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Montag, 10. April 2017

Waitomo & Auckland

Wie schon zwischen Wellington und National Park setzte ich meine Fahrt in Richtung Auckland mit dem Northern Explorer von Kiwirail fort. Die Fahrt zu meinem nächsten Stopp in Otorohanga dauerte von National Park lediglich 2,5 Stunden. Dabei passierten wir die Raurimu-Spirale, eine eingleisige Kehrschleifenkonstruktion, sie gilt als eine der Ingenieur Meisterleistungen im Bahnverkehr. Nach meiner Ankunft am Bahnhof von Otorohanga nahm ich den Shuttleservice ins 15 km entfernte Waitomo.

Northern Explorer von Kiwirail auf dem Weg nach Otorohanga
Die Raurimu-Spirale 
Den Waitomo Distrikt hatte ich ausgewählt um dort Höhlen mit Glühwürmchen zu besichtigen. Dabei sind die dortigen Glühwürmchen nicht mit den europäischen Glühwürmchen vergleichbar. Zum einen können diese nicht fliegen und sind genaugenommen Larven die an der Höhlendecke hängen und mit ihrem Stoffwechsel Lichtimpulse erzeugen. Damit imitieren sie in den sonst stockfinsteren Höhlen den Nachthimmel um Insekten anzulocken. Die Insekten bleiben an den ausgesonderten Seidenfäden hängen und enden als Larvenfutter.

Seidenfäden 
Larven an der Höhlendecke
Ich besichtigte zwei der zahlreichen Höhlen um Waitomo mit dem lokalen Anbieter Spellbound. In der ersten Höhle rund 20 min. Fahrt entfernt, gab es tausende leuchtender Larven denen wir auf einer unterirdischen Bootsfahrt mit einem kleinen Schlauchboot näher kamen.

Gelände außerhalb von Waitomo
Leuchten innerhalb der Höhle
In der zweiten Höhle die wir anschließend besichtigten ist es zu trocken für die Larven. Deshalb standen hier die beeindruckenden Gesteinsformationen im Vordergrund.

Gesteinsformationen der trockenen Höhle
Schacht in die Höhle
Am nächsten Tag fuhr ich zurück nach Otorohanga um den letzten Abschnitt mit dem Northern Explorer nach Auckland zurückzulegen. Die Zugfahrt dauerte diesmal 3 Stunden bevor ich die "City of Sails" (Stadt der Segel) am Abend erreichte. Den Beinamen erlangte das oft windige Auckland durch die vielen Yachthäfen entlang der Küste. Allein der Westhafen hat etwa 1.400 Bootsstellplätze und ist damit nicht nur der größte Yachthafen in Neuseeland, sondern sogar der gesamten Südhalbkugel.

Sky Tower Auckland
Einen Überblick über das Stadtzentrum der mit 1,5 Mio. Einwohnern größten Stadt des Landes, verschaffte ich mir mit der einzigen Free Walking Tour auf der Nordinsel. Vom Treffpunkt am Fährterminal führte mich unsere begeisterte Führerin in 2,5 Stunden durch das Barviertel, den alten Rotlichtbezirk, die Shopping Straße Queens Street und den Albert Park mit seinen 14 Baumarten aus aller Welt.

Beginn der Queens Street
Free Walking Tour
Außerdem fuhr ich am folgenden Tag vom Fährterminal auf die 18 km von Auckland enfernte Insel Waiheke. Nach rund 35 Fährfahrt setzte ich einen Fuss auf die zweitgrößte Insel im Hauraki Golf. Zusammen mit Lukas von Fravel unternahm ich zunächst eine Wanderung über die Insel, ehe wir es vorzogen auf den Bus umzusteigen und zu einem der zahlreichen Weingüter zufahren die auf Waiheke Island ansässig sind. Da sich an selber Stelle wie unser angesteuertes Weingut auch die Waiheke Island Brauerei befand, entschieden wir uns kurzum lieber den angebotenen Gerstensaft zu probieren. Nach zwei Krügen ließen wir uns vom Busfahrer und Schiffskapitäin zurück nach Auchkland chauffieren.

Bucht auf Waiheke Island
Blick auf die Hauraki Golf 
Meinen letzten Tag in Auckland verbrachte bei durchwachsenem Wetter überwiegend im Hostel um für die weiteren Stationen zu recherchieren. Bei gutem Wetter kann man es meiner Meinung nach in und um Auckland gut ein paar Tage aushalten.
Freitag, 7. April 2017

Wellington & Tongariro Alpine Crossing

Die neuseeländische Hauptstadt Wellington war Ausgangspunkt für meine Reise auf der Nordinsel von Neuseeland. Noch am ersten Abend nach meiner Ankunft folgte die erste Unternehmung. Da an diesem Abend das WM-Qualifikationsspiel zwischen Neuseeland und Fidschi für die Fußball-WM 2018 anstand, begab ich mich ins 34.500 Zuschauer fassende Westpac Stadium. Die "All Whites" wie die Neuseeländische Nationalmannschaft wegen ihrer weißen Trikots genannt wird, gewann das Spiel vor 10.133 Zuschauern verdient mit 2:0.

Westpac Stadium Wellington
"All Whites" vs. Fidschi
Da es am nächsten Tag in der 200.000 Einwohner Stadt regnete, verbrachte ich zunächst ein paar Stunden im großen und kostenfreien Te Papa Museum. Die Ausstellungen insbesondere in der zweiten Etage sind mit das beste was ich seit langem in einem Museum gesehen habe. Neben den Themen Tektonik und neuseeländischer Geschichte, bildet der größte gefangene Riesentintenfisch mit 4,5 m ein Herzstück der Ausstellung.

Blick auf das bewölkte Wellington vom Te Papa Museum
Konservierter Riesentintenfisch
Am Nachmittag nahm ich an einer geführten Tour durch Neuseelands Parlamentsgebäude "The Beehive" teil. Den englischen Namen für Bienenstock hat das Gebäude nicht ohne Grund, die Architektur erinnert stark an das Ebenbild aus der Natur. Die interessante Führung dauerte rund eine Stunde und führte mich durch das Gebäude in den Plenarsaal und den Keller. Dort bekam ich Einblick in die Vorkehrungen gegen die Allzeit präsente Erdbebengefahr. Vor eingen Jahren hatte man das Fundament des Parlamentsgebäudes freigelegt, Löcher ins Fundament gebohrt und diese Löcher mit hunderten Trägern mit Federungen aus Spezialgummi und Stahl befüllt. Anschließend wurden die Träger aufgepumpt und das Fundament durchgesägt. Somit steht das Parlament nur noch auf diesem Spezialfedern und soll selbst einem Erdbeben der Stärke 8 standhalten.

"The Beehive" (Bienenstock)
Parlamentsgebäude
Außerdem schaute ich am nächsten Tag noch im Botanischen Garten von Wellington vorbei. Dieser befindet sich etwas oberhalb des Stadtzentrums und ist durch eine Standseilbahn von 1902 erreichbar. Vom rund 120 m höher gelegenen Stadtteil Kelburn hat man bei klarer Sicht einen schönen Blick auf Wellington und die Oriental Bay.

Blick vom Botanischen Garten auf Wellington inkl. Standseilbahn
Nach zwei Tagen in der überschaubaren Hauptstadt machte ich mich auf zum Bahnhof. Ich hatte mir zuvor ein Ticket für den Northern Explorer gekauft. Der Zug wird von der Bahngesellschaft Kiwirail betrieben und ist die einzige Personenzugverbindung ins 680 km nördlichere Auckland. Die Strecke wird dreimal die Woche je Richtung mit einer Gesamtfahrtdauer von 11 Stunden angeboten. Freitags, Sonntags und Dienstags startet der Zug in Wellington, die Tage zuvor in Auckland mit einer Pause am Mittwoch. Zwischen beiden Städten gibt es weitere sieben Haltepunkte. Ich fuhr zunächst bis nach National Park auf etwa halber Strecke. Die Fahrt dauerte rund 5,5 Stunden. Die schöne Aussicht genoss ich dabei größtenteils vom angehängten Panoramawagen.

Northern Explorer auf dem Weg nach National Park
Panoramawagen
Ausblick während der Zugfahrt
Die Station National Park befindet sich unmittelbar neben dem Tongariro National Park. Dort unternahm ich am nächsten Tag die laut Lonley Planet schönste Tageswanderung der Welt. Per Shuttlebus von meiner Lodge gelangte ich zum Startpunkt für den 19,4 km langen Tongariro Alpine Crossing. Die Wanderung führt über Vulkangestein auf Alpiner Höhenlage entlang der beiden Vulkane Mt. Ngauruhoe (2.287 m) und dem namensgebenden Mt. Tongariro (1.967 m). Nach rund einer Stunde gemütlichem Einlaufen mit minimaler Steigung, folgte der erste steile Abschnitt zum Südkrater, den ich eine halbe Stunde später erreichte.

Beginn des Tongariro Alpine Crossing
Tiefenwolken am frühen Morgen 
Blick zurück ins Tal
Talbene im Südkrater
Gefolgt von einer Talebene und einem weiteren steilen Anstieg erreichte ich den Red Crater. Da ich gut in der Zeit lag, unternahm ich noch einen 1,5 stündigen Abstecher zum Gipfel des Mt. Tongariro, dies bescherte mir einen weiteren tollen Blick auf Mt. Ngauruhoe und den Blue Lake auf der anderen Seite.

Mt. Ngauruhoe (2..287 m)
Blue Lake
Auf dem Gipfel des Mt. Tongariro (1.967 m)
Red Crater
Zurück am Red Crater folgte ein kurzer Abstieg zu den Emerald Lakes, giftige, schwefelhaltige, türkisfarbene Seen. Hier verweilte ich eine Weile und genoss die Szenerie.

Abstieg zu den Emerald Lakes
Großer See
Schwefelfelder 
Kleiner See
Von den Emerald Lakes benötigte ich trotz kurzem Abstecher zu einem der dampfenden Schwefelfelder noch drei weitere Stunden über Serpentinen und einen Waldabschnitt bis zum Ende des Tongariro Alpine Crossing, wo bereits der Shuttlebus wartete. Insgesamt war ich durch meine Abstecher mehr als die standardmäßigen 19,4 km unterwegs und 7:45 Std. auf Wanderung. Der Tongariro Alpine Crossing zählt auch für mich trotz der unmengen an Wanderer an diesem Tag zu einer der schönsten und abwechslungsreichsten Wanderungen die ich seither unternommen habe.

Blick zurück auf Mt. Ngauruhoe und den Red Crater
Blick auf Lake Taupo
Donnerstag, 30. März 2017

Abel Tasman, Nelson und Hanmer Springs

Nach der ereignisreichen Fahrt Entlang der Westküste der Südinsel und einem Nachmittag im beschaulichen Motueka, fuhr ich tags darauf ein paar Kilometer weiter nördlich nach Marahau. Von dort startete ich eine geplante Tageswanderung durch den Abel Tasman Nationalpark. Da auch hier die Hütten weit im voraus ausgebucht waren. Um einen besseren Eindruck vom Nationalpark zu bekommen, buchte ich eine Fahrt mit dem Wassertaxi von Marahau, dass mich in gut einer Stunde bis nach Torrent Bay brachte. Von hier aus sollten es laut Touristeninfo mindestens 5 Std. Fußweg zurück nach Marahau sein.

Hauptstraße von Motueka
Wassertaxi
Da das ohnehin schon wechselhafte und trübe Wetter an diesem Tag während der Überfahrt mit dem Wassertaxi auf Starkregen umschwenkte blieb wenig Gelegenheit die Wanderung entspannt zu genießen. Denn nach rund 2 Stunden ließ nach und nach der Regenschutz meiner Regenkleidung nach. So ging ich in einem höheren Tempo und erreichte klatschnass bereits nach 3,5 Stunden mein trockenes Auto. Warum ich mir das ganze angetan habe, weil der Abel Tasman Nationalpark eigentlich einer der schönsten und abwechslungsreichsten Nationalparks Neuseelands ist. In dem nachdem holländischen Entdecker Abel Tasman benannten Park, vereinen sich dichte Wälder, kleinere Berge und Sandstrände.

Ankunft in Torrent Bay
Torrent Bay
Wanderweg oder Fluss?
Kurz vor dem Ziel in Marahau
Mit der Heizung meines Toyota auf Anschlag fuhr ich die 64 Tageskilometer bis in die Stadt Nelson. Dort entspannte ich den Nachmittag über und hoffte auf besseres Wetter am nächsten Morgen. Da hörte es dann tatsächlich für wenige Stunden auf und bot mir die Gelegenheit die Stadt Nelson zu erkunden.

Trafalger Street in Nelson
Bucht am Hafen von Nelson
Nach einer zweiten Nacht in Nelson stand noch eine letzte lange Fahrt auf der Südinsel an. Bis nach Hanmer Springs waren es 300 km über den Lewis Pass. Mit Pause in Murchison benötigte ich dank zahlreicher Baustellen für diese Strecke rund 5 Stunden. Im Anschluss gönnte ich mir etwas Entspannung in den bis zu 42 °C heißen Quellen von Hanmer Springs, die Hauptverantwortlich dafür sind, dass sich Besucher hierhin verirren.

Hanmer Springs Thermalbad
Entspannung in den heißen Quellen
Am nächsten Tag nahm mein Roadtrip über die Neuseeländische Südinsel ein Ende. Auch die letzten 130 km zum Flughafen von Christchurch blieb ich trotz bis dato ungewohntem Linksverkehr unfallfrei. Wobei ich mich inzwischen gut daran gewöhnt hatte und beim abbiegen nicht mehr den Scheibenwischer anstelle. Insgesamt 2738 km legte ich in den 3 Wochen Südinsel zurück. Weiter ging es mit dem Flieger nach Wellington auf der Neuseeländischen Nordinsel, wo weitere 3 Wochen am anderen Ende der Welt anstehen.
Sonntag, 26. März 2017

Entlang der Westküste via State Highway 6

Lediglich 70 km und rund 1 Std. Autofahrt über den Crown Range Summit, mit 1076 m Neuseelands höchstem Pass trennten mich von Queenstown und Wanaka. Die Stadt war Ausgangspunkt für meine Fahrt entlang der Westküste der Südinsel. Meine Fahrt von Queenstown führte mich zunächst einmal in den 7 km westlich von Wanaka gelegenen Mount-Aspiring Nationalpark. Auf Rund 200 Höhenmeter begab ich mich auf die Wanderung zu Roys Peak. Der Gipfel von Mount Roy liegt auf 1581 m Höhe. Die rund 1300 Höhenmeter führen über steiles Terrain und waren nach 2,5 Stunden überwunden. Die Wanderung war die bisher steilste und anstrengenste für mich in Neuseeland. Doch das tolle Panorama auf dem Gipfel entschädigt die Anstrengungen wieder einmal.

Roys Peak (1581 m)
Blick auf den Lake Wanaka von Mount Roy
Blick auf Roys Bay
Steiler Aufstieg über 1300 Höhenmeter
Nach einer halbstündigen Rast ging es den Berg wieder in 2 Std. hinutner und anschließend für eine erfrischende Dusche ins Hostel im Zentrum von Wanaka.

Wanaka bei Dämmerung
Am folgenden Morgen nahm ich die 286 km über den Haast Pass und anschließend entlang der Küste über den State Highway 6 (SH6) bis nach Franz Josef in Angriff. Auf dem Weg stoppte ich zweimal, was die Fahrt auf etwas mehr als 5 Std. ausdehnte. Erster Haltepunkt waren die Blue Pools. Über einen kurzen 15 min. Fußweg gelangt man vom Parkplatz zu den bläulich schimmernden Wasserbecken.

Brücke über die Blue Pools
Blue Pools
Auch am Ship Creek, meinem nächsten Stopp, kann man sich auf einem 30 min. Rundwanderweg die Beine vertreten. Beim Ship Creek treffen Regenwald und Sandstrand aufeinander.

Ship Creek Wanderweg
Regenwald trifft auf Sandstrand
Das Tagesziel Franz Josef erreichte ich schließlich am Nachmittag. Die Kleinstadt wurde nachdem 4 km entfernten Franz Josef Glacier benannt und stellt den Ausgangspunkt für Touren zum und auf den Gletscher dar. Ich unternahm am nächsten Morgen zunächst eine 3-stündige Kajaktour auf dem nahe gelegenen Lake Mapourika. Die Route führte einmal queer über den See hinein in einen Wald.

Ruhe vor dem Sturm
Überquerung des Lake Mapourika 
Entlang des Ufers
Fahrt in den Wald
Am Nachmittag klarte der Himmel auf und bot mir die Gelegenheit den Franz Josef Gletscher zu besichtigen. Die Wanderung verläuft durch einen Regenwald und ein kleines Tal bevor man zur Gletscherzunge gelangt. Diese ist jedoch im neuseeländischen Spätsommer nicht allzu imposant. Bemerkenswert ist aber, dass der Franz Josef Gletscher nur einer von 3 Gletschern weltweit ist, der in einem Regenwaldgebiet endet. Mit dem kleineren Fox Glaicer rund 25 km südlich befindet sich ein weiterer in Neuseeland. Der dritte in Südamerika.

Beginn des Gletschertals
Gefahr? Nicht mit Guide
Franz Josef Gletscher
Gletschertal
Im Anschluss an die Wanderung durch das Tal am Fuße des Franz Josef Gletscher nahm ich noch ein entspannedes Bad in den Hot Pools, bevor am nächsten Morgen die Weiterfahrt anstand. Nach 218 km und knapp 3 Stunden Fahrt erreichte ich Punakaiki. Auf der Fahrt dorthin hielt ich nur im beschaulichen Greymouth. Nur 1 km von Punakaiki entfernt befinden sich die Pancake Rocks, eine Felsformation im Form von übereinander gestapelte Pfannenkuchen.

Küste bei den Pancake Rocks 
Pancake Rocks 
Neben den Felsen in Pfannenkuchenform, besichtigte ich auf einer 2,5 Std. Rundwanderung den angrenzenden Paparoa Nationalpark.

Wanderung durch den Paparoa Nationalpark
Nach einer Nacht in Punakaiki folgte der letzte Abschnitt entlang der Westküste via dem SH6. Nach 268 km und rund 4 Std. Fahrt mit Halt in Murchison erreichte ich an diesem Tag Motueka an der Tasman Bay.