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Montag, 8. Mai 2017

Osterinsel - Mythos im Südpazifik

In den Weiten des Pazifischen Ozeans, liegt ein Eiland das zu den entlegensten der Welt gehört. Mehr als 2000 Kilometer zur nächsten bewohnten Insel und mehr als 3600 Kilometer zum chilensischen Festland. Darüber hinaus bis zu 10 Meter hohe und teilweise über 1000 Jahre alte Statuen machen den Reiz und den Mythos Osterinsel aus. Schon seit vielen Jahren war die Insel deshalb ein absolutes Wunschziel von mir. Mehr als froh war ich, als der Flieger von LATAM Airlines nach knapp 5 Stunden Flug von Tahiti auf Rapa Nui, so der polynesiche Name der Insel ankam.
Sonnenuntergang am Ahu Tahai
Auf der vom Niederländer Jacob Roggeveen am Ostersonntag 1722 entdecken Insel, gibt es nur eine Ortschaft. Hanga Roa befindet sich im Südwesten der Insel und bietet alles was Einheimische und Touristen benötigen. Nach meiner Ankunft am Nachmittag unternahm ich einen Rundgang durch die beschauliche Ortschaft und besorgte mir mein Ticket für den Nationalpark. Ohne Ticket erhält man keinen Zugang zu den wichtigen Ausgrabungsstätten der Moai. 
Hanga Roa, einziger Ort der Osterinsel
Den zweiten Tag begann ich mit einer Wanderung zum Krater des Vulkans Rano Kau. Der Rano Kau ist einer von drei Vulkanen aus denen die Osterinsel besteht. Die Wanderung zum Kraterrand dauerte knapp 1,5 Stunden bei Sonnenschein und 27 Grad. Oben angekommen hat man einen spektakulären Blick auf den Krater. 

Ausblick auf Hanga Roa
Krater des Vulkans Rano Kau
Kraterrand
Weitere 15 min. Fußweg gelangt man zur Zeremonieanlage Orongo. Die Moai errichteten dort Häuser aus flachen Steinplatten, die sie nur einmal im Jahr im Frühling für Rituale des sogenannten Vogelmann-Kult bezogen. Hierzu finden sich in Stein gemeiselte Zeichnungen. Ebenfalls beeindruckend ist der Blick auf die vorgelagerten Steinfelsen und die Weite des Pazifik.

Häuser aus flachen Steinplatten
Petroglypen von Orongo
Steinfelsen vor ser Küste
Zu den bekannten Statuen der Moai gelangte ich am dritten Tag. Dazu mietete ich mir für einen Tag einen Jeep, da die Archäologischen Stätten über die gesamte Insel verteilt sind. Nach meinem ersten Halt in Aka Hanga, wo sich nur umgestürzte Figuren befinden, war der zweite Halt am Vulkan Rano Raraku. Der Rano Raraku gilt als die Geburtsstätte der Statuen, offiziell Ahu genannt. Im äußeren Bereich findet man die Ahu in den unterschiedlichsten Formen der Bearbeitung.

Hang am Rano Raraku
Ahu am Rano Raraku
Nächster Bearbeitungsschritt wäre der hier der Rücken
Geburtsstätte der Moai
Im Inneren des Rano Raraku hat sich im Laufe der Jahre ein ruhiger Kratersee gebildet.

Kratersee des Rano Raraku
Blick vom Krater an die Küste
Die größte Ansammlung stehender Ahu findet man in Ahu Tongariki. Die 15 Statuen wurden von japanischen Wissenschaftlern präpariert und an ihrem ursprünglichen Ort aufgestellt. Es ist immer noch nicht endgültig geklärt wie die Moai die Stauten über mehrere Kilometer transport haben. Hierzu gibt es mehrere Theorien. Was geklärt ist, ist die Bedeutung der Stätte. Die Ahu repräsentieren ein verstorbenes Familienoberhaupt und befinden sich jeweils an einer zeremoniellen Grabstätte. Die beeindruckenden Ahu Tongariki sind auch ein beliebter Treffpunkt zum Sonnenaufgang.

Frontalansicht der Ahu Tongariki
Andere Wirkung von der Seite
Rückansicht der Ahu Tongariki 
Entlang der Nordküste besichtigte ich noch PapaVaka, einen Ort mit Petroglypen, sowie den größten, aber leider umgefallen Ahu mit über 10 Meter in Te Pito Kura. Dort findet man auch einen magnetischen Stein der von den Moai ebenfalls für Zeremonien genutzt wurde.

Größter Ahu der Insel in Te Pito Kura
Magnetischer Stein
Weitere stehende Ahu finden sich am schönen Sandstrand von Anakena. Als einer von nur zwei Stränden auf der Insel, läd dieser besonders zum verweilen ein.

Palmen gesäumter Strand von Anakena
Ahu von Anakena 
Sandstrand Anakena
Auf der Rückfahrt in Richtung Hanga Roa besichtigte ich noch Puna Pau mit seinem roten Gestein. Dies ist der Steinbruch für die roten Zöpfe der Ahu.

Geburtsstätte der roten Zöpfe
Ausblick auf Hanga Roa
An meinen beiden letzten Tagen war ich dann wieder ohne Auto unterwegs und besichtigte die fussläufig erreichbaren einzelne Ahu um Hanga Roa, sowie das kostenlose Museum der Insel. Nach fünf Tagen hieß es für mich dann Abschied nehmen von dieser sagenumwobenen Insel im Südpazifik. Mit LATAM Airlines erreichte ich nach genau 4 Stunden das chilensische Festland.
Montag, 1. Mai 2017

Strandtage auf Tahiti und Moorea

Auf dem Weg von Neuseeland nach Südamerika gibt es nur wenige Direktflüge über den Südpazifik. Diesen Fakt lassen sich die durchführenden Fluggesellschaften dann auch teuer bezahlen. Wenn man also schon viel Geld für den kürzesten Weg über den Südpazifik ausgeben muss, kann man mit etwas Geschick für nur ein paar Euro mehr den ein oder anderen Stop im Südpazifik auf einer der schönsten Inseln der Welt einlegen. So brachte mich Air Tahiti Nui im ersten Abschnitt meiner diesjährigen Pazifiküberquerrung von Auckland nach Papeete, der Hauptstadt von Französisch-Polynesien.

Parkanlage am Strand bei Punaauia
Während des Fluges nach Papeete auf Tahiti überquerte ich die Datumsgrenze (Zeitverschiebung -22 Stunden) und erlebte somit ein und den selben Tag zweimal. Nach meiner mitternächtlichen Ankunft wurde ich vom Besitzer meiner für die nächsten drei Nächte gebuchten Pension vom Flughafen abgeholt. Mit Fred fuhr ich nach Punaauia, an der Westküste von Tahiti. Nur unweit der gemütlichen Pension Te Miti befindet sich ein mit Palmen gesäumter Park, an dessen Ufer sich ein kleiner Strand befindet. Das Wasser in der Lagune war angenehm warm und kristallklar. Ohne Schnorchel konnte ich den ein oder anderen farbenfrohen Fisch erkennen.

Strand mit kristallklarem Wasser
Am beschrieben Strand und auf der gemütlichen Veranda meiner Pension verbrachte ich die ersten beiden Tage meiner Woche in Französisch-Polynesien. Aus insgesamt 118 Inseln und Atollen, die zu fünf Archipelen gehören, besteht das französische Überseegebiet. Die Verwaltungsaufgaben sind zwischen Frankreich und der Regierung in Tahiti aufgeteilt, was Französisch-Polynesien eine weitgehende Souveränität zu kommen lässt. Die Inseln verteilen sich dabei auf eine Wasserfläche von etwa 4.000.000 Quadratkilometer bei einer Landfläche von nur 4.167 Quadratkilometer.

Pension Te Miti in Punaauia
Veranda meiner gemütlichen Unterkunft
Neben Tahiti besuchte ich auch die kleinere Nachbarinsel Moorea. Diese ist vom Fährhafen in Papeete nur eine gute halbe Stunde Fahrt entfernt. Auf Moorea verbrachte ich drei Tage bei der polynesichen Familie von Vaihi, die ich über Airbnb gefunden hatte. Mein Zimmer in Vaihis beschaulichen Haus befand sich nur unweit des Fährterminal in Vai'are. Von dort waren es ein paar Minuten mit dem Fahrrad der Familie zum Strand von Tema'e. Dieser befindet sich an einer Lagune. Die Lagune mit klarem türkisfarbenem Wasser läd zum schwimmen und bestaunen ein. Dank des nahe gelegenen Luxushotel Sofitel befinden sich an dem Strand auch zahlreiche Strandliegen. Sofern man sich nicht auffällig verhält, kann man diese ohne Probleme benutzten. Dies tat ich dann auch zwei Tage lang bei strahlendem Sonnenschein.

Mein Blick auf den Strand von Tema'e
Türkisfarbenes Wasser
Strandabschnitt beim Sofitel Hotel
Blick auf die Lagune von Tema'e
Neben meiner entspannenden Zeit am Strand, unternahm ich eine Wanderung zum Col Vai'are. Nach etwas über 1,5 Stunden erreichte ich den Gipfel mit einer tollen Aussicht auf das Inselinnere von Moorea und die umgebenen Buchten.

Blick vom Col Vai'are ins Inselinnere
Blick auf die Bucht von Vai'are, im Hintergrund Tahiti
Gipfel nahe des Col Vai'are 
Die letzten beiden Tage verbrachte ich dann in der Haupstadt Papeete. Dorthin nahm ich erneut die Fähre. Da ich am Sonntag Mittag in der mit 40.000 Einwohnern größten Stadt des Landes angekommen bin, waren alle Geschäfte und Restaurants geschlossen. So kam ich mir bei meinem Rundgang vor wie in einer Geisterstadt. Dies änderte sich am nächsten Tag, als Papeete sein geschäftiges Gesicht zeigte. Neben mir waren weitere Tausende Menschen unterwegs und ich erlebte ein völlig anderes Bild von der kleinen Hauptstadt.

Kathedrale von Papeete 
Hafenviertel
Parkanlage
Street Art 
Nach dem Stadtbummel am Tage, ließ ich den Abend am Hafenviertel bei einem der mobilen Imbisswägen mit gutem Essen ausklingen.  Anschließend ging es zum Flughafen von wo aus es weit nach Mitternacht auf die Osterinsel gehen sollte.
Donnerstag, 20. April 2017

Es dampft in Rotorua und auf White Island

Das letzte Hauptziel auf meiner Neuseeland Rundreise war der dampfende Kurort Rotorua. In und um die 53.000 Einwohner Stadt am Südzipfel des Lake Rotorua befinden sich zahlreiche Thermalquellen. Ein fast ständiger Begleiter ist der Geruch von Schwefelwasserstoff (Geruch von faulen Eiern), den ich persönlich als nicht so penetrant empfunden habe. Nach meiner Ankunft und etwas mehr als 2 Stunden Fahrt von Auckland, unternahm ich einen Spaziergang durch  "Smelly Town", wie Rotorua wegen des Schwefelgeruches genannt wird. Die ersten Dampfschwaden, welche das Stadtbild prägen entdeckte ich im Kuirau Park. Dort befinden sich viele kleine Quellen mit teils 100 Grad heißen thermischen Aktivitäten. Das Highlight hierbei ist ein See an dem man fast nur durch den Wind tanzende Dampfschwaden zu sehen bekommt.

Es dampft in Rotorua
Kuirau Park Rotorua
Dampfschwaden tanzen auf dem Wasser
Am Seeufer
Ebenfalls sehenswert fand ich die Goverment Gardens, einer weiteren Grünanlage im Osten der Stadt. Dort befinden sich das ehemalige Badehaus in dem mittlerweile das Rotorua Museum einzug gehalten hat. Da die Struktur des Gebäudes beim letzten großen Erdbeben schaden genommen hat, kann das Museum leider nicht besucht werden. Als Ausgleich bietet das Museum täglich kostenfreie Führungen durch das Gelände an. 


Altes Badehaus in Rotorua in den Goverment Gardens
Dampfend wurde es dann wieder im ca. 30 km südlich von Rotorua gelegenen Wai-O-Tapu (Sacred Waters) Thermal Wonderland. Das Wunderland der heißen Quellen erstreckt sich über eine Fläche von 18 km², dabei sind aus Sicherheitsgründen nur ein kleiner Teil für Besucher zugänglich. Das Gebiet ist übersät mit kollabierten Kratern, heißen und kalten Quellen, Schlammtümpeln, Schwefelablagerungen und dampfenden Erdspalten. 

Schlammpool
Schlammspritzer
Durch den Park führt ein 3 km langer Rundwanderweg. Dieser führt entlang 25 ausgeschilderter Orte mit unheimlichen und kuriosen Namen, darunter besichtigt man u.a. den Devil's Home (Heim des Teufels), Devil's Ink Pots (Tintenfässer des Teufels), Bird Veil Falls (Brautschleierfälle), Frying Pan Flat (Bratpfannenebene) und den Infernokrater. 


Wai-O-Tapu Wonderland 
3 km Rundwanderweg 
Frying Pan Flat
See am Ende des Weges
Zu den absoluten Highlights, bei einem wie ich finde nur aus Höhepunkten bestehendem Park, zählen der Campagne Pool und der Devil's Bath (Teufelsbad). Beide werden auf Grund ihrer extremen Farben nicht grundlos werbewirksam auf den Plakaten und Broschüren für den Park eingesetzt. Der Campagne Pool ist mit 65m Durchmesser der größte in der Umgebung. Seine Temperatur liegt bei 74 °C. Das mineralhaltige Wasser enthält Gold, Silber, Arsen, Qucksilber, Schwefel und Antimon. Der Devil's Bath ist ein zerklüfteter Krater mit grüner Wasserfarbe. Die Farbe wird durch Arsensulfide hervorgerufen.


Campagne Pool
Am Ufer des Campagne Pool
Devil's Bath
Nach drei Tagen in Rotorua folgte zu guter Letzt noch ein unerwartetes Highlight. Nachdem ich festgestellt hatte, dass es von Rotorua nur 88 Kilometer bis nach Whakatane an der Bay of Plenty sind, hatte ich spontan nochmals die Tour zur Vulkaninsel White Island gebucht. Als am letzten Abend in Rotorua mein Telefon klingelte und die Tour am nächsten Tag tatsächlich stattfinden sollte (Aufgrund der Wettervorhersage hatte ich nicht wirklich damit gerechnet), fuhr ich morgens in rund 75 min. die Strecke nach Whakatane. Dort angekommen ging es direkt aufs Boot und die raue Fahrt zur 50 km vorgelagerten White Island begann. Nach etwas mehr als 1,5 Std. erreichten wir die Vulkaninsel und setzten auf einem Schlauchboot zur Insel über.


Landung auf White Island 
Es dampft auf White Island 
Dampfende Schwefelquellen
Schwefelablagerungen
Nach der Ankunft wurden wir in mehrere kleine Gruppen aufgeteilt und mit Schutzhelm, sowie Atemmaske ausgestattet und dann in 1,5 Std. über den zugänglichen Teil der Insel geführt. Da es sich um eine aktive Vulkaninsel handelt, ändert sich das Bild ständig, deshalb ist der Zugang auch reglementiert. Die vielen dampfenden Schwefelquellen und gelbe Schwefelablagerungen machen das Bild so besonders. Um den starken Schwefelgeruch zu ertragen, bekamen wir zusätzlich zur Atemmaske Bonbons ausgeteilt. In der Mitte der Insel befindet sich ein Kratersee mit extrem ätzendem Wasser, vergleichbar mit Batteriesäure. 


Zeitweise war die Atemmaske notwendig
Giftiger Kratersee
Beeindruckende Landschaft
Blick zum Wasser
Zum Schluss bekamen wir noch die Ruine der ehemaligen Schwefelmine gezeigt, welche bis zu einem Unglück in den 1920er Jahren in Betrieb war. Danach ging es zurück aufs Schiff, wo vor unserer Abfahrt noch ein Lunchpaket ausgeteilt wurde. Nach weiteren 1,5 Std. erreichten wir Whakatane und ich setzte meine Autofahrt am Nachmittag fort. 


Ruine der ehemaligen Schwefelmine
Transfer mit Schlauchboot 
Nach einer letzten Nacht ca. 1,5 Std. vor Auckland fuhr ich zum Flughafen, den ich nach weiteren 1.215 km auf Neuseelands Straßen erreichte und mein Mietwagen abstellte. Damit waren meine 6 Wochen in diesem landschaftlich schönen und sehr abwechslungsreichen Land vorrüber.