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Montag, 22. Mai 2017

Santiago - Sprachschule und Sehenswertes

Nach 4 Monaten und somit zur Hälfte meiner zweiten Langzeitreise legte ich eine Pause ein. Ich verbrachte 3 Wochen am Stück in Santiago de Chile, der 8 Mio. Einwohner Hauptstadt von Chile. Während meines Aufenthaltes besuchte ich einen Sprachkurs in der ECELA Sprachschule im Mittelschicht Stadtteil Providencia. Auch meine über Airbnb gebuchte Unterkunft im Haus des Marrokaners Driss befand sich in diesem ruhigen und sicheren Stadtteil. Der Unterricht fand zwischen Montag und Freitag mit jeweils 4 Unterrichtseinheiten, aufgeteilt in Konversation und Grammatik statt. Die Gruppen unterschieden sich nach bisherigen Kenntnissen der spanischen Sprache und waren zwischen 2 und 6 Personen groß.

Gruppenbild am Abschlusstag
Aufenthaltsraum der ECELA Sprachschule in Santiago
Die Schüler an der Sprachschule waren international und mit einigen von Ihnen verbrachte ich regelmäßig meine Freizeit. Neben gemeinsamen Mittag- und Abendessen besuchten wir auch Clubs und Bars in der Umgebung.

Mittagessen im Garten der Sprachschule
Außerdem besuchte ich mit meinen neuen Freunden zwei Fußballspiele in Santiago. Zunächst ging es ins Estadio Nacional de Chile, dem mit 48.665 Zuschauer Fassungsvermögen, größtem Stadion in Chile. Dort trägt der Club Universidad de Chile seine Heimspiele aus. Das Ligaspiel gegen Cobresal gewannen die Hausherren vor 38.000 Zuschauern mit 4:0.

Choreo im Estadio Nacional
Erstmals Groundhopping in Südamerika 
Das zweite Spiel schaute ich mir im 14.118 Zuschauer fassenden Estadio San Carlos de Apoquindo an. Die Begegnung zwischen dem Gastgeber Club Deportivo Universidad Católica und dem brasilianischen Verein Atlético Paranaense fand als letztes Gruppenspiel der Copa Libertadores, der südamerikanischen Ausgabe der Champions League statt. Die Brasilianer gewannen vor gut 12.000 Besuchern mit 2:3 und errichten damit das Achtelfinale.

Anpfiff im Estadio San Carlos de Apoquindo
Kinderspielplatz im Stadion 
An meinen beiden Wochenenden unternahm ich einen von der Sprachschule angebotenen Ausflug. Zunächst fuhr ich mit dem Schweizer Adrian und Sprachschülern anderer Schulen zum Staudamm Embalse el Yeso auf 2.568 m Höhe in den chilenischen Anden. Nach rund 2,5 Stunden erreichten wir den Damm und wanderten bis zum Nachmittag entlang des Ufers.

Yeso Fluss unterhalb des Staudamm
Embalse el Yeso umgeben von bis zu 5.000 m hohen Bergen
Der Stausee versorgt Santiago mit Trinkwasser und Energie
Beeindruckende Kulisse 
Am zweiten Wochenende fuhr ich zusammen mit Lynn, Nathalie, Scott, Adrian und fünf weiteren Sprachschülern anderer Schulen ins 100 km entferne Valparaiso. Dort bekamen wir eine Stadtführung durch die Hafenstadt inkl. Fahrt mit einer der Standseilbahnen für die die UNESCO-Weltkulturerbe Stadt bekannt ist.

Über 100 Jahre alte Standseilbahn
Aussblick auf Valparaiso
Eines von zahlreichen Graffiti in Valparaiso
Blick auf den größten Hafen Chiles
Im Anschluss fuhren wir in den Nachbarort Viña del Mar mit Blick auf den Pazifik und schönem Sandstrand, aber leider eiskaltem und stürmischen Wasser.

Küstenstraße in Viña del Mar
Viña del Mar 
Trotz Sprachunterricht, Hausaufgaben, lernen und Treffen mit anderen Schülern, blieb noch ein wenig Zeit Santiago zu erkunden. Dazu unternahm ich eine Free Walking Tour vom Zentralplatz Plaza de Armas durch die Innenstadt, vorbei an einem Straßenzug der New York City nachempfunden wurde, bis hin zum Ausgehviertel Bellavista.

Innenstadt von Santiago
Straßenzug Nueva York
Am Fuße von Bellavista befindet sich die Standseilbahn zum Hügel Cerro San Cristóbal. 300 m über der Stadt hat man insbesondere nach einem Regentag einen tollen Smogfreien Blick auf die Stadt, weshalb ich hier auch zweimal vorbeikam. Hoch und runter kommt man auch zu Fuß oder mit der neuen Seilbahn über den Park Metropolitano.

Auf dem Cerro San Cristóbal
Kunstvolle Kreuze auf dem Cerro San Cristóbal
Standseilbahn zum Hügel
Ausblick mit nur geringem Smog
Ebenfalls hoch hinaus kommt man auf dem Sky Costanera, dem mit 300 m höchsten Gebäude Chiles mit einem 360° Blick auf die Stadt und die umgebenen Berge.

Ausblick auf Santiago vom Sky Costanera Center
Blick auf den Cerro San Cristóbal
Nach tollen 3 Wochen in Santiago begab ich mich nun zurück in den Reisealltag um mit aufgefrischten Spanisch Kenntnissen weitere Orte in Südamerika zu erkunden.
Montag, 8. Mai 2017

Osterinsel - Mythos im Südpazifik

In den Weiten des Pazifischen Ozeans, liegt ein Eiland das zu den entlegensten der Welt gehört. Mehr als 2000 Kilometer zur nächsten bewohnten Insel und mehr als 3600 Kilometer zum chilensischen Festland. Darüber hinaus bis zu 10 Meter hohe und teilweise über 1000 Jahre alte Statuen machen den Reiz und den Mythos Osterinsel aus. Schon seit vielen Jahren war die Insel deshalb ein absolutes Wunschziel von mir. Mehr als froh war ich, als der Flieger von LATAM Airlines nach knapp 5 Stunden Flug von Tahiti auf Rapa Nui, so der polynesiche Name der Insel ankam.
Sonnenuntergang am Ahu Tahai
Auf der vom Niederländer Jacob Roggeveen am Ostersonntag 1722 entdecken Insel, gibt es nur eine Ortschaft. Hanga Roa befindet sich im Südwesten der Insel und bietet alles was Einheimische und Touristen benötigen. Nach meiner Ankunft am Nachmittag unternahm ich einen Rundgang durch die beschauliche Ortschaft und besorgte mir mein Ticket für den Nationalpark. Ohne Ticket erhält man keinen Zugang zu den wichtigen Ausgrabungsstätten der Moai. 
Hanga Roa, einziger Ort der Osterinsel
Den zweiten Tag begann ich mit einer Wanderung zum Krater des Vulkans Rano Kau. Der Rano Kau ist einer von drei Vulkanen aus denen die Osterinsel besteht. Die Wanderung zum Kraterrand dauerte knapp 1,5 Stunden bei Sonnenschein und 27 Grad. Oben angekommen hat man einen spektakulären Blick auf den Krater. 

Ausblick auf Hanga Roa
Krater des Vulkans Rano Kau
Kraterrand
Weitere 15 min. Fußweg gelangt man zur Zeremonieanlage Orongo. Die Moai errichteten dort Häuser aus flachen Steinplatten, die sie nur einmal im Jahr im Frühling für Rituale des sogenannten Vogelmann-Kult bezogen. Hierzu finden sich in Stein gemeiselte Zeichnungen. Ebenfalls beeindruckend ist der Blick auf die vorgelagerten Steinfelsen und die Weite des Pazifik.

Häuser aus flachen Steinplatten
Petroglypen von Orongo
Steinfelsen vor ser Küste
Zu den bekannten Statuen der Moai gelangte ich am dritten Tag. Dazu mietete ich mir für einen Tag einen Jeep, da die Archäologischen Stätten über die gesamte Insel verteilt sind. Nach meinem ersten Halt in Aka Hanga, wo sich nur umgestürzte Figuren befinden, war der zweite Halt am Vulkan Rano Raraku. Der Rano Raraku gilt als die Geburtsstätte der Statuen, offiziell Ahu genannt. Im äußeren Bereich findet man die Ahu in den unterschiedlichsten Formen der Bearbeitung.

Hang am Rano Raraku
Ahu am Rano Raraku
Nächster Bearbeitungsschritt wäre der hier der Rücken
Geburtsstätte der Moai
Im Inneren des Rano Raraku hat sich im Laufe der Jahre ein ruhiger Kratersee gebildet.

Kratersee des Rano Raraku
Blick vom Krater an die Küste
Die größte Ansammlung stehender Ahu findet man in Ahu Tongariki. Die 15 Statuen wurden von japanischen Wissenschaftlern präpariert und an ihrem ursprünglichen Ort aufgestellt. Es ist immer noch nicht endgültig geklärt wie die Moai die Stauten über mehrere Kilometer transport haben. Hierzu gibt es mehrere Theorien. Was geklärt ist, ist die Bedeutung der Stätte. Die Ahu repräsentieren ein verstorbenes Familienoberhaupt und befinden sich jeweils an einer zeremoniellen Grabstätte. Die beeindruckenden Ahu Tongariki sind auch ein beliebter Treffpunkt zum Sonnenaufgang.

Frontalansicht der Ahu Tongariki
Andere Wirkung von der Seite
Rückansicht der Ahu Tongariki 
Entlang der Nordküste besichtigte ich noch PapaVaka, einen Ort mit Petroglypen, sowie den größten, aber leider umgefallen Ahu mit über 10 Meter in Te Pito Kura. Dort findet man auch einen magnetischen Stein der von den Moai ebenfalls für Zeremonien genutzt wurde.

Größter Ahu der Insel in Te Pito Kura
Magnetischer Stein
Weitere stehende Ahu finden sich am schönen Sandstrand von Anakena. Als einer von nur zwei Stränden auf der Insel, läd dieser besonders zum verweilen ein.

Palmen gesäumter Strand von Anakena
Ahu von Anakena 
Sandstrand Anakena
Auf der Rückfahrt in Richtung Hanga Roa besichtigte ich noch Puna Pau mit seinem roten Gestein. Dies ist der Steinbruch für die roten Zöpfe der Ahu.

Geburtsstätte der roten Zöpfe
Ausblick auf Hanga Roa
An meinen beiden letzten Tagen war ich dann wieder ohne Auto unterwegs und besichtigte die fussläufig erreichbaren einzelne Ahu um Hanga Roa, sowie das kostenlose Museum der Insel. Nach fünf Tagen hieß es für mich dann Abschied nehmen von dieser sagenumwobenen Insel im Südpazifik. Mit LATAM Airlines erreichte ich nach genau 4 Stunden das chilensische Festland.
Montag, 1. Mai 2017

Strandtage auf Tahiti und Moorea

Auf dem Weg von Neuseeland nach Südamerika gibt es nur wenige Direktflüge über den Südpazifik. Diesen Fakt lassen sich die durchführenden Fluggesellschaften dann auch teuer bezahlen. Wenn man also schon viel Geld für den kürzesten Weg über den Südpazifik ausgeben muss, kann man mit etwas Geschick für nur ein paar Euro mehr den ein oder anderen Stop im Südpazifik auf einer der schönsten Inseln der Welt einlegen. So brachte mich Air Tahiti Nui im ersten Abschnitt meiner diesjährigen Pazifiküberquerrung von Auckland nach Papeete, der Hauptstadt von Französisch-Polynesien.

Parkanlage am Strand bei Punaauia
Während des Fluges nach Papeete auf Tahiti überquerte ich die Datumsgrenze (Zeitverschiebung -22 Stunden) und erlebte somit ein und den selben Tag zweimal. Nach meiner mitternächtlichen Ankunft wurde ich vom Besitzer meiner für die nächsten drei Nächte gebuchten Pension vom Flughafen abgeholt. Mit Fred fuhr ich nach Punaauia, an der Westküste von Tahiti. Nur unweit der gemütlichen Pension Te Miti befindet sich ein mit Palmen gesäumter Park, an dessen Ufer sich ein kleiner Strand befindet. Das Wasser in der Lagune war angenehm warm und kristallklar. Ohne Schnorchel konnte ich den ein oder anderen farbenfrohen Fisch erkennen.

Strand mit kristallklarem Wasser
Am beschrieben Strand und auf der gemütlichen Veranda meiner Pension verbrachte ich die ersten beiden Tage meiner Woche in Französisch-Polynesien. Aus insgesamt 118 Inseln und Atollen, die zu fünf Archipelen gehören, besteht das französische Überseegebiet. Die Verwaltungsaufgaben sind zwischen Frankreich und der Regierung in Tahiti aufgeteilt, was Französisch-Polynesien eine weitgehende Souveränität zu kommen lässt. Die Inseln verteilen sich dabei auf eine Wasserfläche von etwa 4.000.000 Quadratkilometer bei einer Landfläche von nur 4.167 Quadratkilometer.

Pension Te Miti in Punaauia
Veranda meiner gemütlichen Unterkunft
Neben Tahiti besuchte ich auch die kleinere Nachbarinsel Moorea. Diese ist vom Fährhafen in Papeete nur eine gute halbe Stunde Fahrt entfernt. Auf Moorea verbrachte ich drei Tage bei der polynesichen Familie von Vaihi, die ich über Airbnb gefunden hatte. Mein Zimmer in Vaihis beschaulichen Haus befand sich nur unweit des Fährterminal in Vai'are. Von dort waren es ein paar Minuten mit dem Fahrrad der Familie zum Strand von Tema'e. Dieser befindet sich an einer Lagune. Die Lagune mit klarem türkisfarbenem Wasser läd zum schwimmen und bestaunen ein. Dank des nahe gelegenen Luxushotel Sofitel befinden sich an dem Strand auch zahlreiche Strandliegen. Sofern man sich nicht auffällig verhält, kann man diese ohne Probleme benutzten. Dies tat ich dann auch zwei Tage lang bei strahlendem Sonnenschein.

Mein Blick auf den Strand von Tema'e
Türkisfarbenes Wasser
Strandabschnitt beim Sofitel Hotel
Blick auf die Lagune von Tema'e
Neben meiner entspannenden Zeit am Strand, unternahm ich eine Wanderung zum Col Vai'are. Nach etwas über 1,5 Stunden erreichte ich den Gipfel mit einer tollen Aussicht auf das Inselinnere von Moorea und die umgebenen Buchten.

Blick vom Col Vai'are ins Inselinnere
Blick auf die Bucht von Vai'are, im Hintergrund Tahiti
Gipfel nahe des Col Vai'are 
Die letzten beiden Tage verbrachte ich dann in der Haupstadt Papeete. Dorthin nahm ich erneut die Fähre. Da ich am Sonntag Mittag in der mit 40.000 Einwohnern größten Stadt des Landes angekommen bin, waren alle Geschäfte und Restaurants geschlossen. So kam ich mir bei meinem Rundgang vor wie in einer Geisterstadt. Dies änderte sich am nächsten Tag, als Papeete sein geschäftiges Gesicht zeigte. Neben mir waren weitere Tausende Menschen unterwegs und ich erlebte ein völlig anderes Bild von der kleinen Hauptstadt.

Kathedrale von Papeete 
Hafenviertel
Parkanlage
Street Art 
Nach dem Stadtbummel am Tage, ließ ich den Abend am Hafenviertel bei einem der mobilen Imbisswägen mit gutem Essen ausklingen.  Anschließend ging es zum Flughafen von wo aus es weit nach Mitternacht auf die Osterinsel gehen sollte.