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Freitag, 29. November 2024

Highlights im Südwesten von Madagaskar

Mein dritter und letzter Reiseabschnitt in Madagaskar beginnt mit einer 210 km langen Fahrstrecke über das Savannen-Plateau vom Andringitra-Gebirge nach Ranohira am Rande vom Isalo-Nationalpark.  Während der Fahrt, weiterhin über die Nationalstraße RN7 in Richtung Süden, endet das Hochland und geht ins Niemandsland der südlichen Ebenen über. Am späten Nachmittag treffen wir in unserem Hotel in Ranohira ein, machen einen Spaziergang durch den Ort und verbringen dort einen ersten ruhigen Abend. 

Fußweg nach Ranohira

Stop in Ranohira

Ausgeruht brechen wir am nächsten Morgen auf zu unserer Wanderung im Isalo-Nationalpark. Nach einer kurzen Fahrt zum Eingang des Parks wandern wir durch die von Wind und Wetter über Jahrhunderte geformte Felslandschaft. In den bizarren Formationen lassen sich Figuren und Gesichter erkennen. Unser Ziel ist der ein natürlicher Pool rund 3 km vom Parkeingang entfernt. Auf dem Weg dorthin zeigt uns unser lokaler Guide die Flora und Fauna. Darunter die Rarität zweier paarender Stabinsekten. Auch ein Aussichtspunkt entlang des Weges wird passiert.

Felslandschaft im Isalo-Nationalpark

Paarende Stabinsekten

Ausblick im Isalo-Nationalpark

In der grünen Oase befindet sich der Naturpool

Nach ca. 2 Stunden inkl. Stopps erreichten wir schließlich den schönen Naturpool, der anschließend ausgiebig getestet wurde. Wir verweilten dort rund eine Stunde, bevor wir auf selbem Wege zurück zum Parkeingang wanderten. Den zweiten Nachmittag in Ranohira verbachte ich am Pool, bevor am nächsten Tag die finale Fahretappe nach Süden anstand. 

Blick hinab auf den Naturpool

Naturpool im Isalo-Nationalpark

Rund 250 km waren es schließlich von Ranohira zur Hafenstadt Tuléar an der Südwestküste Madagaskars. Nur wenige Minuten nach der Abfahrt legten wir einen ersten kurzen Halt ein. Denn hier befindet sich direkt am Straßenrand die als Lady Queen of Isalo bekannte Felsformation. Sie ist so bedeutsam, dass sie auf dem 1000 Ariary Geldschein abgedruckt wurde. Umgerechnet rund 20 Cent wert, aber dennoch der Vierthöchste der acht Ariary Geldscheine (100, 200, 500, 1.000, 2.000, 5.000, 10.000 und 20.000). 

1000 Ariary mit Lady Queen of Isalo

Halt entlang der Nationalstraße RN7

Waschtag in Madagaskar

Etwa zwei Stunden weiter südlich befindet sich der Zombitse-Nationalpark, unser Mittagsstopp des Tages. Im Nationalpark bestaunten wir während eines 2-stündigen Rundweges mit einem weiteren lokalen Guide neben Vögeln, Chamäleons und Lemuren auch die mächtigen Baobab-Bäume. Im trockenen Südwesten der Insel finden diese kuriosen Baumriesen ideale Lebensbedingungen. Die Affenbrotbäume verdanken ihren Namen, übersetzt so viel wie Oben-Unten-Baum, der Tatsache das ihre Wurzeln in etwa die Ausmaße annehmen wie die Stamm- und Astlänge über der Erde. 

Chamäleon im Zombitse-Nationalpark

Sifaka Lemuren

Baobab-Bäume

Anschließend setzten wir die Fahrt fort. Diese zieht sich durch die schlechten Straßenbedingungen, so dass wir die Hafenstadt Tuléar erst am Abend erreichen. Etwas erschöpft wartet nur noch ein Abendessen auf uns. 

Ankunft in Tuléar

Am nächsten Morgen laufen wir vom Stadtzentrum zum Fähranleger des Anakao Express. Von dort aus nehmen wir ein Motorboot zum kleinen Fischerdorf Anakao, ca. 35 km Luftlinie südlich von Tuléar. Während der 1-stündigen Überfahrt überqueren wir den Tropic of Capricorn (Wendekreis des Steinbocks), den südlichen Wendekreis. 

Lokaler Markt in Tuléar

Fußweg zum Anakao Express

Überfahrt nach Anakao

Ankunft mit dem Motorboot in Anakao

In Anakao checkten wir für drei Nächte in gemütlichen Bungalows direkt am privaten Sandstrand von Safari Vezo ein. Bei über 30 Grand im Schatten bleibt an diesem Tag nur noch flüssige Abkühlung. 

 Privater Sandstrand von Safari Vezo

Schaukel am Strand

Katharina am Strand

Three Horse Beer aus Madagaskar

Während der beiden Folgetage gibt es nicht allzu viel an Aktivitäten. Die Meeresbrise genießen und einmal einen längeren Strandspaziergang an das Ende des Anakao Abschnittes mal ausgenommen.

Fischerboot macht sich startklar

Ende des Anakao Abschnittes

Unterwegs in Anakao

Erfrischungen in Anakao

Nach drei entspannten Tagen in Anakao nehmen wir schließlich das Motorboot zurück nach Tuléar. Dort erwartet uns unser Fahrer Heri und bringt uns binnen einer Stunde zum 30 km nördlichen Reniala Reservat, unserem letzten Ausflug.

Rückfahrt nach Tuléar

Entladung mit Hilfe der Zebu-Karren

Zusammen mit einem weiteren lokalen Guide erkunden wir auf einem 1,5-stündigen Spaziergang die einzigartige Baobab-Waldlandschaft Madagaskars, nach der das Reniala Reservat benannt ist. Wir beobachten Echsen und bekommen Infos zur besonderen Flora und Fauna dieses Schutzgebiets. Anschließend geht es zurück nach Tuléar für einen letzten gemeinsamen Abend mit unserem Guide Harentsoa und Fahrer Heri.

Baobab im Reniala Reservat

Baum- und Pflanzenvielfalt im Reniala Reservat

1.200 Jahre alter Baobab 

Baobab Allee im Reniala Reservat

Unsere beiden Begleiter der vergangenen drei Wochen bringen uns am nächsten Morgen zum kleinen Flughafen außerhalb von Tuléar. Von dort aus nehmen wir einen 75-minütigen Inlandsflug zurück in die Hauptstadt Antananarivo (Kurz: Tana). Zurück in der trubeligen Millionenstadt vertreiben wir uns den letzten Tag mit finalen Besorgungen von Mitbringsel, darunter frischen Pfeffer, Muskatnuss und Vanilleschoten, die Madagaskar den Beinamen Gewürzinsel bescheren. 

Inlandsflug von Tuléar nach Antananarivo

Nach einem letzten Abendessen mit der Gruppe steht nach einer abschließenden Nacht die Rückreise nach Deutschland an. 

Samstag, 23. November 2024

Natur- und Tierbeobachtungen in den Nationalparks von Madagaskar

Der erste Nationalpark auf meiner Madagaskar-Rundreise von Antananarivo (abgekürzt Tana) entlang der Nationalstraße RN7 in Richtung Süden war der Ranomafana National Park. Der Nationalpark ist bekannt sowohl für seine Wasserfälle und Thermalbäder als auch für die Vielfalt von Lemuren und Vogelarten. Einen Wasserfall bekamen wir gleich bei der Anfahrt über die RN25 zu sehen. 

Wasserfall am Ranomafana National Park

Nach diesem Stopp fuhren wir in die Stadt Ranomafana für unser Hotel, dass wir am Nachmittag erreichten. Danach hatten wir etwas Zeit um den kleinen Ort zu erkunden, bevor es am Abend zu einer Nachtpirsch an den Parkrand ging. Während dem Spaziergang beobachten wir in der einsetzenden Dämmerung Mausmakis, Chamäleons und Frösche. Anschließend fuhren wir zum Abendessen zurück ins Hotel.

Ranomafana Fluss

Rundgang durch Ranomafana

Mausmaki

Chamäleon während der Nachtpirsch

Am nächsten Morgen fuhren wir zum Parkeingang für eine 4-stündige Wanderung durch den dichtbewachsenen Regenwald. Mit Guide und Tierspotter ging es zunächst über befestigte Wege, immer auf der Suche nach Lemuren. Dieses Gebiet beheimatet gleich zwölf verschiedene Arten der Halbaffen, unter anderem auch den Goldenen Bambuslemur, der nur hier vorkommt.

Schwarz-weißer Vari mit Nachwuchs

Specht

Wollmaki

Goldener Bambuslemur

Wir hatten einen guten Tag erwischt und gleich sechs Unterschiedliche Arten von Lemuren gefunden. Dafür ging es teilweise durchs Unterholz. Doch der Anblick der putzigen Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum war die Mühe wert. Auf dem Weg zu unserem Pausenstopp mit Aussichtpunkt fanden wir noch interessante Insekten wie ein Blattinsekt das sich als wandelndes Blatt tarnen kann. 

Blattinsekt

Pausenplatz mit Aussicht

Auf dem Weg zurück zum Parkeingang wurde es dann immer weniger an Tiersichtungen. Bis kurz vor Ende noch ein Lemur direkt vor unserer Gruppe den Wanderweg kreuzte. Danach fuhren wir zurück nach Ranomafana. Am Nachmittag lief ich zum örtlichen Thermalbad. Vorbei am Fußballplatz und über eine Holzbrücke über den Ranomafana-Fluss erreichte ich das über 40 Grad warme Thermalbad für eine Runde entspanntes Baden. Dazu benötigte allerdings noch eine Vorgeschriebene Badekappe. Die ich mir natürlich am Eingang zum Bad für wenige Cent kaufen konnte.

Brauner Maki

Holzbrücke über den Ranomafana Fluss

Thermalbad Ranomafana

Mit Einsetzen der Dunkelheit, hier nur unweit des Äquators bereits gegen 18 Uhr, verließ ich das Bad für ein weiteres Abendessen mit der Gruppe. Auch am nächsten Tag stand zu beginn eine Wanderung zur Tierbeobachtung an. Dazu begaben wir uns im Nordteil des Parks auf einen Abschnitt des Vohipara Trail. Schwerpunkt in diesem Bereich waren verschiedene Vogelarten, Insekten und kleinere Echsen und Frösche nahe einem Bachlauf.

Giraffenhalskäfer 

Blaue Madagaskar-Fruchttaube

Schwarz-weißer Vari

Taggecko

Den Nachmittag verbrachte ich dieses mal am Hotelpool vor unserem letzten Abend in Ranomafana. Am nächsten Tag stand wieder ein Fahrtag an. Tagesziel war Ambalavao rund 120 km weiter südlich. 

Hotelpool in Ranomafana

Auf der Fahrt nach Ambalavao stoppten wir nach etwa der Hälfte der Strecke unterwegs in Fianarantsoa, dem religiösen Zentrum Madagaskars. In der „Stadt der 1.001 Kirchen“ bekamen wir eine Stadtführung mit dem lokalen Guide Jim. Er führte uns in die Oberstadt, vorbei an den zahlreichen christlichen Gebäuden der Stadt. Für mich die schönste Stadt der gesamten Tour. 

Katharina mit 100 Ariary vor der Jesus Kathedrale

Fußweg hinauf zur Oberstadt

Gewaschene Kuscheltiere trocken in der Sonne

Ausblick auf Fianarantsoa

Anschließend setzten wir unsere Fahrt nach Ambalavao fort. Bevor der Tag zu Ende ging, stoppten wir nahe dem Städtchen im Anja-Reservat. Hier sollten wir Katta-Lemuren mit ihren langen Ringelschwänzen antreffen, doch leider waren diese an diesem Nachmittag nicht mehr anzutreffen. Also fuhren wir am nächsten Morgen direkt nochmals her und wurden zu gleich von einer größeren Gruppe Katta-Lemuren begrüßt. Darunter auch einige verspielte Jungtiere, teils nur wenige Wochen alt.

Gruppe Katta-Lemuren

Katta beim Frühstücken

Babytransport

Chamäleon im Anja Reservat

Tierisch war auch unser zweiter Halt des Tages. Dazu besichtigten wir einen Zebu-Markt nur unweit von Ambalavao. Zebus sind die dominierende Rinderrasse in Madagaskar. Die sogenannten Buckelrinder gehören einer alten Hausrindrasse an. Auf Madagaskar werden die Tiere im Täglichen Leben in der Landwirtschaft und im Verkehr eingesetzt. Als Handelsplatz dienen dazu du Zebu-Märkte.

Zebu-Märkt unweit von Ambalavao

Im Anschluss setzten wir die Fahrt zum nächsten Nationalpark fort. Wir machten uns auf den Weg ins Andringitra-Gebirge, genauer ins Camp Catta. Einem einfachen Camp im Tsaranoro-Tal. Die letzten 20 Kilometer führen dabei über eine schlechte Schotterpiste. Dort angekommen beziehen wir feststehende Zelte und lassen uns anschließend ein Abendessen in entspannter Atmosphäre inmitten der einzigartigen Natur des Camps schmecken lassen. 

Feste Zelte im Camp Catta

Naturpool von Camp Catta

Der zweite Tag im Tsaranoro-Tal wurde dann wieder aktiver gestaltet. Wir gingen auf eine Wanderung, zunächst durch einen bewaldeten Abschnitt mit einem schönen Aussichtpunkt auf das Tal und die umliegenden Berge. Danach folgten wir dem Weg zu einem Naturpool wo sich unsere Gruppe nach einer kurzen Pause aufteilen sollte. Zusammen mit Katharina aus München und einem Guide aus dem Camp wollte ich den nahen Berg Le Caméléon erklimmen. Die anderen gingen über einen anderen Weg zurück ins Camp. 

Ausblick über das Tsaranoro-Tal

Wanderung mit Blick auf den Le Caméléon

Bild mit einer Gruppe Jugendlicher

Der Aufstieg auf den 1.480 m hohen Gipfel erfolgte über den sogenannten Rücken des Chamäleons. Der Name Le Caméléon erhielt der Berg durch sein Aussehen. Aus der richtigen Perspektive kann man hier tatsächlich die Form eines der Schuppenechsen erkennen. In gut 1,5 Std. machten wir die rund 500 Höhenmeter klar.

Anstieg auf dem Rücken des Chamäleons

Ausblick vom Gipfel hinab ins Tal

Blick auf die benachbarten Gipfel

Mit Katharina auf dem Gipfel des 1.480 m hohen Le Caméléon 

Nach einer Pause mit Picknick auf dem Gipfel ging es über einen anderen, etwas steileren Pfad hinab in Tsaranoro-Tal. Dort besichtigten wir noch einen Wasserfall, bevor wir nach etwas mehr als 10 km und insgesamt 1200 hm Nachmittag das Camp Catta erreichten. 

Le Caméléon 

Wanderung zum Wasserfall

Wanderung durch das Tsaranoro-Tal

Wasserfall im Tsaranoro-Tal

Es folgte ein weiterer entspannter Abend im Camp, bevor wir dieses am nächsten Morgen wieder hinter uns ließen und zum nächsten Nationalpark aufbrachen.