischen Hauptort Marigot, der als französisches Überseegebiet unmittelbar zu Frankreich gehört.
 
Blick auf Marigot
In Marigot besichtigten wir zunächst Fort Louis das 1767 errichtet wurde. Von dort hatten wir einen tollen Blick auf die Bucht und Marigot wo wir anschließend noch den lokalen Markt besichtigten. Anschließend nahmen wir den Bus nach Maho Beach.

Fort Louis
Markt in Marigot
Maho Beach befindet sich im niederländischen Teil und ist kein besonders einladender Strand. Vielmehr die unmittelbare Nähe zur Start- und Landebahn des Flughafens Princess Juliana (SXM) und den damit verbundenen Landungen über Maho Beach machen den Strand populär. Ein Barbetreiber listet dabei auf einem Surfboard alle Ankunftszeiten großer Flugzeuge auf.

Landung über Maho Beach
Maho Beach direkt am Flughafen Princess Juliana (SXM)
Nach ein paar landenden Flugzeugen stieg ich mit Jörg in den nächsten Bus zurück nach Philipsburg um ein paar Besorgungen zu erledigen, bevor es am Nachmittag zurück aufs Schiff ging und wir unseren Weg über den Atlantik antreten konnten.

Old Street in Philipsburg
Hafengelände von Philipsburg
Nachdem verlassen von Philipsburg lagen 3092 Seemeilen, ungefähr 5726 km zwischen uns und Lissabon. Für die Überfahrt waren 8 Seetage geplant. Kurz nach dem Auslaufen feierte das Animationsteam ein kleine tropische Party auf dem Sonnendeck. Danach begannen entspannte Tage auf See.

Abfahrt aus Philipsburg
Atlantikparty auf dem Sonnendeck
Die Zeit auf See lässt sich entspannt und abwechslungsreich gestalten, je nach dem was man möchte. Auf der Transatlantik Route sind alle Annehmlichkeiten einer Kreuzfahrt verfügbar. Neben drei Mahlzeiten die neben Buffet auch im Bedinrestaurant eingenommen werden könneb, stehen zwischen durch immer Snacks wie Kaffee, Kuchen, Empanadas und Pizza zur Verfügung. Täglich wechselndes Unterhaltungs- und Showprogramm lassen bei Bedarf ebenfalls keine Langeweile aufkommen. Ich persönlich bevorzugte tagsüber eher die ruhigeren Ecken wie etwa dem Außendeck 7 mit Blick auf den Atlantischen Ozean und laß nebenbei ein wenig.

Außendeck 7 mit Laufbahn
Pool auf dem Sonnendeck
Dabei war der Atlantik viel ruhiger als ich Anfangs gedacht hatte. Lediglich die ersten beiden Tage auf See brachten das Schiff zum Schaukeln. Grund waren die Ausläufer eines Unwetters bei New York. Für die sportliche Betätigung stehen eine Laufbahn, ein kleines Fitnesscenter, eine Sportanlage sowie die beiden Pools und Jacuzzis zur Verfügung. An acht verschieden Bars bekommt man Getränke die neben Wasser und Softdrinks auch Bier und Cocktails inklusive enthalten. Am Abend wird ein wechselndes rund 60 minütiges Theater- und Musicalprogramm angeboten. Besonders Highlight ist dabei das Kapitänsdinner, andem neben besonderem Essen auch teile der Crew und der Käptain vorgestellt werden. Mit etwas Glück kann man den Käptain auch persönlich sprechen. Wer noch nicht genug hat, für den öffnet täglich die Disco bis um halb vier. Was zur Herausforderung werden kann, wenn bei der Fahrt gen Osten jeden zweiten Tag die Uhr um eine Stunde nach vorne gestellt wird.

Blick auf den erstaunlich ruhigen Atlantik
Piano Bar "Fragata"
Treffen auf ein Drink mit Käptain Arkadiusz Branka (2 v.l.)
Insgesamt 200 Stunden dauerte die Transatlantik Überfahrt auf der 268,33 m langen und 32,20 m breiten Monarch. Sie bewegte rund 2000 Passagiere bei einer Kapazität von 2766 Personen. Dabei waren rund 800 Crewmitglieder aus 34 Nationen im Einsatz. In dieser Zeit bekommt man ein Gefühl für die Größe des Atlantik, den man normalerweise in 8 - 10 Stunden überfliegt. Alles in allem bietet eine solche All-inklusiv Positionierungsfahrt eine gute Möglichkeit der Entspannung zu einem kleinen Preis.

Morgendlicher Blick auf Lissabon
Blick auf die M/V Monarch im Hafen von Lissabon
Blick auf Lissabon vom Jardim Eduardo VII
Nach dem Ausschiffen in Lissabon gönnte ich mir wie im Vorjahr noch ein paar Tage und einen tollen Blick auf Lissabon.
Mittwoch, 22. Juni 2016

Die ersten Tage als Kreuzfahrer

Wie man der Überschrift entnehmen kann bin ich nun erstmals unter die Kreuzfahrer gegangen. Schuld daran war ein unschlagbar preisgünstiges All-Inklusive Angebot für eine 14-Tägige Transatlantik Kreuzfahrt. Doch zunächst musst ich den Atlantik per Flugzeug überwinden. Dazu flog ich von Frankfurt nach Panama City, der Hautstadt von Panama. Da ich bereits 2013 für drei Tage in Panama City war, blieb ich diesmal nur einen Tag und verbrachte diesen nach meiner Ankunft mit einem kleinen Spaziergang durch die Stadt bevor am Nachmittag ein starker Wolkenbruch einsetzte.

Skyline von Panama City
Bereits am nächsten Morgen verließ ich die Stadt mit der Panama Canal Railway, einem Passagier- und Güterzug zwischen Panama City und Colon entlang des Panamakanals. Die Bahnstrecke existiert bereits seit 1855 und wurde nach zahlreichen Umbauten 2001 wiedereröffnet. Die Fahrt im historischen Bahnwaggon mit Holzinterior nach Colon dauerte gut eine Stunde. In Colon, eine der Städte mit der höchsten Kriminalitätsrate Panamas teilte ich mir nach der Ankunft ein Taxi zum nahegelegenen Kreuzfahrthafen mit weiteren Kreuzfahrern die den Zug zur Anreise gewählt hatten.

Wagen der Panama Canal Railway
Logo der Panama Canal Railway Company
Ausblick auf den Panamakanal während der Fahrt
Nach der Ankunft am Kreuzfahrtterminal erwartete uns ein langwieriges und chaotisches Boarding. Gegen Mittag durften wir dann schließlich an Board und ich betrat erstmals ein Kreuzfahrtschiff. In meinem Fall die M/V Monarch der spanischen Reederei Pullmantur. Diese war für die kommenden 13 Nächte mein Domizil auf der Überfahrt nach Lissabon.

Wartehalle im Kreuzfahrtterminal Colon
Nach einem kleinen Rundgang durch das Schiff mit seinen 14 Decks, stand vor dem ablegen noch die obligatorische Rettungsübung auf dem Programm. Hierzu mussten sich alle neuen Passagiere an ihrer Muster Station (Sammelplatz) auf der Außenterasse von Deck 7 einfinden. Danach wurde das korrekte anlegen der Rettungsweste gezeigt, sowie das Verhalten im Notfall gelehrt. Wenig später verließen wir den Hafen von Colon.

Sonnendeck der M/V Monarch
Rettungsübung
Letzter aktiver Programmpunkt am ersten Tag war das erste Abendessen an Board. Ziemlich hungrig begab ich mich ins Restaurant auf Deck 4. Dort bekommt jeder Passagier einen festen Platz zugeteilt. Kurzerhand später fand ich mich an einem "deutschen-Tisch" wieder. Offenbar werden die Tische vorab nach Alter und Nationalität zusammengestellt. Nach meinem ersten Eindruck war ich sehr zufrieden mit meinen Tischnachbarn, mit denen ich im Laufe der Fahrt viele nette Gespräche haben durfte. Beim Abendessen gibt es eine Menükarte, die täglich wechselt. Dabei sind 4-5 Vor-, Haupt- und Nachspeisen zur Auswahl. Vegetarier haben mindestens ein Gericht zur Auswahl. Alternativ können Beilagen wie Gemüse, Pommes oder Reis dazu bestellt werden. Das Restaurant, sowie die Buffets und sämtliche Getränke sind bei Pullmantur All-Inklusive.

Kabinennummer auf Deck 2
Bett in der Innenkabine
11 m² Platz inkl. Nasszelle
Nachdem Essen ging ich zeitnah in meine 11m² große Innenkabine um am nächsten Morgen fit für den ersten von zwei Landgängen zu sein. Erster Halt war die Kolumbianische Küstenstadt Cartagena de Indias. Dort angekommen durften wir das Schiff in Gruppen geteilt verlassen. Ich schloss mich Max und Jörg, die ich beim Abendessen kennen gelernt hatte zusammen um den Tag gemeinsam zu verbringen. Zu erst nahmen wir den Bus zu Festung San Felipe, einer der größten Festungen der Spanier in Lateinamerika. Von dort oben hat man einen guten Blick auf die Stadt.

Einfahrt nach Cartagena
Aufgang zur Festung San Felipe
Festung San Felipe
Blick auf das Stadtzentrum von Cartagena
Im Anschluss besichtigten wir zu Fuß die Altstadt von Cartagena, die seit 1984 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Das Stadtzentrum ist komplett ummauert und bietet Platz für kleine Geschäfte, einer Kathedrale und kleinen Parkanlagen.

Plaza de la Paz - Eingang zur Altstadt
Straßenbild aus der Altstadt von Cartagena
Blick in die Altstadt
Erschöpft traten wir rechtzeitig den Rückweg zur Monarch an. Es folgten die ersten beiden Seetage auf dem Karibischen Meer, bevor der zweite und letzte Landgang auf Sint Maarten anstand.

Unterwegs mit Max und Jörg