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Mittwoch, 13. Dezember 2023

Sri Lanka - Antike Städte Sigiriya, Dambulla und Kandy

Lediglich eine Stunde Flug lagen zwischen dem Flughafen Kochi in Kerala und dem Bandaranaike International Airport, dem größten Flughafen im Inselstaat Sri Lanka. Mein nächstes Reiseziel im Indischen Ozean. Vom Flughafen nahm ich einen geteilten Minibus-Transfer mit vier Reisenden aus meiner Kerala-Gruppe in die 10 km entfernte Stadt Negombo. Diese bietet sich aufgrund ihrer Lage am Meer und der kurzen Entfernung zum Flughafen sehr gut für eine erste Übernachtung an. So kann man sich die 40 km in die Hauptstadt Colombo sparen. Zusammen mit Kristi aus Neuseeland und Ruadhán aus Irland verbrachte ich den Nachmittag in Negombo. 

Hauptstraße in Negombo 

Hamilton Kanal 

Auf unserem Spaziergang durch den Ort gelangten wir neben dem nicht allzu sauberen Strand zur St. Mary's Church, einer Katholische Kirche mit blau-weißer Säulenfassade und farbenprächtigen Gemälden im Kirchenschiff. Wenig später noch zur St. Sebastian's Church, einer Katholischen Kirche die 2019 nach Bombenanschlägen wieder renoviert wurde. 

Negombo Beach

Blau-Weiße St. Mary's Church

Am nächsten Tag trennten sich vorerst die Wege von mir und meinen Reisebekanntschaften. Nach einem späten Frühstück gelangte ich per Taxi zurück zum Flughafen. Nun allerdings zum kleinen Inlandsterminal von Cinnamon Air. Die Fluggesellschaft bedient ausschließlich inländische Flugziele in Sri Lanka. Ich gönnte mir den Flug mit einer Cessna 208 Caravan nach Sigiriya. Zusammen mit zwei weiteren Passagieren in dem einmotorigen 8-Sitzer-Turboprop erreichte ich die Airbase Sigiriya nach einer halben Stunde Flugzeit und großartigen Ausblicken unterwegs. 

Cessna 208 Caravan der Cinnamon Air 

Startklar für den Inlandsflug nach Sigiriya

Ausblick während dem Flug

Cockpit der Cessna 208 Caravan

Da es sich bei dem Flugplatz Sigiriya um einen Stützpunkt der Luftwaffe handelt, musste ich vorab eine Abholung von einem Registrieren Fahrer organisieren und Daten wie Name, Führerschein und Kennzeichen übermitteln lassen. Mein Fahrer brachte mich nach der Landung umgehend in mein Guesthouse. Von dort aus unternahm ich am Nachmittag eine Wanderung auf den Pidurangala, einem Magmablock mit guter Aussicht auf die Felsenfestung von Sigiriya, dem eigentlichen Highlight der antiken Städte. 

Aufstieg zum Gipfel des Pidurangala

Auf dem Gipfel des Pidurangala

Vegetation um Sigiriya

Blick auf den Löwenfelsen Sigiriya

Den Monolith Sigiriya auf dem sich die Ruinen einer historischen Felsenfestung befinden, besichtigte ich in aller Früh am nächsten Morgen. Der Name leitet sich von „Singha Giri“ ab, was „Löwenfelsen“ bedeutet. 1982 wurde Sigiriya von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Nachdem betreten des umgebenden Park mit Wassergraben, benötigte ich rund eine Stunde über teils schwindelerregende Treppenkonstruktionen bis zur höchsten Stelle auf etwa 200 m Höhe.

Ankunft am Löwenfelsen Sigiriya

Löwentor und Treppenkonstruktion zur Festung

Ausblick von der Treppe

Ausblick auf den Pidurangala

Im Jahr 473 wurde König Dhatusena von Anuradhapura von seinem Sohn Kassapa umgebracht, der von einer seiner Nebenfrauen geboren war und sich so die Thronfolge sicherte. Er ließ aus Angst vor seinem Halbbruder Moggallana, der der rechtmäßige Thronfolger war, die Festung auf dem unzugänglichen Löwenfelsen errichten. Im Jahr 491 kehrte Moggallana mit einer Armee aus dem südindischen Exil zurück und besiegte Kassapa. Danach geriet die Felsenfestung in Vergessenheit. 

Blick von der höchsten Stelle der Felsenfestung

Wohnbereiche auf der Felsenfestung

Blick hinab von Sigiriya

Auf größtenteils gleicher Wegführung ging es danach wieder hinunter, mit Ausnahme der Wolkenmädchen, Fresken barbusiger Mädchen, die auf halber Höhe unter einem Felsüberhang angefertigt wurden. Diese dürfen nicht mehr fotografiert werden. Dafür gibt es eine Nachbildung im Sigiriya Museum am Rande der Parkanlage. Nachdem ich mir auch das Museum angeschaut hatte, ging zurück in meine Unterkunft zum Frühstück und etwas mehr Schlaf. 

Ausgang in Richtung Wolkenmädchen

Nachdem ich ausgeruht hatte, verließ ich den Ort Sigiriya gegen Mittag mit einem Taxi ins 15 km entfernte Dambulla, dem Hauptort des sogenannten Kulturdreieck in der Mitte des Landes. Die 72.000 Einwohner Stadt ist berühmt für seine buddhistischen Höhlentempel. Zu Fuß über mehrere Hundert Treppenstufen erreichte ich die Anlange mit ihren fünf großen Höhlen. Mit einer Fläche von 2100 m² ist dies die größte Tempelanlage des Landes. In vielen Tempeln befinden sich historische Malereien und Statuen. Insgesamt gibt es 153 Buddha-Statuen verschiedenster Größe in der Anlage, die seit 1991 zum UNESCO-Welterbe zählt. 

Höhlentempel von Dambulla

Buddha-Statuen um eine Pagode

Buddha-Statuen im Höhlentempel

Weitere der 153 Statuen

Auf dem Rückweg in mein Guesthouse in Dambulla lief ich zu Fuß durch die staubige Stadt, vorbei am Goldenen Tempel mit seiner XXL-Buddha-Staute und dem Lebensmittel-Großmarkt. In meiner Unterkunft lernte ich an diesem Abend den Spanier Miguel kennen. Mit ihm teilte ich mir am nächsten Morgen ein Taxi in die 74 km entfernte Stadt Kandy. 

Golden Tempel Dambulla

Aufgrund des schlechten Zustandes der Sri-Lankischen Straßen dauerte die Fahrt von Dambulla in die ehemalige Königsstadt Kandy etwas mehr als zwei Stunden. Nach der Ankunft unternahm ich einen Spaziergang um den Kandy Lake. Dabei besuchte ich zugleich den heiligsten Ort des Landes, den Zahntempel (Sri Dalada Maligawa). Hier befindet sich in einem goldenen Reliquienbehälter ein Eckzahn von Buddha. Neben dem Hauptschrein bestaunte ich gemütlich die übrige Tempelanlage, welche seit 1988 zum UNESCO-Welterbe zählt. 

Ufer am Kandy Lake 

Parkanlage vor dem Sri Dalada Maligawa

Hauptschrein des Zahntempel

Dazu gehört Internationale Buddhismus Museum. Dies beherbergt im Erdgeschoss eine Ausstellung über den Ursprung und die Verbreitung des Buddhismus im Asiatischen Raum. Im Obergeschoss stellen sämtliche Buddhistischen Länder Kulturgüter mit Bezug zum Buddhismus aus. 

Indischer Raum im Buddhismus Museum 

Danach setzte ich meinen Weg durch Kandy und entlang dem Ufer des Kandy Lakes fort. Einen Ausblick auf den See und die Stadt erlangte ich wenig später von einem höher gelegenen Aussichtspunkt. Anschließend verbrachte ich eine Nacht in der ehemaligen Königsstadt Kandy mit ihren etwa 125.000 Einwohnern. 

Ausblick auf den Kandy Lake 

Dies war mein letztes Highlight in der Region der Antiken Städte. Denn am nächsten Morgen nahm ich die Eisenbahn vom Bahnhof von Kandy ins Sri-Lankische Hochland. 

Freitag, 8. Dezember 2023

Kerala - Beaches & Backwaters in Südindien

Im Anschluss an meine Tage auf den Hauptinseln der Malediven reiste ich zum zweiten Mal nach Indien, nun nach Kochi im Südindischen Bundesstaat Kerala.  Da der Flughafen von Kochi leider sehr weit außerhalb liegt, dauerte es mit dem Taxi fast 1,5 Stunden bis zu meiner Unterkunft in Fort Kochi. Von dort aus unternahm ich nach meiner Ankunft noch einen Spaziergang zum Sonnenuntergang über dem Indischen Ozean. 

Sonnenuntergang in Fort Kochi

Am nächsten Tag erkundete ich den charmanten Stadtteil Fort Kochi zu Fuß. Noch heute finden sich verteilt, zahlreiche Gebäude der niederländischen, portugiesischen und britischen Kolonialarchitektur, die über die Jahrhunderte Kerala besiedelt hatten. Genauer schaute ich mir die Kathedralbasilika Santa Cruz aus dem 16. Jahrhundert, das Pepper House, heute eine Kunstgalerie und einst das Auktions- und Warenhaus der Pfefferhändler, sowie das Indo-Portuguese Museum mit Objekten und Ausstellungen zum portugiesischen Einfluss auf Kunst und Kultur der Region an. Auch schaute ich am Kochi Beach den Fischern bei ihrer Arbeit mit den Fischernetzen im chinesischen Stil zu. Die an langen Bambusstangen aufgehängten Netze werden dabei bis zu 500-mal pro Tag ins Wasser gelassen. 

Kathedralbasilika Santa Cruz

Kolonialarchitektur von Kochi

Pepper House

Chinesische Fischernetze von Kochi

Auch den folgenden Morgen verbrachte ich in der 600.000 Einwohner Stadt. Nun aber als Teil einer kleinen internationalen Reisegruppe. Mit unserem lokalen Guide Justin schauten wir uns zunächst die Franziskanerkirche aus dem 15. Jahrhundert an. Sie ist die älteste europäische Kirche Indiens und beherbergte die ersten 14 Jahre nach seinem Tod die Gebeine des portugiesischen Entdeckers Vasco da Gama. 

Franziskanerkirche Kochi

Danach ging es zum öffentlichen Wäscherei-Park, wo wir einen Einblick in die tägliche Arbeit der Wäscher bekamen. Besonders empfand ich die Bügeleisen, welche mit gepressten Kokosnussschalen (ähnlich der Holzkohle) befeuert werden. 

Wäsche hängt zum Trocknen aus

Bügeleisen beheizt mit Kokosnussschalen 

Anschließend fuhren wir mit dem Minibus noch in den Stadtteil Mattancherry um dort das Dutch Palace, ein von den Portugiesen im Jahr 1555 im Keralastil erbauter Palast, der später von den Holländern renoviert wurde, zu besichtigen. Direkt nebenan schauten wir uns abschließend die Paradesi-Synagoge aus dem Jahr 1568 an. Bis heute das bedeutendste jüdische Gotteshaus in Indien. 

Malerei im Dutch Palace

Paradesi-Synagoge

Danach ließen wir Kochi hinter uns. Mit unserem Minibus samt Fahrer setzte ich mit meiner Gruppe die Reise durch Kerala fort. Tagesziel war die Hafenstadt Alappuzha rund 60 km südlich. Aufgrund des chaotischen indischen Straßenverkehrs dauerte die Fahrt fast 2 Stunden. Auf etwa halber Strecke gab es Mittagessen bei einer Kooperative welche die dortigen Dorffrauen dabei unterstützt Berufe zu erlernen.

Mittagessen serviert auf einem Bananenblatt

Alappuzha, früher Alleppey, ist bekannt für seine verzweigten Wasserstraßen, die sogenannten Backwaters. Von unserem Gastgeber an diesem Abend wurden wir auch gleich nach der Ankunft zu einer Bootsfahrt durch die Backwaters mitgenommen. Das Wasserstraßennetz reicht bis nach Kochi und erstreckt sich über insgesamt 1.900 km².  

Bootsfahrt durch die Backwaters

Boot auf den Backwaters

Um zu einem schmaleren Kanalsystem zu gelangen, unterbrachen wir der Fahrt mit einem kurzen Spaziergang durch eines der Dörfer am Rande eines Kanals. Danach setzten wir die Tour mit einem kleineren Boot fort, bis wir wieder unser Ausgangsboot erreichten und für den Abend zurückfuhren.

Kanal in den Backwaters

Boote der Dorfbewohner

Unterwegs auf einem Kanal der Backwaters

Am nächsten Morgen fuhren wir binnen 2,5 Stunden weitere rund 80 km nach Süden bis nach Kollam. Dort bestiegen wir zunächst den rot-weiß gestreiften Thangassery Leuchtturm aus dem frühen 20. Jahrhundert. In 41 Metern Höhe hatte ich dann eine großartige Aussicht auf die Küste und das Meer.  

Thangassery Leuchtturm in Kollam
Aussicht vom Thangassery Leuchtturm

Nach einer Mittagspause erkundeten wir zu Fuß das Zentrum von Kollam, inkl. dem lokalen Obst- und Gemüsemarkt. Zum anschließenden Abendessen gab es in einem unscheinbaren Lokal, lecker Curry mit verschiedenen indischen Teigkomponenten wie Dosa, Puri, Chapati und Paratha.

Obst- und Gemüsemarkt in Kollam

Straßenzug in Kollam 

Curry und indische Teigkomponente

Herstellung von Chapati

Am nächsten Tag fuhren wir ein letztes Mal mit unserem Minibus in Richtung Süden. Nach etwas mehr als einer Stunde erreichten wir Varkala Beach, einer kleinen Touristenoase oberhalb eines Kliffs mit herrlichem Ausblick auf den gleichnamigen Strand und den Ozean. In Varkala hatte ich zwei sehr entspannte Tage. So verbrachte ich den ersten Mittag am Hotelpool und ging am Nachmittag ins Ayurvedic Center für eine Ayurveda Massage. An Tag zwei in Varkala schloss ich mich am Morgen einer Yoga-Stunde meiner Gruppe an und verbrachte dann noch etwas Zeit am vorgelagerten Black Sand Beach. 

Mittags am Hotelpool in Varkala 

Yoga-Stunde in Varkala 

Ausblick auf den Black Sand Beach 

Badespaß in Varkala

Dafür war am nächsten Morgen dann frühes Aufstehen angesagt. Mit dem Morgendlichen Zug der Indischen Eisenbahn fuhren wir binnen 4 Stunden von Varkala zurück nach Kochi. Dort bestaunten wir die Vorbereitungen des indischen Lichterfest Diwali. Auch wir zündeten ein paar leuchtende Kracher.

Zug der Indischen Eisenbahn 

Vorfreude auf das Lichterfest Diwali

Am letzten Abend mit der Gruppe besuchten wir in Fort Kochi noch eine Darbietung des indischen Tanzdramas Kathakali, das vor allem in Kerala gepflegt wird. Normalerweise dauern die Inszenierungen mehrere Stunden. Um Besuchern einen Einblick zu gewähren, gibt es spezielle Veranstaltungen, in denen der Aufbau und die Vorbereitung des Kathakali mit einem anschließenden Akt angeboten wird. Dies dauert dann lediglich 90 Minuten.  

Vorbereitungen der Kathakali Darsteller

Kathakali Show in Fort Kochi

Viele Lichter durch Diwali

Zum Ausklang der Tour gab es noch ein letztes gemeinsames Abendessen und ein letztes Bier in einer westlichen Kneipe. Für mich und vier weitere Mitreisende ging es am nächsten Morgen auch schon wieder sehr früh weiter mit einer Taxifahrt zurück zum Flughafen Kochi. Nun wartete ein neues Land auf mich. 

Letztes gemeinsames Bier in Kerala