Blogger Widgets
Mittwoch, 12. April 2017

Mit der DC-3 zur Bay of Plenty

Von Auckland aus unternahm ich einen Ausflug zur Bay of Plenty. Dazu buchte ich ein Ticket für ein Flugerlebnis der Besonderen Art. Ich flog vom Regionalterminal des Auckland Airport (AKL) in einer mehr als 70 Jahre alten Douglas DC-3 nach Whakatane (WHK) im Osten der Bay of Plenty. Die Douglas DC-3 wurde zwischen 1936 und 1945 mehr als 16.000 mal gebaut und ist bis heute der meistgefertigste Flugzeugtyp. Vielen von euch dürfte dieser Flugzeugtyp besser als "Rosinenbomber" im Einsatz der Alliierten während der Berliner Luftbrücke bekannt sein. Während des neuseeländischen Sommerflugplans fliegt Air Chathams jedes Wochenende auf der Strecke zwischen Auckland und Whakatane mit der DC-3. Die eingesetzte DC-3 mit der Kennung ZK-AWP wurde 1945 in Oklahoma City Betrieb genommen und ist derzeit noch eine von weltweit zwei Exemplaren im Linienbetrieb.

Douglas DC-3 der Air Chathams
Nase der DC-3
Seitenansicht
Während des 60-minütigen Fluges, meinem 193. Flug, kann man den Piloten über die Schulter schauen, da es in dem Oldtimer der Lüfte keine Cockpittür gibt. Außerdem werden von einer Flugbegleiterin in Uniform im Style der 50er Jahre Getränke und Snacks serviert. Für mich war das ein tolles Reiseerlebnis, bei dem man sich in der Zeit zurückversetzt fühlt.

Ausblick während des Fluges
Blick ins Cockpit der DC-3
Innenansicht der Kabine
In Whakatane im Osten der Bay of Plenty hatte ich einen Ausflug zur Vulkaninsel White Island gebucht. Trotz Sonnenschein wurde die Tour wegen angeblich zu starker Strömung abgesagt. So hatte ich überraschend einen freien Tag an der Bay of Plenty ("Bucht des Überflusses"). Den Namen erhielt die Bucht 1769 vom Seefahrer James Cook, nachdem er reiche Nahrungsmittelvorräte in den Dörfern der Maori entdeckt hatte.

Flughafengebäude in Whakatane erinnert mich an einen Kinderspielplatz
Ausblick auf Whakatane
Anstelle der Tour unternahm ich eine mehrstündige Wanderung entlang der Küstenlinie von Whakatane bis zum Strand von Ohope und zurück über die Ohope Scenic Reserve.

Blick auf die Stadt
Bucht während der Wanderung
Strand von Ohope
Fußweg in Ohope 
Am nächsten Tag flog ich mit Air Chathams wieder zurück nach Auckland. Diesmal mit einem Fairchild Metroliner, welcher in Europa kaum anzutreffen ist. Der 19-Sitzer hat lediglich eine Deckenhöhe von 1,45 m in der Innenkabine, was für eine stattliche Person wie mich beim Einsteigen zu einer Herausforderung wird. Zudem fehlt auch hier die Cockpittür. Nach rund 45 min. Flug erreichte ich den Flughafen von Auckland und mein Ausflug war vorrüber.

Fairchild Metroliner der Air Chathams
Innenansicht der lediglich 1,45 m hohen Kabine
Montag, 10. April 2017

Waitomo & Auckland

Wie schon zwischen Wellington und National Park setzte ich meine Fahrt in Richtung Auckland mit dem Northern Explorer von Kiwirail fort. Die Fahrt zu meinem nächsten Stopp in Otorohanga dauerte von National Park lediglich 2,5 Stunden. Dabei passierten wir die Raurimu-Spirale, eine eingleisige Kehrschleifenkonstruktion, sie gilt als eine der Ingenieur Meisterleistungen im Bahnverkehr. Nach meiner Ankunft am Bahnhof von Otorohanga nahm ich den Shuttleservice ins 15 km entfernte Waitomo.

Northern Explorer von Kiwirail auf dem Weg nach Otorohanga
Die Raurimu-Spirale 
Den Waitomo Distrikt hatte ich ausgewählt um dort Höhlen mit Glühwürmchen zu besichtigen. Dabei sind die dortigen Glühwürmchen nicht mit den europäischen Glühwürmchen vergleichbar. Zum einen können diese nicht fliegen und sind genaugenommen Larven die an der Höhlendecke hängen und mit ihrem Stoffwechsel Lichtimpulse erzeugen. Damit imitieren sie in den sonst stockfinsteren Höhlen den Nachthimmel um Insekten anzulocken. Die Insekten bleiben an den ausgesonderten Seidenfäden hängen und enden als Larvenfutter.

Seidenfäden 
Larven an der Höhlendecke
Ich besichtigte zwei der zahlreichen Höhlen um Waitomo mit dem lokalen Anbieter Spellbound. In der ersten Höhle rund 20 min. Fahrt entfernt, gab es tausende leuchtender Larven denen wir auf einer unterirdischen Bootsfahrt mit einem kleinen Schlauchboot näher kamen.

Gelände außerhalb von Waitomo
Leuchten innerhalb der Höhle
In der zweiten Höhle die wir anschließend besichtigten ist es zu trocken für die Larven. Deshalb standen hier die beeindruckenden Gesteinsformationen im Vordergrund.

Gesteinsformationen der trockenen Höhle
Schacht in die Höhle
Am nächsten Tag fuhr ich zurück nach Otorohanga um den letzten Abschnitt mit dem Northern Explorer nach Auckland zurückzulegen. Die Zugfahrt dauerte diesmal 3 Stunden bevor ich die "City of Sails" (Stadt der Segel) am Abend erreichte. Den Beinamen erlangte das oft windige Auckland durch die vielen Yachthäfen entlang der Küste. Allein der Westhafen hat etwa 1.400 Bootsstellplätze und ist damit nicht nur der größte Yachthafen in Neuseeland, sondern sogar der gesamten Südhalbkugel.

Sky Tower Auckland
Einen Überblick über das Stadtzentrum der mit 1,5 Mio. Einwohnern größten Stadt des Landes, verschaffte ich mir mit der einzigen Free Walking Tour auf der Nordinsel. Vom Treffpunkt am Fährterminal führte mich unsere begeisterte Führerin in 2,5 Stunden durch das Barviertel, den alten Rotlichtbezirk, die Shopping Straße Queens Street und den Albert Park mit seinen 14 Baumarten aus aller Welt.

Beginn der Queens Street
Free Walking Tour
Außerdem fuhr ich am folgenden Tag vom Fährterminal auf die 18 km von Auckland enfernte Insel Waiheke. Nach rund 35 Fährfahrt setzte ich einen Fuss auf die zweitgrößte Insel im Hauraki Golf. Zusammen mit Lukas von Fravel unternahm ich zunächst eine Wanderung über die Insel, ehe wir es vorzogen auf den Bus umzusteigen und zu einem der zahlreichen Weingüter zufahren die auf Waiheke Island ansässig sind. Da sich an selber Stelle wie unser angesteuertes Weingut auch die Waiheke Island Brauerei befand, entschieden wir uns kurzum lieber den angebotenen Gerstensaft zu probieren. Nach zwei Krügen ließen wir uns vom Busfahrer und Schiffskapitäin zurück nach Auchkland chauffieren.

Bucht auf Waiheke Island
Blick auf die Hauraki Golf 
Meinen letzten Tag in Auckland verbrachte bei durchwachsenem Wetter überwiegend im Hostel um für die weiteren Stationen zu recherchieren. Bei gutem Wetter kann man es meiner Meinung nach in und um Auckland gut ein paar Tage aushalten.
Freitag, 7. April 2017

Wellington & Tongariro Alpine Crossing

Die neuseeländische Hauptstadt Wellington war Ausgangspunkt für meine Reise auf der Nordinsel von Neuseeland. Noch am ersten Abend nach meiner Ankunft folgte die erste Unternehmung. Da an diesem Abend das WM-Qualifikationsspiel zwischen Neuseeland und Fidschi für die Fußball-WM 2018 anstand, begab ich mich ins 34.500 Zuschauer fassende Westpac Stadium. Die "All Whites" wie die Neuseeländische Nationalmannschaft wegen ihrer weißen Trikots genannt wird, gewann das Spiel vor 10.133 Zuschauern verdient mit 2:0.

Westpac Stadium Wellington
"All Whites" vs. Fidschi
Da es am nächsten Tag in der 200.000 Einwohner Stadt regnete, verbrachte ich zunächst ein paar Stunden im großen und kostenfreien Te Papa Museum. Die Ausstellungen insbesondere in der zweiten Etage sind mit das beste was ich seit langem in einem Museum gesehen habe. Neben den Themen Tektonik und neuseeländischer Geschichte, bildet der größte gefangene Riesentintenfisch mit 4,5 m ein Herzstück der Ausstellung.

Blick auf das bewölkte Wellington vom Te Papa Museum
Konservierter Riesentintenfisch
Am Nachmittag nahm ich an einer geführten Tour durch Neuseelands Parlamentsgebäude "The Beehive" teil. Den englischen Namen für Bienenstock hat das Gebäude nicht ohne Grund, die Architektur erinnert stark an das Ebenbild aus der Natur. Die interessante Führung dauerte rund eine Stunde und führte mich durch das Gebäude in den Plenarsaal und den Keller. Dort bekam ich Einblick in die Vorkehrungen gegen die Allzeit präsente Erdbebengefahr. Vor eingen Jahren hatte man das Fundament des Parlamentsgebäudes freigelegt, Löcher ins Fundament gebohrt und diese Löcher mit hunderten Trägern mit Federungen aus Spezialgummi und Stahl befüllt. Anschließend wurden die Träger aufgepumpt und das Fundament durchgesägt. Somit steht das Parlament nur noch auf diesem Spezialfedern und soll selbst einem Erdbeben der Stärke 8 standhalten.

"The Beehive" (Bienenstock)
Parlamentsgebäude
Außerdem schaute ich am nächsten Tag noch im Botanischen Garten von Wellington vorbei. Dieser befindet sich etwas oberhalb des Stadtzentrums und ist durch eine Standseilbahn von 1902 erreichbar. Vom rund 120 m höher gelegenen Stadtteil Kelburn hat man bei klarer Sicht einen schönen Blick auf Wellington und die Oriental Bay.

Blick vom Botanischen Garten auf Wellington inkl. Standseilbahn
Nach zwei Tagen in der überschaubaren Hauptstadt machte ich mich auf zum Bahnhof. Ich hatte mir zuvor ein Ticket für den Northern Explorer gekauft. Der Zug wird von der Bahngesellschaft Kiwirail betrieben und ist die einzige Personenzugverbindung ins 680 km nördlichere Auckland. Die Strecke wird dreimal die Woche je Richtung mit einer Gesamtfahrtdauer von 11 Stunden angeboten. Freitags, Sonntags und Dienstags startet der Zug in Wellington, die Tage zuvor in Auckland mit einer Pause am Mittwoch. Zwischen beiden Städten gibt es weitere sieben Haltepunkte. Ich fuhr zunächst bis nach National Park auf etwa halber Strecke. Die Fahrt dauerte rund 5,5 Stunden. Die schöne Aussicht genoss ich dabei größtenteils vom angehängten Panoramawagen.

Northern Explorer auf dem Weg nach National Park
Panoramawagen
Ausblick während der Zugfahrt
Die Station National Park befindet sich unmittelbar neben dem Tongariro National Park. Dort unternahm ich am nächsten Tag die laut Lonley Planet schönste Tageswanderung der Welt. Per Shuttlebus von meiner Lodge gelangte ich zum Startpunkt für den 19,4 km langen Tongariro Alpine Crossing. Die Wanderung führt über Vulkangestein auf Alpiner Höhenlage entlang der beiden Vulkane Mt. Ngauruhoe (2.287 m) und dem namensgebenden Mt. Tongariro (1.967 m). Nach rund einer Stunde gemütlichem Einlaufen mit minimaler Steigung, folgte der erste steile Abschnitt zum Südkrater, den ich eine halbe Stunde später erreichte.

Beginn des Tongariro Alpine Crossing
Tiefenwolken am frühen Morgen 
Blick zurück ins Tal
Talbene im Südkrater
Gefolgt von einer Talebene und einem weiteren steilen Anstieg erreichte ich den Red Crater. Da ich gut in der Zeit lag, unternahm ich noch einen 1,5 stündigen Abstecher zum Gipfel des Mt. Tongariro, dies bescherte mir einen weiteren tollen Blick auf Mt. Ngauruhoe und den Blue Lake auf der anderen Seite.

Mt. Ngauruhoe (2..287 m)
Blue Lake
Auf dem Gipfel des Mt. Tongariro (1.967 m)
Red Crater
Zurück am Red Crater folgte ein kurzer Abstieg zu den Emerald Lakes, giftige, schwefelhaltige, türkisfarbene Seen. Hier verweilte ich eine Weile und genoss die Szenerie.

Abstieg zu den Emerald Lakes
Großer See
Schwefelfelder 
Kleiner See
Von den Emerald Lakes benötigte ich trotz kurzem Abstecher zu einem der dampfenden Schwefelfelder noch drei weitere Stunden über Serpentinen und einen Waldabschnitt bis zum Ende des Tongariro Alpine Crossing, wo bereits der Shuttlebus wartete. Insgesamt war ich durch meine Abstecher mehr als die standardmäßigen 19,4 km unterwegs und 7:45 Std. auf Wanderung. Der Tongariro Alpine Crossing zählt auch für mich trotz der unmengen an Wanderer an diesem Tag zu einer der schönsten und abwechslungsreichsten Wanderungen die ich seither unternommen habe.

Blick zurück auf Mt. Ngauruhoe und den Red Crater
Blick auf Lake Taupo