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Dienstag, 21. Mai 2024

Langes Wochenende in Neapel

Diesen Monat verbrachte ich ein langes Wochenende in Neapel, der drittgrößten Stadt Italiens hinter Mailand und Rom. In die 920.000 Einwohner Stadt aus der Region Kampanien gelangte ich binnen 1,5 Flugstunden. Dort angekommen traf ich mich vormittags mit meinem irischen Camino-Bekannten Conor, den ich zwei Jahre zuvor auf meinem Camino Portugues, dem Portugiesischen Jakobsweg kennen gelernt hatte. Conor lebt und arbeitet mittlerweile in Neapel. Wir waren in einem Straßencafé in seinem Stadtviertel Vomero verabredet. Bei einem Cappuccino und Croissant feierten wir unser Wiedersehen. 

Straße im Stadtviertel Vomero

Anschließend führte mich Conor durch Vomero, ein grünes, auf einem Hügel befindliches Viertel. Wir gelangten dabei in den Stadtpark Villa Floridiana mit einem schönen Aussichtspunkt auf den Golf von Neapel. 

Stadtpark Villa Floridiana

Aussichtspunkt vom Villa Floridiana

Einen weiteren Aussichtspunkt zeigte mir Conor wenig später. Vom Belvedere San Martino hatten wir einen herrlichen Ausblick auf das übrige Neapel. Untermalt von Klängen der Straßenmusiker, die dort ihre Künste darboten. 

Straßenmusiker am Belvedere San Martino

Wiedersehen mit Conor nach 2 Jahren

Für den Rest des Tages musste Conor wieder an die Arbeit. So dass ich fortan allein die Stadt erkundete. Zunächst ging ich ins nahegelegene Castel Sant’Elmo, einer sternförmigen Festung aus dem 14. Jahrhundert. Auf der obersten Etage der Festung kann man rundum auf Neapel und den Golf von Neapel blicken. Zudem befindet sich dort noch ein kleines Kunstmuseum mit Malereien und Skulpturen. 

Festung Castel Sant’Elmo

Rundbögen der Festung

Ausblick auf Neapel und den Vulkan Vesuv

Festungsanlage

Im Anschluss an Sant’Elmo, nahm ich die Treppen hinab in den belebten Stadtteil Quartieri Spagnoli, in dem sich auch mein Hostel befand. Nach einer ersten Pizza Napoletana zu Mittag, schlenderte ich noch etwas durch das Übersetzt spanische Viertel, bevor ich im Hostel eincheckte und mir eine kurze Pause gönnte. 

Treppen hinab in den Stadtteil Quartieri Spagnoli

Fußball Deko überall im Quartieri Spagnoli

Danach lief ich zur nahegelegenen Piazza Dante um dort an einer 2,5-stündigen Free Walking Tour durch die Altstadt von Neapel teilzunehmen. Treffpunkt mit Guide Raffaele war unterhalb der Statue des mittelalterlichen Poeten Dante Alighieri. 

Dante Alighieri Skulptur auf der Piazza Dante

Bücherverkauf auf der Piazza Dante

Zu meinen favorisierten Stopps während der Tour gehörte die Piazza Vincenzo Bellini mit ihren Ruinen alter Stadthäuser, die ruhige Oase des Park Giardino di San Marcellino und der abschließende Halt am Duomo di Napoli, der Kathedrale der Heiligen Maria Assunta mit Mosaiken und Relikten aus dem 4. Jahrhundert.

Piazza Vincenzo Bellini

Park Giardino di San Marcellino

Altar des Duomo di Napoli

Straße in der Altstadt von Neapel

Nach der Tour lief ich zurück ins Hostel, denn dort hatte ich mich für den Abend zum organisierten Abendessen mit weiteren Gästen angemeldet. Es gab klassisch Pasta und dazu neue Bekanntschaften. Mit den Engländern Lizzy, Alex und Steve ließ ich den Abend anschließend in den engen Gassen des Quartieri Spagnoli bei ein paar Spritz ausklingen. 

Belebte Gassen des Quartieri Spagnoli

Auf ein Spritz mit neuen Reisebekannten

Der nächste Tag startete für mich lehrreich. Denn ich hatte mich im Vorfeld für einem 4-stündigen Pizzabäcker Kurs der Associazione Verace Pizza Napoletana (AVPN), der Vereinigung der Neapolitanischen Pizzabäcker, angemeldet. Unter Aufsicht des erfahrenen Pizzabäckers lernten wir die korrekte Zubereitung, Teigknettechnik und Rezeptur des Neapolitanischen Pizzateiges. In den Pausen in denen unser Teig ruhen musste, befassten wir uns mit den verwendeten Zutaten für eine Pizza Margherita und Pizza Marinara. Danach lehrte uns der Kursleiter das belegen der Pizza und das backen im Steinofen. Dort verbringt die Pizza gerade einmal 60-90 Sekunden, je nach Temperatur. Nachdem backen, durfte jeder Teilnehmer eine Pizza des Chefs und später seine eigene probieren. Zum Abschluss gab es noch eine Urkunde und ein paar Unterlagen wie dem Rezept nach AVPN-Standard. 

Pizzakurs der AVPN

Perfekter Pizzateig

Pizza backen mit Steinofen

Erste selbstgebackene Pizza Margherita

Vom Kursort, einem Schulungsgebäude der AVPN, etwas außerhalb des Zentrums lief ich anschließend für eine kurze Pause ins Hostel. Danach machte ich mich mit der Vorort-Bahn auf ins Stadio Diego Armando Maradona. Das 54.726 Plätze fassende Stadion wurde 2020 nach dem argentinischen Weltstar und Vereinslegende des SSC Neapel Diego Armando Maradona benannt. Ich besuchte dort des Ligaspiel der italienischen Serie A zwischen SSC Neapel und dem FC Bologna. Vor 42.000 Zuschauern gewannen die Gäste aus Bologna mit 0:2. Nach Schlusspfiff begab ich mich für einen entspannten Abend zurück ins Hostel.

Stadio Diego Armando Maradona in Neapel

Ligaspiel des SSC Neapel in der Serie A

Am nächsten Morgen nahm ich den Bus zum höhergelegenen Stadtpark Parco di Capodimonte. Ich unternahm einen ausgedehnten Spaziergang durch den weitläufigen und schönangelegten Park mit Aussichtspunkt und Liegewiesen. 

Stadtpark Parco di Capodimonte

Ausblick von Capodimonte

Weg im Parco di Capodimonte

Wiese im Stadtpark Parco di Capodimonte

Zum Mittagessen war ich dann erneut mit Conor verabredet. Nach einer Portion Pasta liefen wir über die Piazza del Plebiscito, dem vermutlich berühmtesten Platz von Neapel. Denn an den Platz angrenzend befindet sich die im Stil des Pantheons errichtete Basilika San Francesco di Paola. Vom Platz führte uns unser Weg an die Uferpromenade mit Blick auf die Festung Castel dell'Ovo und den Golf von Neapel. 

Viel los auf der Piazza del Plebiscito

Blick auf die Festung Castel dell'Ovo

Unser Ziel war der Park Villa Comunale. Denn dort war an diesem Tag die Zielankunft der 9. Etappe des Giro d’Italia 2024, eine der drei großen Landesrundfahrten im Straßenradsport. Wir kamen etwa 1,5 Stunden vor Zielankunft der Profisportler an. Die Zeit verbrachten wir mit einem Rundgang über das Gelände und einer Portion Eis, bei der auch Lizzy und Alex zu uns stoßen. Gemeinsam verfolgten wir die letzten Kilometer des Rennens auf einem der Großleinwende im Zielbereich. Den Zielsprint gewann an diesem Tag der Niederländer Olav Kooij. Mit etwas eingeschränkter Sicht bekamen wir die Fahrer etwa 40 Meter vor der Ziellinie nur kurz zu sehen. Zu schnell rasten sie an uns vorbei. 

Werbekarawane des Giro d’Italia 2024

Zielstrich der 9. Etappe

Zielbereich des Giro d’Italia

Letzte Fahrer treffen in Neapel ein

Nachdem alle Fahrer im Ziel waren, wurden von den fleißigen Helfern auch prompt die Barrieren abgebaut. Wir verließen daraufhin das Gelände zurück in unser Hostel. Nach einer kurze Pause ging ich zusammen mit Lizzy, Alex und Conor zum gemeinsamen Pizza essen in einer kleinen Pizzeria um die Ecke. Mit guter Gesellschaft und lecker Pizza Napoletana endete damit auch schon mein langes Wochenende in Neapel. 

Lecker Pizza Napoletana in Neapel mit Lizzy, Alex und Conor

Nach einer weiteren Nacht machte ich mich nachdem Frühstück direkt auf zum Flughafen von Neapel um meine Heimreise anzutreten. Mit etwas mehr Zeit im Gepäck hätte ich gerne noch die Umgebung von Neapel erkundet. 

Donnerstag, 11. April 2024

Kurztrip durch das spanische Baskenland

Diesen Monat unternahm ich einen Kurztrip durch das spanische Baskenland, im Norden Spaniens, an der Grenze zu Frankreich. Dazu flog ich zunächst nach Bilbao, der mit 350.000 Einwohnern größten Stadt der Autonomen Gemeinschaft Baskenland. Vom Flughafen brachte mich der Flughafenbus zügig in die Innenstadt. Dort spazierte ich entlang des Flusses Nervión. Über die Areatzako Zubia Brücke gelangte ich zum rechten Flussufer, wo zu dieser Zeit gerade das Bilbao Basque Fest stattfand. Dabei handelt es sich um eine baskische Kulturveranstaltung mit Kochkursen, Verkostungen, Darbietungen aller Art, sowie kleineren sportlichen Wettkämpfen wie Seilziehen.   

Areatzako Zubia Brücke in Bilbao

Fluss Nervión

Bilbao Basque Fest

Spaziergang entlang des Nervión

Entlang des Uferwegs finden sich immer mal wieder Statuen und kleinere Kunstobjekte. Zusammen mit dem von Frank Gehry entworfenen Guggenheim-Museum wurde der Industriestadt neues Leben einhaucht, in dem diese seit Ende der 1990er Jahr sich zur Kulturmetropole wandelte. Über die sehenswerte und futuristisch anmutende Fußgängerbrücke Zubizuri gelangte ich wieder auf die linke Flussseite. Dort setzte ich meinen Spaziergang zum besagten Guggenheim-Museum fort. 

Fußgängerbrücke Zubizuri 

Guggenheim-Museum Bilbao

Als am Nachmittag der feine baskische Nieselregen „Sirimiri“ einsetzte, stattete ich dem Kunstmuseum mit einer Ausstellungsfläche von 11.000 m² einen Besuch ab. Objekte sind weniger Malereien und Skulpturen als Installationen, Videokunst und ähnliches, verteilt auf drei Stockwerke. 

Elektronische LED-Säulen von Jenny Holzer

The Matter of Time von Richard Serra

Begehbare Installation The Matter of Time

Licht- und Spiegelinstallation von Yayoi Kusama

Nach gut 2,5 Stunden hatte ich genug gesehen und der Sirimiri aufgehört. Also lief ich zu meinem Hostel und ging zum Abendessen. Dabei passierte ich noch eine spanische Kreuzweg Prozession mit lauter Musik und Gewändern mit spitzen Hüten. 

Prozession in Bilbao 

Am nächsten Tag besichtigte ich als Teil einer Free Walking Tour die Altstadt Casco Viejo. Stadtführer Iñigo führte uns vom Teatro Arriaga binnen 2 Stunden durch die Gassen der Altstadt. Dabei stoppten wir an belebten Plätzen wie der Plaza Barria und der Miguel Unamuno Plaza, sowie an den bedeutenden Kirchen San Nikolas, San Antón und der St. James Kathedrale. 

Miguel Unamuno Plaza

Kathedrale von Bilbao

Antton Deuna Zubia

Abschließend ging es an diesem Mittag in die historische Markthalle Mercado de La Ribera. Im unteren Stockwerk finden sich Markstände mit Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch. Im oberen Bereich finden sich kleine Gaststätten und Kneipen, die Pintxos anbieten. Dabei handelt es sich um typische, kleine baskische Gerichte auf einer Brotscheibe, die meist mit einem kleinen Holz- und Kunststoffspieß dargereicht werden. 

Mercado de La Ribera

Pintxos in Bilbao

Auch ich probierte die angebotenen Leckereien und war damit gestärkt für den Nachmittag. Da unternahm ich einen Ausflug in die 45 km entfernte Stadt Eibar. Die Kleinstadt befindet sich in einem schmalen Tal in bergiger Umgebung und ist über die Regionalbahn Euskotren von Bilbao aus in etwas mehr als einer Stunde erreichbar. In Eibar besuchte ich ein Fußballspiel der 2. Spanischen Liga Segunda División zwischen dem SD Eibar und CD Eldense im 8.164 Plätze großen Estadio Municipal de Ipurua. Vor 4.113 Zuschauern gewann Eibar souverän mit 5:1. Nachdem spielt drehte ich noch eine Runde durch den Ort, bevor mich die Bahn für eine weitere Nacht zurück nach Bilbao brachte. 

Freiluft Rolltreppe in Eibar

Ehemalige Stierkampfarena Eibar

Heimat des SD Eibar 

Estadio Municipal de Ipurua

Am nächsten Morgen nahm ich zunächst die Metro von Zentrum zum modernen Busbahnhof von Bilbao. Von dort aus nahm ich einen Überlandbus in die baskische Hauptstadt Vitoria-Gasteiz. Binnen einer Stunde wurde die 250.000 Einwohner Stadt erreicht. In Vitoria-Gasteiz erwartete mich nach meiner Ankunft leider ein ordentlicher Dauerregen, weshalb meine Erkundung der Innenstadt etwas kürzer ausfiel. 

Ankunft in Vitoria-Gasteiz

Plaza Virgen Blanca

Zum Glück klarte es am frühen Abend wieder auf und ich konnte trockenen Fußes von meinem Hostel an der Kirche San Miguel den 30-minütigen Fußweg zum Estadio Mendizorrotza antreten. 

Blick auf El "Farolón" und die Kirche San Vicente Mártir

Fußweg in Richtung Estadio Mendizorrotza 

Denn an diesem Abend empfing dort der spanische Fußballerstligist Deportivo Alavés im kleinen baskischen Derby den Real Sociedad San Sebastián. Vor fast ausverkauften 18.575 Zuschauern gewann Real Sociedad das Spiel der Primera División mit 1:0.  

Groundhopping im Estadio Mendizorrotza 

Danach war der Tag für mich gelaufen und ich verabschiedete mich am nächsten Morgen zu gleich von Vitoria-Gasteiz. Nun fuhr ich mit der spanischen Eisenbahn Renfe innerhalb 1,5 Std. an den Küstenort Donostia-San Sebastián. Wobei Donostia der baskische Name und San Sebastián der international gebräuchlichere Name der 188.000 Einwohner Stadt ist. Dort bezog ich zunächst meine Herberge für diese Nacht. Danach nutze ich den sonnigen Tag für eine Küstenwanderung auf dem Wanderweg der GR 121. Dieser ist auf einem Großteil der Strecke sogar gleichverlaufend mit dem spanischen Pilgerweg Camino del Norte. 

Stadtstrand La Conca

Ausgangspunkt ist der Sichelförmige Stadtstrand La Conca mit Blick auf die gleichnamige Bucht mit der kleinen Insel Isla de Santa Clara. Durch den Fußgängertunnel Antiguoko gelangte ich dann zum lebhaften Ondarreta Beach. Von dort aus begann der Aufstieg zum Mount Igeldo mit Ausblicken auf den Golf von Biskaya. 

Fußgängertunnel Antiguoko

Ausblick vom Mount Igeldo

Ausblick auf die Atlantikküste

Wanderweg GR 121 & Camino del Norte

Danach führte der Weg mit leichtem auf und ab bis zum Gipfel des Kukuarri und anschließend hinab in den Fischerort Orio, der nach rund 16 km erreicht wurde. Nach einer Pause im Ort überquerte ich den Fluss Oria. Ab da folgte der Wanderweg zunächst entlang des Flusslaufes und stieg dann in Richtung des Gran Campingplatz Zarautz an.

Orio am Fluss Oria

Weingut Talai Berri Txakolina

Hinter dem Campingplatz erhält man dann eine großartige Aussicht auf den Küstenort Zarautz mit seinem 2,5 km langen Sandstrand. Über Treppen und Holzplanken führt der Weg dann hinein in den Ort Zarautz, der nach insgesamt 23 km erreicht wurde. Von dort aus brachte mich die Regionalbahn Euskotren binnen einer halben Stunde zurück nach San Sebastián. 

Abstieg und Ausblick hinab nach Zarautz

Weg hinein nach Zarautz

Die zweitgrößte Stadt des Baskenlands erkundete ich am nächsten Morgen erneut mit einer abwechslungsreichen Free Walking Tour von Guide Julen. Von der De Cervantes Plaza über die Gipuzkoa Plaza führte die Stadtführung hinein in die Altstadt mit ihren zahlreichen Pintxos Kneipen und exklusiven baskischen Kochclubs, den sociedades gastronómicas, erkennbar an Flaggenmasten über den Türen. 

De Cervantes Plaza mit Tamarindenbäume

Gipuzkoa Plaza

Konstituzio Plaza

Gasse in der Altstadt von Donostia
Über die Konstituzio Plaza, einer ehemaligen Stierkampfarena gelangten wir nach rund 2,5 Stunden an den kleinen Sporthafen von Donostia. Dort endete die Tour. Ich schlenderte anschließend noch ein wenig durch die Gassen der Altstadt, bevor ich am Nachmittag den Busbahnhof aufsuchte. Dort nahm ich den 75-minütigen Direktbus zurück zum Flughafen von Bilbao, um nach 5 Tagen im Baskenland meine Heimreise anzutreten.