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Donnerstag, 16. März 2017

Von Dunedin durch die Catlins

Dunedin ist mit 120.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Südinsel Neuseelands. Der Name Dunedin leitet sich vom schottisch-gällischen Namen Dùn Èideann für die schottische Stadt Edinburgh ab. Wie sich vermuten lässt waren für die Namensgebung schottische Einwanderer verantwortlich. Auch der Baustil der Stadt hat etwas schottisches, so gilt Dunedin als die schottischste Stadt Neuseelands. Das schönste und bekannteste Gebäude ist dabei der Bahnhof von Dunedin.

Bahnhof von Dunedin
Backsteingebäude in Dunedin
In Dunedin besichtigte ich am Nachmittag die größte und älteste Brauerei der Südinsel. Die Speight's Brauerei braut seit 1876 im selben Fabrikgebäude in der Rattray Street. Unser enthusiastischer Guide führte uns 1,5 Stunden durch die Geschichte und das Gebäude der Brauerei. Im Anschluss an die Führung konnten alle sechs aktuellen Biere, daruter das popoulärste und seit 1876 gebraute Gold Medal Ale, ausgiebig probiert werden.

Speight's Brauerei von 1876
Brauerei Führung mit enthusiastischem Guide
Bierprobe in der Hauseigenen Bar
Am nächsten Tag machte ich einen Abstecher auf die Otago Halbinsel. Dort fuhr ich bis ans obere Ende bei Pilots Beach. Auf der Rückfahrt in Richtung Dunedin besichtigte ich Larnach Castle. Die Villa gilt als einziges Schloss Neuseelands und wurde Mitte des 19. Jahrhunderts vom Industriellen William Larnach gebaut. Das Schloss und die Zimmer sind gut restauriert und Originalgetreu ausgestattet.

Pilots Beach auf der Otago Halbinsel
Neuseelands einziges Schloss: Larnach Castle
Arbeitszimmer von William Larnach
Ausblick vom Schloßturm auf die Otago Bucht bei Regen
Im Anschluss an die Besichtigung von Larnach Castle fuhr ich in die Catlins. "The Catlins" sind ein zerklüftetes Küstengebiet im Südosten der Südinsel. Durch die Catlins fuhr ich hauptsächlich entlang der Southern Scenic Route. Mein erster Stopp in den Catlins war Nugget Point. Das Kap an der Küste besitzt einen Leuchtturm. Der Name leitet sich von den Steinfelsen ab, die aus dem Wasser schauen.

Nugget Point Leuchtturm 
Diese Felsen sind für den Namen Nugget Point verantwortlich
Bucht am Nugget Point
Nach einer Nacht in einem zu einer Lodge umgebauten ehemaligen Krankenhaus in Owaka setzte ich meine Fahrt durch die Catlins fort. Erster Halt des Tages war Curio Bay. Dort kann man bei Ebbe über einen versteinerten Wald laufen und Tiere beobachten.

Thomas's Catlins Lodge im ehemaligen Krankenhaus von Owaka
Curio Bay
Vogel in Curio Bay
Von dort aus ging es zum südlichsten Punkt der Südinsel. Der Slope Point ist dem Südpol geographisch näher als der Äquator. Noch südlicher ist nur noch Neuseelands "dritte Insel" Stewart Island.

Weg zum Slope Point
"Slope Point" Südlichster Punkt der Südinsel
Bäume nahe dem Slope Point 
Den Abschluss bildete der sehenswerte Waipapa Point, ein weiteres Felskap mit Leuchtturm. Dort hatte ich das Glück Seelöwen anzutreffen.

Waipapa Point
Waipapa Point Leuchtturm
Seelöwen am Waipapa Point
Danach endete meine Fahrt durch die Catlins mit der Ankunft in Invercargill. Die Stadt befindet sich ebenfalls am Südende der Südinsel.

"Stau" durch Schafherde in den Catlins
Kreisverkehr in Invercargill 
Lee Street in Invercargill
Montag, 13. März 2017

Christchurch und der Roadtrip beginnt

Die Stadt Christchurch auf der Südinsel Neuseelands wählte ich als meinen Ausgangspunkt für meine Neuseeland Rundreise. Nach meiner Ankunft am Flughafen Christchurch  (IATA: CHC), holte ich gleich nach der Einreise meinen vorab gebuchten Mietwagen ab. Damit fuhr ich zu meinem Hostel nur unweit des Stadtzentrums. Die Stadt besichtigte ich am folgenden Tag zu Fuß. Zunächst mit einer meiner liebgewonnen Free Walking Tours. Treffpunkt war am zentralen Cathedral Squere, wo sich neben dem Chalice, einer Skulptur aus Stahl und Aluminium in Form eines Kelches auch die Christchurch Cathedral befindet. Beides sind die Wahrzeichen der Stadt. Jedoch ist die Kathedrale seit einem starken Erdbeben im Februar 2011 stark zerstört.

Christchurch Cathedral
Wahrzeichen Chalice
Auf der Tour durch Christchurch sieht man noch ein paar weitere Gebäude die durch die Erdbeben der Vergangenheit zerstört worden. Doch die Stadt ist sehr bemüht einen Neuanfang zu machen, so wird quasi an jeder Ecke gebaut oder es finden sich provisorien, wie z.b. die Re:START Mall, ein Einkaufszentrum aus Schiffscontainern. Auch eine provisorische Kathedrale gibt es, bis entschieden wird was mit der Zerstörten passiert.

Re:START Mall
Provisorische Kathedrale
Weiße Stühle an die Gedenken der Erdbeben Opfer vom Februar 2011
Baum-Museum in Christchurch
Im Anschluss an die Tour besuchte ich am Nachmittag das Canterbury Museum mit diversen Ausstellungen wie über die Geschichte der Region, der Erforschung der Antarktis durch Neuseeland, sowie eine Sonderaustellung zum 75. Jubiläum von Air New Zealand. Im Anschluss entspannte ich bei herrlichem Sonnenschein im angrenzenden Botanischen Garten, der ein Teil des großen Hagley Park darstellt. Der Hagley Park hat eine Fläche von 1,61 Quadratkilometer und ist damit halb so groß wie der Central Park in New York City, was im Verhältnis der beiden Städte enorm groß und mitverantwortlich für Christchurch Beinamen "The Garden City" ist.

Botanischen Garten Christchurch 
Nach einer zweiten Nacht in Christchurch begann dann auch mein Roadtrip durch die Südinsel von Neuseeland. Ziel meiner 3 Std. Fahrt war der 95 Quadratkilometer große Gletschersee Lake Tekapo. Dort angekommen vertrat ich mir die Beine bei einem ausgedehnten Spaziergang entlang des malerischen Sees.

Lake Tekapo
Lake Tekapo
Church of the Good Shepherd am Flussufer
Blick vom Flussufer 
Nach einer Nacht am See steuerte ich meinen für 3 Wochen gemieteten Toyota Camry über rund 200 km zurück an die Ostküste der Südinsel bis ins Städtchen Oamaru. Unterwegs genoss ich die Freiheit des eigenen Wagens mit Stops am Lake Pukaki, von woaus man einen tollen Blick auf den Mt. Cook und die Südalpen hat, sowie Maori Wandmalereien.

Mein gemieteter Toyota
Blick auf den Lake Pukaki
Mt. Cook und die Südalpen
In Oamaru finden sich neben ein paar Victorianischen Gebäuden und einer Brauerei mit leckerem Craftbeer noch das Steampunk HQ. Dabei handelt es sich um ein Museum mit umgebauter Technik zu einer besonderen Art der Kunst. Im Hinterhof des Gebäudes beifindet sich noch eine Art Schrottplatz, ähm... Ausstellungsfläche im Freien.

Hafenstraße in Oamaru
Gebäude des Steampunk HQ
Skulptur im Steampunk HQ
Bus in der Aussenanlage
Doch das eigentliche Highlight sind die Pinguine im Oamaru. Für diese wurde sogar ein eigenes Stadion um ihre Nistplätze gebaut. Nach Einbruch der Dämmerung kann man die Pinguine aus dem Wasser in ihre Nistplätze laufen sehen. Der Eintritt ins Stadion kostet ca. 25 €, doch man kann das ganze auch von etwas ausserhalb von der Keilmauer aus umsonst beobachten.

Straße zum Hafen von Oamaru
Panorama der Bucht von Oamaru
Pinguin Stadion in Oamaru
Am nächsten Morgen fuhr ich entlang der Ostküste nach Dunedin. Auf der kurzen 115 km Fahrt besichtigte ich unterwegs die Moeraki Boulders. Dabei handelt es sich um große kugelförmige Steine, sog. Konkretionen am Koekohe Beach an der Küste von Otago.

Großer Boulder
Zerbrochener Boulder
Moeraki Boulders am Koekohe Beach
Mit der erfolgreichen Ankunft in Dunedin endet mein erster Südinsel Roadtrip Abschnitt.
Mittwoch, 8. März 2017

Abstecher nach Australien

Australien was sich vom lateinischen "terra australis", was südliches Land bedeutet, ableitet, konnte nun auf dieser Langzeitreise berreist werden. Da auf dieser Reise mein Hauptinteresse dem Nachbarland Neuseeland gilt, plante ich für Australien lediglich einen 9-Tages-Abstecher für das flächenmäßig 6. größte Land der Erde ein. Dazu flog ich zunächst nach Melbourne im Bundesstaat Victoria. Gleich nach meiner Ankunft in der zweitgrößten Stadt des Landes nahm ich am frühen Nachmittag an einer Free Walking Tour teil. Ausgangspunkt war die schöne Stadtbücherei. In den knapp 3 Stunden bekam ich einen guten Überblick über die Stadt.

Royal Exhibition Hall in Melbourne
Flinders Station
Blick auf den CBD (Central Business District)
Am zweiten Tag lief ich vom Stadtzentrum zum rund 7 km entfernten St. Kilda Beach und zurück. Dabei stoppte ich unterwegs im Botanischen Garten um den Shrine of Remembrance zu besichtigen. Der Schrein der Erinnerung ist eines der größten und wichtigsten Kriegsdenkmäler Australiens. Es befasst sich mit allen Kampf- und Unterstützungseinsätze des Landes, vornehmlich mit dem 1. Weltkrieg und der verlorenen Schlacht von Gallipoli. Vom oberen Stockwerk hat man einen tollen Blick auf Melbourne.

Shrine of Remembrance
Ausblick auf die Stadt 
Ebenso passierte ich auf meinem Weg nach St. Kilda Beach den Albert Park, wo u.a. das jährliche Formel 1 Rennen stattfindet.

Straße im Albert Park
Steg am St. Kilda Beach
Am nächsten Tag hieß es mal wieder früh aufstehen, da ich mich zu einer Tagestour entlang der Great Ocean Road angemeldet hatte. Die Great Ocean Road ist eine
 243 km lange Küstenstraße außerhalb Melbournes und zählt fast schon zum Pflichtprogramm eines Australien Reisenden. Auf meiner Tagestour wurde aus Zeitgründen nur etwa die Hälfte der Küstenstraße befahren. Zu den Highlights den zwölf Apostel gelangte meine Tour zuerst, da ich mich für eine Tour entgegen der üblichen Tourrichtung entschied. Die zwölf Apostel sind bis zu 60 m aus dem Meer ragende Kalksteinfelsen, von denen nur noch 8 übrig sind. Ob es jemals 12 Stück waren ist jedoch sehr umstritten.

Bucht an der Great Ocean Road
Zwölf Apostel
Weitere Kalksteinfelsen
Küstenabschnitt
Außerdem besichtigten wir noch zwei Wälder, wovon bei einem Koala beobachtet werden konnten. Bei den bis zu 14 kg schweren Koala handelt es sich um Beuteltiere und nicht um Bären. Auch ein Rudel Kängurus bekamen wir vor der Rückfahrt vor die Linse.

Nahaufnahme eins schlafenden Koala
Weiterer Koala
Gedenkstätte an den Bau der Great Ocean Road
Am selben Abend besuchte ich mit ein paar Leutem von der Tour den Mittwoch Nachtmarkt, der nur im Sommer an diesem Wochentag stattfindet. Hier gibt es neben Kunsthandwerk jede Menge Essens- und Getränkestände mit Angeboten aus der ganzen Welt.

Gruppenbild auf dem Nachtmarkt
Bevor am vierten Tag in Melbourne mein abendlicher Nachtzug nach Sydney abfuhr, besichtigte ich noch das Melbourne Museum, dem größten Museum des Landes mit Themen zur Landes- und Stadtgeschichte und Naturwissenschaften.

Lebensgroßes Coat of Arms von Australien mit den beiden Wappentieren Känguru und Emu
Den Abschluss bildete ein kühles Bier in der Ponyfish Island Bar. Einer kleinen gemütlichen Bar auf einer Insel unterhalb der Southbank Brücke am Yarra River.

Southbank Brücke mit Ponyfish Island links
Exklusives Bier der Ponyfish Island Bar 
Danach nahm ich den Nachtzug nach Sydney. Die Fahrt dorthin dauerte etwas mehr als 11 Stunden und ließ sich im 1. Klasse Liegesessel einigermaßen gut aushalten.
In Sydney, der größten Stadt des Landes ließ mich das Wetter buchstäblich im Regen stehen. Obwohl in Sydney an 300 Tagen im Jahr die Sonne scheint, habe ich davon nur einen halben Tag erwischt. So fielen geplante Ausflüge nach Bondi Beach und in die Blue Mountains flach. Am ersten Abend nutzte ich eine kleine Regenpause um ins 45.500 Zuschauer fassende Allianz Stadium zu gelangen. Dort besuchte ich das Big Blue Derby zwischen dem Sydney FC und Melbourne Victory. Das Topspiel der A-League endete vor 13.310 Zuschauer mit 1:0 für den Sydney FC.

St. James Kirche Sydney
Allianz Stadium beim Big Blue Derby 
Die restlichen Tage versuchte ich soweit es ging dem Wetter zu trotzen und besichtigte vornehmlich das Hafenviertel um das omnipräsente Sydney Opera House. Das Operngebäude ist das Wahrzeichen der Stadt und von fast jedem Punkt des Hafens aus zusehen. Daneben fällt jedem Besucher die 1149 m lange Harbour Bridge ins Auge. Die Brücke kann auch zu Fuß überquert werden. Was einem einen tollen Blick auf den Victoria Harbour bietet.

Sydney Opera House
Blick vom Botanischen Garten
Blick von der Sydney Harbour Bridge
Ebenfalls sehenswert sind der Botanische Garten von Sydney und das alte Hafenviertel "The Rocks" den ich auch mit einer Free Walking Tour besser kennenlernen durfte.

Harbour Bridge und "The Rocks" bei gutem Wetter
Das waren meine Highlights in den beiden größten Städten des Landes. In und um Sydney gibt es sicherlich mehr für den Besucher. Melbourne besticht durch seinen Flair und wurde nicht ohne Grund bereits sechsmal zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt.