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Freitag, 17. Mai 2013

Neues Land, neue Herausforderung

Per Bustransfer passierte ich die Grenze nach Nicaragua, meinem nächsten Reiseziel in Mittelamerika. An der Grenze angekommen, hieß es aussteigen und 300 Meter zur Grenzbehörde laufen. 13 US-Dollar ärmer gab es einen weiteren Stempel in meinen Pass und ich konnte die restlichen 200 Meter bis zum nächsten Bustransfer laufen. Der Bus brachte mich und meine Begleiter bis ins 45 Minuten entfernte San Jorge, einer Kleinstadt am Lago Nicaragua. Während der Fahrt dorthin bemerkte ich schon wie sich die Landschaft gegenüber Costa Rica verändert hat. Nicaragua ist viel trockener und dürrer, was mit ein Grund ist, warum Nicaragua als das ärmste Land Mittelamerikas gilt. Denn Landwirtschaft ist noch vor dem Tourismus die Haupteinnahmequelle des 6 Millionen Einwohner Landes.

Nicaragua - Neues Land, neue Herausforderung
Von San Jorge aus setzten wir per Bootsfähre auf die Insel Ometepe über. Ometepe ist eine 270 km² große Insel im Lago Nicaragua, dem mit 8157 km² zweitgrößten See Lateinamerikas. Die Insel Ometepe besteht hauptsächlich aus zwei Vulkanen. Dem erloschenen 1394 Meter hohen Maderas und dem noch aktiven Vulkan Concepcion mit einer Höhe von 1610 Metern. Beide Vulkane wahren vom Boot aus gut zusehen. Auf Ometepe standen zwei Übernachtungen bei einem Homestay-Programm an. Familien vor Ort beherbergen Reisende wie in einem Hotel, allerdings auf einfachem Niveau dafür mit einem Einblick in die Lebensweise. Eine weitere neue Erfahrung.

Die Insel Ometepe mit ihren zwei Vulkanen Concepcion (links) und Maderas (rechts)
Küche bei meiner Homstay-Familie
Eine neue Herausforderung stand nach der ersten Übernachtung auf Ometepe an. Ich entschied mich dazu den Vulkan Concepcion zu besteigen. Dafür ging es bereits früh aus den Federn. Um 6:30 Uhr wurde ich zusammen mit zwei weiteren taffen Jungs und unserem Guide Omar auf etwa 100 Höhenmeter abgesetzt. Also lagen nur noch weitere 1510 Meter bis zum Gipfel vor uns. Die ersten 1000 Höhenmeter führten durch eine dicht bewachsene und steile Landschaft. Wobei ich mir bis etwa 700 Meter richtig schwer getan habe, was u.a. an der sehr hohen Luftfeuchtigkeit in diesem Gelände lag. Nach etwa 2,5 Std. erreichten wir die 1000 Meter-Marke und machten Rast für einen kleinen Lunchstop.

Bei rund 900 Metern wurde die Sicht langsam schlechter
Lunchstop bei 1000 Höhenmetern
Danach wurde das Gelände steiniger und steiler. Rund 45 Grad Steigung hatte das Gelände ab 1200 Meter. Ab hier war ein Vorankommen nur noch mit Handschuhen und teilweise klettern möglich. Trotz starker Gischt, die mich bei Vulkanbesuchen immer einzuholen scheint, konnte man die unterschiedlichen Gesteinsschichten gut erkennen. Nach insgesamt 5 Stunden hatte ich es zusammen mit Shaun aus Australien und Andrew aus Kanada geschafft, wir waren am Kratergipfel des Concepcion auf 1610 m Höhe angekommen. Es war ein Wahnsinnsgefühl, den kraftraubenden Anstieg gemeistert zu haben.

Teilweise 45 Grad Steigung und mehr
Farbenspiel der Gesteinsschichten
Ich bei etwa 1300 Metern
1610 m - auf dem Kratergipfel angekommen
Auch die eingeschränkte Sicht ließ uns die Stimmung nicht vermiesen. Schon eher der starke Wind der uns um die Ohren bließ, weshalb wir nach 10 Minuten Pause wieder den Abstieg in Angriff nahmen. Der Abstieg war nicht weniger anstrengend, dafür mit besserer Sicht. Die Wolkendichte ließ nach, die Sonne kam durch und wir hatten dann noch einen tollen Blick auf die Tiefebene. Nach 4 Stunden Abstieg und insgesamt 9 Stunden Wanderung war die Herausforderung Concepcion gemeistert.

Danach begann der Abstieg
Bei klarem Wetter, hatte ich eine tolle Sicht auf die Tiefebene
4 Stunden ging es bergab
Die tolle Aussicht belohnt für die Anstrengungen
Nach einer erschöpften Rückkehr zu unseren Homestay-Familien ging auch die zweite Nacht zügig vorbei. Und dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen und zurück auf die Bootsfähre, die mich sicher ans Festland brachte. Von San Jorge aus ging es dann weiter nach Granada, einer Kolonialstadt in Nicaragua.
Sonntag, 12. Mai 2013

¡Hasta luego! Costa Rica!

Nach meinem Abstecher nach Panama, blieb ich noch drei Tage bei meiner costaricanischen Familie. An unserem letzten gemeinsamen Abend kamen noch ein paar meiner neuen Freunde vorbei um mich zu verabschieden. Wir mixten Cocktails und hatten erneut eine schöne Zeit. Am Tag danach musste ich nach 6 Wochen mal wieder meinen großen Rucksack packen, es war Zeit meine Komfort-Zone zu verlassen und auf den Backpacker Pfand zurück zukehren. Der Abschied von allen Familienmitgliedern fiel sehr herzlich aus, dabei bekam ich noch einen costaricanischen Bauernhut und ein landestypisches Halstuch als Geschenk mit auf den Weg. Auch ich habe den Ort ein wenig wehmütig verlassen, aber die Uhr tickt und ich möchte ja noch etwas sehen.
Ich habe viele neue Freunde kennen gelernt
Ein Salute zum Abschied
Für meine Reise gen Norden Mittelamerikas buchte ich eine Tour, mit der es zunächst nach Nicaragua geht. Nach einem ersten Treffen in San Jose fuhren wir nach La Fortuna, etwa 150 km nördlich der Hauptstadt gelegen. Nach meiner Ankunft bei rund 30 Grad im Schatten brauchte ich eine Abkühlung. Da bot sich der Besuch eines nahe gelegenen Wasserfalls an. 500 Treppenstufen führten mich und meine drei Begleiter den Weg hinunter zu einem 30 Meter in die Tiefe stürzenden Wasserfall, an dessen Ende sich ein natürlicher Pool befindet. Das Wasser war zu Beginn etwas frisch, aber nach kurzer Zeit sehr angenehm. Schwimmen war trotz der starken Strömung gut möglich auch wenn die Kraft des Wasserfalls überraschend stark war.

Im Hintergrund wartet der Wasserfall
Aus 30 Metern fällt das Wasser in einen Naturpool
Das Highlight der Gegend um La Fortuna ist der Vulkan Arenal. Er ist der letzte aktive Vulkan von Costa Rica, auch wenn sein letzter Ausbruch schon drei Jahre zurückliegt. So machte ich mich auf in den Arenal Nationalpark um am Fuße des Vulkans eine Wanderung zu unternehmen. Eine Besteigung ist Aufgrund der latenten Aktivität leider nicht möglich. Aber auch von der Entfernung sieht der Vulkan beeindruckend aus. Und nicht nur das bekam ich zu sehen. Mit etwas Glück konnte ich ein Faultier in den Baumgipfeln beobachten. Ein durchaus seltener Anblick von einem Tier das 14 Stunden am Tag schläft.

Erstmals bekam ich ein Faultier zu sehen
Der Vulkan Arenal in einiger Entfernung
Wirklich nahe kommt man an den Vulkan nicht ran
Der letzte Reiseabschnitt vor der Grenze zu Nicaragua, stellte eine Boots- und Minibusfahrt nach Monteverde dar. Die Region befindet sich in einer hügeligen Landschaft und ist von zahlreichen Regenwäldern umgeben.
Bootstransfer über den Lago Arenal
Der Lago Arenal
Einen der Wälder besuchte ich mit Gerald aus Deutschland, der mich schon an den Tagen zuvor begleitet hatte und Robin aus England. Gemeinsam unternahmen wir einen Trip über Hängebrücken durch einen der nahe gelegenen Regenwälder von Monteverde. Und das der Name Regenwald nicht von ungefär kommt, haben wir am eigenen Leib erfahren, da das Wetter während unseres Aufenthaltes immer wieder sehr regnerisch war.

In Camouflage gehüllte Regenponchos
Über Hängebrücken durch den Regenwald
Ein Kolibri kam mir am Schluss vor die Linse
Das war letztendlich auch meine letzte Unternehmung in Costa Rica. Einem Land in dem ich viele nette Menschen und eine neue Sprache kennen gelernt habe. Einem Land das ich nicht allzu sehr bereist habe. Einem Land in das ich gerne wieder zurück kommen möchte, meiner neuen Freunde und neuer Entdeckungen zu liebe. Darum verlasse ich Costa Rica mit einem Hasta luego, zu deutsch bis bald auf den Lippen. ¡Hasta luego! Costa Rica!
Dienstag, 7. Mai 2013

Wochenendausflug nach Panama City

Auf der Suche nach einem Rückflugticket fand ich ein Flugangebot nach Panama City. Und so entschied ich mich kurzfristig zusammen mit Bere ein Wochenendausflug nach Panama City, der Hauptstadt des südlichen Nachbarlandes von Costa Rica, nämlich Panama zu unternehmen. Dabei spielte es uns in die Karten das Obama Freitags nach Costa Rica kommen sollte und dafür die öffentlichen Einrichtungen wie Universitäten geschlossen wurden und wir somit ein bisschen mehr Zeit in Panama City verbringen konnten. Die panamaische Fluggesellschaft Copa Airlines brachte uns dann auch binnen einer Stunde von San Jose nach Panama City. In Panama City wird eine elektronische Zahlkarte für die öffentlichen Busse benötigt, die leider nicht am Flughafen verkauft werden. So waren wir wie alle anderen auch auf die Taxi-Mafia angewiesen um zu unserem Hostel in die Innenstadt zu kommen.

Das Moderne Zentrum von Panama City
Flaniermeile Cinta Costera
Nach dem Check-In im Hostel machten wir uns auf den Weg entlang der Flaniermeile Cinta Costera in die Altstadt von Panama City. Die Altstadt besteht hauptsächlich aus alten Kolonialgebäuden, wovon einige leider etwas heruntergekommen sind. Nur die alten Kirchen und öffentlichen Gebäude sind restauriert, u.a. mitfinanziert von der EU. Von der Altstadt hat man auch einen guten Blick auf die Skyline der Stadt, die sich mit so mancher Weltstadt messen kann.

Blick auf die Altstadt von Panama City
Einige Gebäude sind leider etwas heruntergekommen
Volkswagen - Das Auto
Skyline des modernen Panama
Den Grund für den Fortschritt, Bau- und Wirtschaftsboom der Stadt besichtigten wir am zweiten Tag unseres Aufenthaltes. Mit bunt lackierten Bussen ging es in den Stadtteil Miraflores zum berühmten Panamakanal. Der Panamakanal ist eine 1914 von den Amerikanern fertiggestellte und 82 km lange Wasserstraße. Schiffe bis max. 32,60 m breite passieren auf der Stecke 6 Schleusen in 8-10 Stunden und sparen sich so den Schiffsweg um Südamerika. Zwei Schleusen befinden sich in Miraflores und vom angrenzenden Besucherzentrum welches auch ein Museum über den Kanal enthält, kann man die rund 70 Minütige Schleusendurchfahrt beobachten. Das ganze Spektakel ist wirklich sehenswert, da es sich hier um eine echte Meisterleistung der Ingenieurkunst handelt.

Zwei große Handelsschiffe standen für die Schleusendurchfaht bereit
8 Meter Wasser wurden abgelassen und die Tore geöffnet
Triebwagen ziehen die Schiffe durch die Schleusen
Auch für die Besatzung ist das ganze ein nicht alltägliches Spektakel
Nach rund 70 Minuten war es geschafft
Am folgenden Nachmittag zog es Bere in die größte Shopping-Mall des Landes, wo sie ihren weiblichen Genen bei den reduzierten Preisen gegenüber Costa Rica nicht wiederstehen konnte und einige Klamotten kaufte. Nach einer Pause im Hostel ließen wir den Samstagabend im 62 Stockwerk des Hard Rock Cafe Hotels ausklingen. Dort befindet sich eine Skybar mit tollem Blick über die Stadt, die im Lichtermeer noch größer zu sein scheint. Loungemusik und gute Cocktails rundeten das Ambiente ab.

Bere und ich in der Skybar des Hard Rock Cafe Hotels Panama
Sonntags stand dann nicht allzu viel auf dem Programm. Wir liefen über eine belebte Einkaufsstraße wo Bere ihre Einkäufe komplettierte, bevor wir noch etwas im Hostel entspannten. Zurück zum internationalen Flughafen Panama-Tocumen (PTY) brachte uns diesmal der Bus den wir mit entsprechender Karte benutzen konnten.

Flugzeuge von Copa Airlines am Flughafen Panama-Tocumen
Und so flog uns Copa Airlines auch wieder problemlos zurück nach Costa Rica wo ich nun noch ein paar letzte Tage verbringe.
Freitag, 3. Mai 2013

Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei

Wer hier jetzt die Abbildung einer costaricanischen Wurst erwartet hat, den muss ich leider enttäuschen. Was vor allem daran liegt das es in Costa Rica zwar Würste gibt, die Wurst aber nicht annähernd so populär und weit verbreitet ist wie in Deutschland. Diese Erkenntnis trifft aber auch auf die meisten meiner bereisten Länder zu. Höchstens die Philippinen haben noch eine etwas ausgeprägtere Wurstkultur. Aber worum es mir eigentlich geht, ist, dass dieses deutsche Sprichwort bei mir derzeit einfach gut passt. Mein Spanisch-Kurs ist nun zu Ende gegangen. Dabei habe ich den Kurs erfolgreich abgeschlossen und ein Zertifikat erhalten. Und mit dem Ende des Kurses sind auch meine letzten Tage in Costa Rica angebrochen. Schließlich kann ich das Zimmer von Bere nicht dauerhaft bewohnen.

Meine aktueller Schlafplatz, das Zimmer von Bere
Daher musste ich mich auch entscheiden, wohin die Reise weitergehen soll. Da in weiten Teilen Südamerikas nun der Winter anbricht und ich von der Sonne verwöhnt bin, fällt der Weg nach Süden für mich weg. Darum werde ich nun nach Norden in Richtung Nicaragua weiterreisen um die übrigen Länder in Mittelamerika zu bereisen. Was mich dann letztendlich auch zum Ende meiner Reise kommen lässt. Zwar kann ich mich immer noch für neue Landschaften, Städte und Ruinen begeistern, aber ich habe langsam das Gefühl "es reicht" und deshalb habe ich einen Rückflug für Mitte Juni gebucht. Ich bin also noch gute 6 Wochen unterwegs ehe dann auch meine Reise nach 8 Monaten ihr Ende findet. 

Noch gute 6 Wochen, die Zeit läuft
Deutschland hat mich am Samstag, den 15. Juni 2013 wieder. Ich lande an diesem Tag am Flughafen Stuttgart. Bis dahin folgen hoffentlich noch ein paar tolle Erlebnisse, die ihr natürlich auch weiterhin in meinem Blog nachverfolgen könnt. Denn es ist noch nicht vorbei, aber es bleibt dabei, alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei.