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Sonntag, 27. Mai 2018

Romandie - Wandern und Wein in der Westschweiz

Gemeinsam mit meinem guten Freund Dirk von Reise deinen Traum bereiste ich 3 Tage lange die Romandie, den französischsprachigen Teil der Schweiz. Wir folgten dabei der Einladung von unserem gemeinsamen Bekannten Manuel der im Februar 2017 sein eigenes Hostel in der 20.000 Einwohner Stadt Nyon am Genfer See eröffnet hat.

Nyon am Genfer See
Von der Qualität des Nyon Hostel durfte ich mich drei Nächte lang überzeugen. Nach meiner Ankunft am Flughafen Genf fuhr ich mit der Bahn ins 22 km nordöstlich gelegene Nyon. Vom Nyoner Bahnhof waren es dann 10 Minuten zu Fuß bis zum sauberen und modernen Nyon Hostel wo ich zu später Stunde Dirk wieder traf. Nach einem Wiedersehen-Bier auf der Terrasse gingen wir zu Bett. Wir übernachteten in einem der geräumigen Mehrbettzimmer. Besonderheit der Stockbetten sind dabei die festverbauten Steckleisten. Wegen unterschiedlicher Stromspannung war hierfür eine Sonderkonstruktion notwendig. Auch sonst haben Manuel und seine Partner ein überdurchschnittlich gutes Hostel konzipiert, das in meinen Augen Hotel-Niveau hat.

Nyon Hostel
Gemütliche Terrasse
Mehrbettzimmer
Am nächsten Morgen stärkten wir uns beim reichhaltigen inkludierten Frühstück und erkundeten dann das gemütliche Nyon. Besonders viele Sehenswürigkeiten im klassischen Sinne fanden wir hier zwar nicht, aber die Szenerie am wunderschönen Genfer See mit dem Bergpanorama überzeugten. Einen tollen Blick erhält man dabei vom Schloss Nyon, das auch von der Uferpromenade gut zu sehen ist.

Blick auf den Genfer See
Das Monster vom Genfer See
Blick vom Yachthafen in Richtung Schloss Nyon
Segelboot auf dem Genfer Se
Gegen Mittag traff ich nach 2 Jahren Manuel wieder. Er zeigte mir und Dirk noch ein paar nette Ecken von Nyon. Anschließend fuhren wir zusammen mit Nina in das Weinbaugebiet von La Côte. Am Pfingswochenende öffnen rund 300 Winzer des Kanton Waadt zudem La Côte gehört ihre Keller und bieten ihre erlesenen Tropfen zur Verkostung an. Für das Eintrittsgeld bekamen wir je ein Probierglas samt praktischer Umhängetasche. Wir fuhren von Winzer zu Winzer und testeten uns den ganzen Nachmittag durch deren Sortimente.

Gemeinsam bei der Weinprobe
Weingut in La Côte
Weinprobe bei einem der 300 Winzer
Weinreben mit Blick auf den Genfer See
Nach so viel Wein ließen wir den Abend gemeinam gemütlich ausklingen. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag zu einem Ausflug in Manuels Heimtstadt Biel. Rund 1,5 Stunden dauerte die Fahrt von Nyon ins beschauliche Biel. Dort angekommen fuhren wir auf den Bieler Hausberg Bözingenberg. Dirk und ich verabschiedeten uns zunächst von Manuel der zu einer Familienfeier eingladen war. Zu zweit wanderten wir den 930 m hohen Bözingenberg hinab nach Biel. Vom Gipfel hatten wir dabei einen tollen Blick auf den Bielersee. Etwa 1,5 Stunden später waren wir zurück in Biel. Von dort fuhren wir mit dem Zug weiter nach Bern.

Blick vom Bözingberg auf Biel samt Bielersee
Schweizer Kühe auf dem Wanderweg
Die Zugfahrt in die Schweizer Bundesstadt (de facto Hauptstadt) Bern dauerte gerade einmal eine halbe Stunde. Wir besichtigten dort die Berner Altstadt, die seit 1983 zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Jedoch an diesem Tag mit kleineren Einschränkungen. Überall wimmelte es von Menschen in gelb-schwarzer Fankleidung. Unsere Stadtbesichtigung fiel zufällig mit der Meisterfeier des Schweizer Fussballmeisters 2018, den Young Boys Bern zusammen. Nach 32 Jahren holte der Verein den Titel wieder in die Bundesstadt.

Berner Altstadt - UNESCO Weltkulturerbe seit 1983
Absperrung für die Meisterfeier auf dem Bundesplatz
Korso des Schweizer Fussballmeister 2018 Young Boys Bern
Bundesplatz nach der Meisterfeier
Nachdem der Korso das Zentrum in Richtung Stadion verlassen hatte wurde es ruhiger in der Altstadt und der Weg zum Bundeshaus war frei. Die letzten Sonnenstrahlen des Tages fingen wir im Botanischen Garten ein, bevor wir die Bahn zurück nach Biel nahmen. Dort trafen wir uns mit Manuel für die Rückfahrt nach Nyon.

Berner Münster
Blick zur Berner Altstadt
Kirchenfeldbrücke über der Aare
Blick von der Lorrainebrücke auf die Aare und Kornhausbrücke
Am nächsten Morgen hieß es dann Abschied nehmen vom Nyon Hostel. Dirk und ich nahmen nach dem Frühstück den Zug nach Genf. Wir wollten vor dem Rückflug am Nachmittag noch die zweitgrößte Stadt der Schweiz besichtigen. In Ermangelung an Zeit schlossen wir uns der Free Walking Tour Genf an. In 2 Stunden ging es samt Guide durch das Stadtzentrum. Dabei machten wir Halt auf der längsten Sitzbank der Welt. 120 Meter misst die Treille-Bank mit Blick auf den Parc des Bastions.

Bel-Air Platz
Längste Sitzbank der Welt
120 Meter lange Sitzbank
Einer von zahlreichen Trinkwasserbrunnen
Ebenfalls herausragend ist die Genfer Blumenuhr mit dem längsten Sekundenzeiger der Welt. Stolze 2,5 Meter misst der Zeiger über dem vier mal jährlich wechselnden Blumenmotiv. Nur unweit der Blumenuhr im Park Jardin Anglais befindet sich die Uferpromenade. Von dort aus bestaunten wir den Jet d´Eau, das Wahrzeichen der Stadt. Bis zu 140 Meter in die Höhe spritzt die Fontaine das Wasser aus dem Genfer See.

Blumenuhr von Genf mit längstem Sekundenzeiger der Welt (2,5 Meter)
Uferpromenade mit Blick auf den Jet d´Eau
Wasserfontaine Jet d´Eau
Nach einem kleinen Spaziergang entlang des Seeufers nahmen wir den Zug zurück zum Flughafen um unseren Rückflug anzutreten. Drei abwechslungsreiche Tage in der Westschweiz endeten mit einem gemütlichen Flug über die Schweizer Alpen.

Flug über die Schweizer Alpen
Donnerstag, 10. Mai 2018

5 Tage Visafrei nach Weißrussland

Seit Anfang 2017 ist es möglich ohne ein aufwendiges und teures Visum nach Weißrussland zu reisen. Bis zu 5 Tage sind dabei Visafrei und genau diesen Zeitraum verbrachte ich in Weißrussland. Um von der neuen Regelung zu profitieren musste ich über den Flughafen Minsk einreisen. Neben meinem Reisepass wurde auch die notwendige Auslandskrankenversicherung genaustens von den Grenzbeamten geprüft. Nach erfolgreicher Einreise fuhr ich mit dem Bus ins Zentrum der weißrussischen Hauptstadt. Dort wohnte ich in einem einfachen Hostel in der kleinen Minsker Altstadt Trinity Hill, am Flussufer der Swislatsch.

Minsk mit 2 Mio. Einwohner größte Stadt von Weißrussland
In mitten der Swislatsch die sich durch ganz Minsk schlängelt, befindet sich die Insel der Tränen. Über eine Bogenbrücke gelangte ich auf das kleine Eiland, dass ein Denkmal und kleinere Skulpturen für die gefallenen Soldaten im sowetischen Afgahnistankireg beheimatet. Anschließend lief ich eine Runde entlang des Flusses bis die Dämmerung einsetzte.

Insel der Tränen
Denkmal an die gefallenen Soldaten im sowjetischen Afgahnistankrieg
Skulptur der Tränen
Den zweiten Tag in Minsk begann ich zusammen mit rund zehn weiteren Touristen auf der einzigen angebotenen Free Walking Tour durch das Zentrum von Minsk. Die 2,5 stündige Stadtführung begann am Rathaus. Von dort aus führte uns der Guide vorbei an Trinity Hill und dem Opernhaus bis hin zum Unabhängigkeitsdenkmal.

Opernhaus von Minsk
Swislatsch Fluss
Sowjetisches Plakat unterhalb des Unabhängigkeitsdenkmal
Unabhängigkeitsdenkmal von Weißrussland
Am Nachmittag begab ich mich per Metro und Bus in den Süden der mit 2 Millionen Einwohnern größten Stadt des Landes. Mein erklärtes Ziel war der Besuch des 3.000 Plätze fassenden FK Minsk Stadion. Der zweit populärste Minsker Fußballverein FK Minsk spielte vor rund 500 Zuschauern gegen Dinamo Brest sein Ligaspiel der weißrussischen Wyschejschaja Liha. Die abwechslungsreiche Partie endete 3:3.

Verwaltungsgebäude am Stadion des FK Minsk
Gegentribühne des FK Minsk Stadion
Tag 3 verbrachte ich bei strahlendem Sonnenschein in eigener Regie. Mit dem Bus fuhr ich zunächst zum Oktoberplatz. An diesem rieseigen Platz befindet sich der Palast der Republik, ein beeindruckender Sowjetbau. Gleich neben an ist das Kulturzentrum samt Meter hoher Fahnen für die Feier zum Tag des Sieges am 9. Mai.

Palast der Republik am Oktoberplatz
Dekoration für den Tag des Sieges
Von dort aus lief ich entlang der Hauptstraße Niezalieznasci bis zum Unabhängigkeitsplatz. Auch hier befinden sich einige Sehenswürdigkeiten, wie die als Rote Kirche bekannte römisch-katholische Kirche des Heiligen Simon und der Heiligen Helena. Ein paar Meter weiter findet man eine große Lenin Statue vor dem Haus der Regierung.

Grünstreifen an der Niezalieznasci
Unabhängigkeitsplatz mit Roter Kirche
Lenin Statue vor dem Haus der Regierung
Mein Weg führte mich dann weiter in Richtung Bahnhof und den Türmen von Minsk. Vorbei am großen Dinamo Stadion bog ich auf die Oktober Straße ein. Neben mehreren Bars und Cafés ist die Straße für ihre jährliche wechselnde Street Art bekannt. Weißrussische Künstler dürfen hier Hausfassaden mit Graffiti gestalten, die einmal jährlich in einem Wettbewerb wechseln.

Türme von Minsk
Street Art in der Oktoberstraße
Großflächiges Graffiti
Graffiti in der Oktoberstraße
Letztes Ziel war am späten Nachmittag das Kriegsdenkmal auf dem Hügel des Victoria Parks. Damit konnte ich weitesgehend alle Sehenswürdigkeiten dieser überraschend schönen Stadt besichtigen. Herausragend ist die Sauberkeit in der gesamten Stadt, die mit ihrem Sowjet Chic beindruckt.

Sowjetkunst trifft Moderne
Kriegsdenkmal
Blick vom Kriegsdenkmal
An meinem letzten Tag in Weißrussland besichtigte ich mit einer 6-köpfigen Truppe die zwei zum UNESCO Weltkulturerbe gehörenden Schlösser von Mir und Niesvizh. Zunächst fuhren wir am frühen Morgen ins 100 km südwestlich gelegen Mir. Dort angekommen besichtigten wir samt Guide den Schloßkomplex. Anschließend hatten wir genügend Zeit um das Gelände und das Schloss auf eigene Faust zu erkunden.

Schloss Mir
Kampfszene einer mittelalterlichen Darbietung
Kirche auf dem Gelände der Schlossanlage Mir
Im Anschluss fuhren wir ins 30 km entfernte Niesvizh. Nach einem kleinen Spaziergang durch den Ort gab es ein leckeres weißrussisches Mittagessen, bevor wir die Schloßanlage besuchten. Auch hier hieß es eine Runde um Schloß herum und danach fast 2 Stunden Führung im inneren der Anlage der Radziwill Familie.

Hauptplatz in Niesvizh
Schloss von Niesvizh
6-köpfige Gruppe mit Guide in Niesvizh
Spielzimmer von Schloss Niesvizh
Nach der Tour blieb noch etwas Zeit für eine eigene Runde im Park, bevor die 1,5 stündige Rückfahrt anstand. Am folgenden Morgen hieß es dann auch schon Abschied nehmen von Weißrussland. Mit dem Bus dauerte es eine Stunde bis zum Flughafen. Dort hatte ich noch ein bisschen Zeit für die eine kostenlose Erkundung des Flugzeugmuseums. Auf der Freifläche vor dem Flughafengebäude finden sich sieben ausgediehnte historische sowjetische Flugzeuge.

Alte Iljuschin Il-76
Kurz darauf passierte ich die ebenso gründliche Passkontrolle bei der Außreise und flog nach 5 Tagen zurück nach Deutschland. Bis 2019 soll die Visafrei Einreise auf 10 Tage ausgedeht werden, was dem Tourismus in Weißrussland dann den nächsten Schub geben wird.