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Montag, 8. Dezember 2025

Wandern auf Santo Antão - Paul-Tal & Küstenweg im Nordosten

Lediglich eine Stunde Fährfahrt lagen zwischen Mindelo auf São Vicente und Porto Novo auf Santo Antão. Der Hafenort Porto Novo ist Dreh- und Angelpunkt für Verkehr auf Santo Antão, mit 779 km² die zweitgrößte der Kapverdischen Inseln. Direkt hinter dem Fährterminal befindet sich der Treffplatz der Sammeltaxis "Aluguer". Diese fahren von dort, entweder zu festgelegten Abfahrtszeiten oder sobald eines der Minibusse voll ist, in alle Ecken der Insel ab. Meine Freundin Petra und ich wollten zunächst nach Paul im nordöstlichen Teil der Insel. Die Fahrt über die 30 km lange Küstenstrecke dauerte dabei rund eine Dreiviertelstunde. 

Ankunft in Porto Novo

Nach der Ankunft in unserer gemütlichen Pension am Stadtrand, unternahmen wir an diesem Tag noch einen Spaziergang durch den 1.300 Einwohner Ort. Dabei erklommen wir den Stadthügel mit einer Statue des Heiligen Antonius und anschließend schöner Aussicht.  

Ausblick auf Paul

Statue des Heiligen Antonius

Küstenline bei Paul

Abstieg hinab nach Paul

Am nächsten Tag unternahmen wir die vermutlich beliebteste und bekannteste Wanderung der Insel, wenn nicht sogar von ganz Kap Verde. Der Trail vom Cova-Krater hinunter ins Paul-Tal. Dazu brachte uns ein engagierter Taxifahrer zunächst von Paul zum Ausgangspunkt, dem oberen Rand des Cova Krater auf 1.200 m Höhe. Wir fuhren entlang der gepflasterten Panoramastraße und über den Delgadinho Pass. Entlang des Wegs hielten wir drei Mal an Aussichtspunkten, wo unser Taxifahrer noch etwas erklärte. 

Pflasterstraße des Delgadinho Pass

Ausblick auf den Cova-Krater

Nach rund einer Stunde Fahrt waren wir schließlich am Ausgangspunkt und wir begannen mit dem leichten Abstieg hinab in den Cova-Krater. Dank des guten mineralischen Bodens wird im Krater auf nahezu der gesamten Fläche Landwirtschaft betrieben. 

Wanderung entlang des Cova-Krater

Wanderweg im Cova-Krater

Nachdem wir den Krater durchquert hatten, folgte der einzige Anstieg auf dieser Wanderung, nun hinauf auf der anderen Kraterseite bis wir bei knapp 1.300 m angekommen waren und wir einen herrlichen Blick in das Paul-Tal zu sehen bekamen. Von nun an ging es auf angelegten Serpentinen hinab in das Paul-Tal.

Blick in das Paul-Tal

Serpentinenweg hinab ins Paul-Tal

Wanderweg durch das Tal

Blick hinab in Tal

Am Ende des Serpentinenweges befindet sich ein kleines Dorf auf etwa der Hälfte der insgesamt 12,5 km langen Wanderung. Dort machten wir Rast in einer Bar und stärkten uns mit kapverdischer Brotzeit und dem Nationalgericht Cachupa, ein langsam gekochter Eintopf aus Mais, Bohnen, Kassava und Süßkartoffeln, serviert mit einem Spiegelei.  

Kleines Dorf im Pau-Tal

Brotzeit und Cachupa mit Spiegelei

Dank dieser Stärkung vergingen auch die verbleibenden schweißtreibenden Kilometer wie im Flug. Der Weg verläuft im unteren Abschnitt größtenteils entlang der Hauptstraße und macht nur für ca. 1,5 km einen Abzweig durch die Plantagen der örtlichen Bauern. Erschöpft nach fast 1.450 m Abstieg kamen wir in unserer Pension für eine weitere Nacht an. 

Wanderung durch das Paul-Tal

Am nächsten Morgen verließen wir Paul mit einem Aluguer in den 9 km entfernten Ort Ribeira Grande an der Nordküste von Santo Antão. Dort verstauten wir unser Gepäck in der nächsten Unterkunft und liefen für Besorgungen in die Ortsmitte. Danach begannen wir mit einer Wanderung ins Hinterland von Ribeira Grande.

Kirche in Ribeira Grande

Hauptstraße zwischen Ribeira Grande und Coculi

Nach ca. 2 km entlang der Hauptstraße nach Coculi bogen wir links ab und folgten dem abknickenden Weg. Von dort an führte uns der Weg mit gemächlichem Aufstieg durch das grüne, landwirtschaftlich genutzte Tal des Ribeira Duque. Entlang der angelegten Terrassen verengt sich die Schlucht so weit, dass der Pfad entlang des wasserführenden Bachlaufes nach rund 4 km unpassierbar wird. Hier hätte es einen Übergang auf die andere Seite der Schlucht geben sollen. Aber wir können diese leider nicht finden und drehen letztendlich um. Dennoch ein schöner Einblick ins landwirtschaftlich genutzte und grüne Hinterland. Nach insgesamt 12 km sind wir zurück in Ribeira Grande und verbringen einen entspannten Abend. 

Trockensteinmauer mit Bananenstauden

Tal des Ribeira Duque

Landwirtschaftliche geprägter Weg

Ausblick in das Tal des Ribeira Duque

Auch am nächsten Tag wollen wir wandern. Nun entlang der Nordküste auf dem Küstenweg zwischen Cruzinha und Ponta do Sol, zusammen mit dem Paul-Tal einer der beiden Klassiker der Insel. Zum Startort Cruzinha benötigen wir wieder ein Taxi, da die Aluguer aus Ribeira Grande für uns zu spät abfahren. Rund eine Dreiviertelstunde benötigt unser Fahrer für die 25 km. Von Cruzinha führt der Weg erstmal über einen Hügel hin zur Küste, wo uns dann die beeindruckenden Klippen erwarteten. 

Fahrt nach Cruzinha

Ausgangspunkt der Küstenwanderung in Cruzinha

Weg entlang der Klippen

Von nun an schlängelt sich der gut ausgebaute Küstenweg im stetigem auf und ab die Küstenlinie der Nordküste entlang. Die hohen Felswände spenden Schatten und der Wind vom Atlantischen Ozean bläst für etwas Abkühlung bei ununterbrochenem Sonnenschein. Wir lassen die Anblicke und das Wellenrauschen auf uns wirken. 

Küstenweg bei Cruzinha

Beeindruckende Konstruktion der Wege

Weg hinter der verlassenen Siedlung

Ausblick auf die Küste

Nach 4 km passieren wir eine verlassene Siedlung. Weitere 3 km später erreichen wir zur Mittagszeit das erste Dorf Formiguinhas. Dort gönnen wir uns einen leckeren Eintopf zum Mittagessen. Danach steigt der Weg weiter an bis zum zweiten Dorf Corvo. 

Ankunft im Dorf Formiguinhas

Ausblick während der Mittagspause in Formiguinhas

Ab hier sehen wir bereits den anstrengendsten Abschnitt auf gegenüber liegender Seite des Weges. Rund 150 Höhenmeter in teils steilen Serpentinen warten auf uns. Begleitet von Steintafeln, die den Kreuzweg Jesu darstellen. Am höchsten Punk des Küstenweges angekommen können wir bereits Ponta do Sol erblicken. 

Serpentinen hinter dem Dorf Corvo

Blick hinab über die Serpentinen

Tagesziel Ponta do Sol in der Entfernung zu erkennen

Bevor es aber in Richtung Tagesziel geht, erreichen wir noch das letzte Dorf entlang dieses Weges. Das durch seine bunten Häuser bekannte Terrassendorf Fontainhas. Dort machen wir noch einen letzten Halt und genehmigen uns eine Erfrischung in der dortigen Bar, bevor wir den letzten Anstieg und den anschließenden finalen Abstieg nach Ponta do Sol meistern. Das Fischerdorf ist das Ende nach 14 km Küstenweg und bildet zugleich den nördlichsten Punkt des Landes. Von dort aus nehmen wir ein Sammeltaxi, das uns innerhalb 10 min. zurück nach Ribeira Grande brachte. 

Terrassendorf Fontainhas

Einkehr in einer Bar

Ausblick auf Ponta do Sol

Nach drei Wandertagen in Folge lassen wir es am letzten Tag an der Nordküste von Santo Antão etwas entspannter angehen. Organisatorisches wie etwa Wäsche waschen stand am Vormittag an. Am Nachmittag liefen wir dann entlang der Hauptstraße zum Fischerdorf Sinagoga. Auf einer Landzunge aus Vulkangestein befinden sich natürliche Pools. Unterhalb einer ehemaligen und namensgebenden Synagoge befinden sich die Piscinas naturais da Sinagoga. Petra und ich gönnten uns ein paar gemütliche Momente in denen von Meerwasser gespeisten kleinen Becken. Danach nahmen wir am Wegesrand ein Aluguer zurück nach Ribeira Grande.

Fischerdorf Sinagoga

Piscinas naturais da Sinagoga

Natürliche Wasserbecken, teilweise mit Einstiegshilfe

Nach einer dritten und letzten Nacht in Ribeira Grande nahmen wir am nächsten Morgen ein Aluguer zurück in die Hafenstadt Porto Novo um dort in ein weiteres Sammeltaxi nach Tarrafal an der Westküste von Santo Antão umsteigen zu können. 
Montag, 1. Dezember 2025

Sal - Ausgangspunkt auf Kap Verde

Zu Beginn der Hauptreisezeit im November ging es für mich und meine Freundin Petra nach Kap Verde, einem afrikanischen Inselstaat im Zentralatlantik. Etwas weniger als 7 Flugstunden dauerte die Anreise auf die Ferieninsel Sal. Diese gehört als eine der fünf Nordkapverdischen Inseln zu den Inseln über dem Wind (Ilhas de Barlavento). Vervollständigt wird die Inselgruppe durch die fünf südlichen Inseln unter dem Wind (Ilhas de Sotavento). Alle 10 Inseln (9 davon bewohnt) sind vulkanischen Ursprungs. Besonders deutlich wird dies auf der recht kargen Insel Sal, dem Ausgangspunkt unserer Reise. Vom Inselflughafen nahe der Inselhauptstadt Espargos nahmen wir uns nach der Ankunft ein Taxi nach Santa Maria an der Südküste der Insel. Dort bezogen wir ein gemütliches Hotel mit Pool, welchen wir nach der Anreise zur Erfrischung nutzten. 

Hotel in Santa Maria

Nur wenige hundert Meter vom Hotel entfernt befindet sich auch der Sandstrand von Santa Maria, ein Hauptgrund warum Sal bei Touristen immer beliebter wird. An diesem Strand verbrachten wir einen Großteil des nächsten Tages, entspannt unter dem Sonnenschirm. 

Sandstrand von Santa Maria

Liegestühle und Sonnenschirme am Strand

Zunächst gegen Mittag und ausführlich am Abend erkundeten wir dann das Zentrum von Santa Maria. Zwischen Abendessen und einem Absacker sahen wir noch zufällig eine Tanzdarbietung einer lokalen Tanzgruppe auf der Hauptflanierstraße des Ortes. 

I LOVE Santa Maria

Tanzgruppe animierte die Zuschauer

Tanzen auf der Hauptflanierstraße 

Am nächsten Tag unternahmen wir eine große Inseltour über die 216 km² große Insel. Dazu wurden wir zusammen mit anderen Reisenden in Santa Maria abgeholt und auf zwei Pickups verteilt. Unsere Fahrer brachten uns dann zunächst an die Westküste bei Murdeira. Dort zeigten sie uns die Aussicht auf den Monte Leão und erklärten uns den weiteren Verlauf der Tagestour. 

Beginn der Großen Inseltour

Unsere Fahrer erklären den Verlauf der Tagestour

Aussicht auf den Monte Leão

Entlang der Westküste fuhren wir nun nach Palmeira, einer Kleinstadt samt Handelshafen. Wir besichtigten einen kleinen Shop, wo Produkte der Insel für Touristen angeboten wurden. Anschließend liefen wir durch den Ort hinab zum Hafen. Dort waren Fischer gerade dabei ihren Fang zu verarbeiten. 

Likör im Shop Terra Terra

Übersicht über die Kapverdischen Inseln im Zentralatlantik

Blick auf den Hafen von Palmeira

Fischer präsentieren und präparieren ihren Fang

Das nächste Ziel an der Westküste war das sogenannte „Blaue Auge“ bei Buracona. Die von Felswänden umgebene Lagune bietet Möglichkeiten zum Baden und erlangte Popularität dank einer leuchtend blauen Höhle (bei entsprechendem Sonnenstand). Für Petra und mich nicht sonderlich beeindruckend. 

Weiterfahrt entlang der Westküste

Lagune von Buracona

Blick auf die Küste bei Buracona

"Blaues Auge"

Nun fuhren wir ins Inselinnere nach Terra Boa, wo dank Lichtspiegelungen eine Fata Morgana erblickt werden kann. Ebenso befindet sich in dieser Gegend ein Kinderheim, welches von Anne, der Organisatorin der Inseltour finanziert wird. 

Terra Bora mit Fata Morgana im Hintergrund

Kinderheim in Terra Bora

Unterrichtsraum im Kinderheim

Ausblick vom Kinderheim

Nach diesem Einblick in die Lebenswirklichkeit der ärmeren Landbevölkerung fuhren wir an die Ostküste zum Mittagessen. In einer sonst als Partylocation für Einheimische genutzten Behausung gab es gegrilltes Hähnchen oder Fisch von einem Koch der Organisation. Dazu gab es Gemüse und Reis. 

Ausblick entlang der Ostküste

Mittagspause in Partylocation

Nachdem Mittagessen fuhren wir entlang der Ostküste zur nahegelegenen Shark Bay. An dieser Bucht hatten wir die Gelegenheit junge Zitronenhaie zu beobachten. In dem flachen Wasser dieser Bucht tummeln sich Hunderte der kleinen Haie, die sich zum Glück nicht von den zahlreichen Besuchern stören lassen. 

Infotafel zu den Zitronenhaien an der Shark Bay

Als letzter Halt auf dieser Tour ging es zur Saline im Krater von Pedra de Lume. Hier wurde einst industriell Salz gewonnen und exportiert. Mittlerweile wird nur noch ein Bruchteil für den Inlandskonsum produziert.  Heute dient die Saline fast ausschließlich touristischen Zwecken, denn durch die hohe Salzkonzentration in den Salinebecken ist ein „Schwimmen“ wie im Toten Meer möglich. Da der Boden des Kraters unterhalb des Meeresspiegels liegt, kann stetig Salzwasser durch das zerklüftete Gestein in die Caldera einsickern und verdunsten. Abschließend fuhren wir bei einsetzender Dämmerung zurück nach Santa Maria. 

Eingang zu den Salinen von Pedra de Lume

Badestelle in der Saline

Blick hinab in den Krater

Eingang zur Saline

Am nächsten Tag ließen wir es dann wieder etwas entspannter angehen. Mit der Ausnahme das Petra am Vormittag eine Schnorcheltour unternahm und ich mir in der Zwischenzeit ein Fahrrad auslieh. Mit diesem fuhr ich zu den Salinen von Santa Maria, außerhalb des Ortes. Dort wird auch Salz direkt zum Verkauf angeboten. Danach fuhr ich weiter an die Küste und durch das Zentrum von Santa Maria zurück in unser Hotel zu einem relaxten Nachmittag.

Mit dem Fahrrad unterwegs

Salinen von Santa Maria

Pause am Strand außerhalb von Santa Maria

Nach einer weiteren Nacht in Santa Maria ging es am nächsten Morgen per Taxi zurück zum Flughafen von Sal. Ein Inlandsflug brachte uns zur nächsten Insel São Vicente. Auch die 227 km² große Insel gehört zur nördlichen Inselgruppe. Nach unserer Ankunft ging es erneut per Taxi weiter, nun in die Inselhauptstadt Mindelo. 

Ankunft am Flughafen von Mindelo, benannt nach Cesária Évora

Abbild der bedeutenden Sängerin Cesária Évora (1941 - 2011)

Die mit 76.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt des Landes war für uns lediglich eine Durchgangsstation. So erkundeten wir das Überschaubare Zentrum von Mindelo den restlichen Tag über zu Fuß. Unser Spaziergang führte uns durch die Gassen des Zentrums, vorbei am Hafen, dem Stadtstrand Praia da Laginha und hinauf zur Ruine der Festung Fortim do Rei. Dort hatten wir einen guten Rundumblick über die Stadt und die Hafenanlage. 

Straße in Mindelo

Stadtstrand Praia da Laginha

Ausblick vom Fortim do Rei auf Mindelo

Kunstzentrum in Mindelo

Danach ging es in unsere Pension für einen ruhigen Abend in Mindelo. Am nächsten Morgen ging es dann vom Hafen von Mindelo mit einer Fähre zur Nachbarinsel Santo Antão, der sogenannten Wanderinsel von Kap Verde, unserem nächsten Ziel dieser Reise. 

Fährfahrt von Mindelo nach Santo Antão