Blogger Widgets
Sonntag, 13. Januar 2019

Jordanien mit dem Mietwagen - Amman bis Dana

Ende 2018 reiste ich erstmals so richtig in den Nahen Osten, meinen 2-tägigen Stopover in Dubai, möchte ich da nicht wirklich mitzählen. Erklärtes Ziel war zunächst Jordanien. Die Einreise erledigte ich über den internationalen Flughafen der Hauptstadt Amman. Dank des vorab gebuchten Jordan Pass, einer vergünstigten Kombination aus Eintrittskarte zu über 40 Sehenswürdigkeiten und Tourismusabgabe, ersparte ich mir ein Visum und konnte weit nach Mitternacht zügig die Passkontrolle passieren. Für die 4 Millionen Stadt Amman hatte ich einen Tag zur Verfügung. Diesen verbrachte ich zu Beginn im höher gelegenen Stadtteil Jabal um mir die Überreste der Zitadelle von Amman an zuschauen.

Blick auf Amman vom Zitadellenhügel
Blick auf die Altstadt mit römischem Theater
Säulen der Zitadelle
Ruine des Hauptgebäudes
Dank des Jordan Pass war kein weiteres Eintrittsgeld zu bezahlen. Neben zahlreichen Säulen, mehr oder weniger Intakt, findet sich auf dem Gelände auch eine gut erhaltene Moschee samt Dampfbad Complex und das Jordanische Archäologiemuseum. Im Museum finden sich Alltagsgegenstände, Statuen, Kunstgegenstände und Schmuck aus der Jungsteinzeit bis hin zur byzantinischen Zeit aus Jordanien.

Umayyad Complex
Byzantinische Kirche
Nach rund 2,5 Stunden verließ ich den Zitadellenhügel wieder und besichtigte die zweite bedeutende historisch-kulturelle Stätte im Stadtzentrum von Amman, dass beeindruckend gut erhaltene römische Theater.

Römisches Theater
Das Theater von Oberrang
Blick auf die Altstadt und den Zitadellenhügel
Am frühen Abend kehrte ich in mein Hostel zurück und organisierte letzte Kleinigkeiten für meinen Roadtrip in den Süden Jordaniens. Dabei lernte ich den US-Amerikaner Bing kennen, der sich mir spontan für meine Fahrt anschloss und bereit war die Kosten für Benzin & Co. zu teilen. Am nächsten Morgen nahm ich meinen Mietwagen an der Abholstation im Stadtzentrum entgegen. Nachdem alle Formalitäten geklärt waren fuhr ich zusammen mit Bing zunächst nach Norden in die Stadt Jerash. Auf den ersten Kilometern lernte ich gleich die oftmals chaotische Fahrweise der Jordanier kennen.

Triumphbogen von Jerash
Blick auf den großen Platz
In Jerash angekommen besichtigte ich die Ruinen der antiken Stadt. Die dort angetroffenen Ruinen römischen Ursprungs, erinnerten mich an Form und Ausmaß sehr an die marokkanische Stätte von Volubilis. Was mir wieder einmal vor Augen führte welche enorme Ausdehnung das römische Reich erreicht hatte.

Römisches Theater von Jerash
Allee in Jerash
Säulen
Kleines Theater
Nach diesem für mich sehr beeindruckenden Mittag, setzte ich meine Fahrt zum Tagesziel am Toten Meer fort. Für die 120 km zu den Mujib Chalets benötigte ich rund 2,5 Stunden. Dabei überwindete ich rund 1.400 Höhenmeter, von Jerash auf knapp über 1.000 m bis hin zum Toten Meer auf -400 m über bzw. unter dem Meeresspiegel. Gerade noch rechtzeitig vor einsetzten der Dämmerung erreichten Bing und ich die auf einer kleinen Landzunge gelegenen Mujib Chalets. Wir teilten uns für diese Nacht einen der Bungalows mit herrlichem Blick auf das Tote Meer, samt Privatstrand etwas unterhalb der Steilküste.

Mein Mietwagen nach Tag 1 am Toten Meer
Ausblick aus meinem Bungalow
Bing lässt sich im Toten Meer treiben
Sonnenuntergang am Toten Meer
Nach der Ankunft machten wir uns direkt auf ins Wasser. Dabei erlebten wir den für das Tote Meer typischen Auftrieb im Wasser, der uns an der Oberfläche treiben ließ. Grund hierfür sind der hohe Salzgehalt von bis zu 33 %. Aufgrund des hohen Salzgehalts hat das Seewasser eine Dichte von ca. 1,240 kg/l. Das Mittelmeer hat vergleichsweise einen Salzgehalt von 3 %.

Salzverkrustete Steine am Ufer
Blick nach Israel auf der anderen Seite
Auch im Morgenlicht beeindruckte mich die Aussicht auf den See der sein Namen bereits seit der Antike besitzt, da im Gewässer ausser ein paar Mikroorganismen kein Leben vorherrscht. Nachdem Frühstück setzte ich den Roadtrip entlang des 18 km breiten und 67 km langen See fort. Erstes Ziel an diesem Tag war die Stadt Kerak mit ihrer imposanten Kreuzritterburg.

Ausblick auf den Jordangraben mit Totem Meer im Hintergrund
Al-Karak Highway auf dem Weg nach Kerak
Die im Jahr 1142 fertiggestellte Burg war eine der größten ihrer Art und bot Platz für 700 Pferde und mehr als doppelt so viele Ritter und Bewohner.

Blick hinuter von der Kreuzritterburg Kerak
Ruine der Burg Kerak
Aussichtsturm
Gang im inneren der Burg
Im Anschluss an die Besichtigung der Burg fuhr ich meinen Mazda weiter ins Dorf Dana, namensgebender Ort für das 310 km² große Biosphärenreservat Dana. Das weitläufige Naturschutzgebiet lockt mit seiner Landschaft, die am Nachmittag auf einer kleinen Wanderung erkundet wurde.

Biosphärenreservat Dana
Sonnenuntergang in Dana
Nachdem die Sonne untergegangen war, gingen Bing und ich zurück in unser Hotel, wo für den Abend ein gemeinsames Abendessen für alle Gäste stattfand. Im Anschluss musizierten die Gastgeber für uns, bis auch die letzten Gäste sich in ihre warmen Decken, im kalten Dana, wickelten.
Aufenthaltsraum im Dana Tower Hotel
Montag, 12. November 2018

Spannende Reise in die Republik Moldau samt Transnistrien

Die Republik Moldau, allgemeinsprachlich auch Moldawien genannt, war das Ziel einer mehrtägigen Reise Anfang November. Die Flugzeit von Frankfurt bis zu moldauischen Hauptstadt Chișinău betrug dabei genau 2 Stunden. Vom Flughafen ins Zentrum der 680.000 Einwohner großen Stadt, nahm ich die Minibuslinie Nr. 165. Am südlichen Ende des Ştefan cel Mare si Sfant Boulevard endete die halbstündige Fahrt und ich lief gen Norden entlang der Hauptstraße zu meinem Hostel. Nachdem Check-In erkundete ich noch vor Sonnenuntergang das Studentenviertel um die moldauische Staatsuniversität USM, samt Wasserturm aus dem 19. Jahrhundert. Am Abend führte mein Weg nochmals entlang des Ştefan cel Mare si Sfant Boulevard, an dem sich im südlichen Abschnitt u.a. das Nationaltheater und das Innenministerum befinden.

Innenministerium der Republik Moldau
Wasserturm aus dem 19. Jahrhundert
An meinem zweiten Tag unternahm ich einen Tagesausflug von Chișinău nach Tiraspol, der Hauptstadt des 1990 für Unabhängig erklärten Transnistrien, ein Land das offiziell gar nicht existiert. Am Zentralen Busbahnhof in Chișinău löste ich ein Ticket für die fast 2-stündige Fahrt mit dem Minibus nach Tiraspol. Nach etwa einer Stunde erreichten wir die Grenzstation zwischen der Republik Moldau und der offiziell lautenden Pridnestrowische Moldauische Republik, kurz PMR, Pridnestrowien oder im internationalen Sprachgebrauch verwendeten Transnistrien. Dort angekommen mussten alle Ausländer ihren Reisepass im Büro der Grenzbehörde vorweisen und bekamen anstatt eines Stempels einen Ausdruck mit Passdaten und Info über die maximale Aufenhaltszeit. Da ich nur für den Tag nach Transnistrien wollte, bekam ich die Erlaubnis mich für bis zu 10 Stunden ohne Registrierung im Land aufzuhalten.

Minibus nach Tiraspol am Zentralen Busbahnhof
Einreiseblatt nach Transnistrien
Nachdem Grenzposten erreichten wir die Stadt Bender mit ihrer mittelalterlichen Festung auf der linken Seite. Leider hatte ich nicht genügend Zeit um dort anzuhalten. Darauf überquerten wir den Fluss Dnister, der die natürliche Grenze zwischen dem international anerkannten Moldau und dem lediglich von Russland anerkannten und unterstützen de-facto-Regime Transnistrien. Die Regierung der PMR hatte während dem Zerfall der Sowjetunion ihre Unabhägigkeit ausgerufen aber keine Souveränität erlangt, dies mündete 1992 in einem kurzen Krieg der mit Hilfe von Russland beendet wurde und sich schließlich beide Staaten auf die heutige Grenze einigten. International wird das Gebiet der PMR der Republik Moldau zu gerechnet.

Wappen von Transnistrien
Etwas mehr als eine halbe Stunde nach überqueren der Grenze erreichte ich die Hauptstadt Tiraspol, mit 150.000 Einwohnern. Am Busbahnhof durfte ich dann auch gleich Geld wechseln, da Transnistrien mit dem Transnistrischen Rubel seine eigene Währung besitzt (in Moldau, der Moldauische Leu). Danach begann ich meinen Rundgang entlang der Straße des 25. Oktobers. Hier finden sich die wichtigen Bauwerke und Monumente der Stadt, vornehmlich im Sowjetischen Baustiel wie das Drama und Comedy Theater. Auch das Rathaus, die Zentralbank, der De Wollant Park und die Orthodoxe Kirche finden sich entlang der Hauptstraße.

Bahnhofgebäude von Tiraspol
Straße des 25. Oktobers
Rathaus von Tiraspol
Drama und Comedy Theater
Im Gegensatz zur Republik Moldau in der rumänisch gesprochen wird, dominiert in Transnistrien russisch samt der kyrilischen Schriftzeichen. Auch sonst versprüht die Region viel Sowjetcharme mit zahlreichen Denkmählern aus den "alten Zeiten". Als schließlich die Dämmerung einsetzte kehrte ich zum Bahnhof zurück um wieder nach Chișinău zu gelangen. Nach rund 6 Stunden erreichte ich erneut den Grenzposten nahe der Stadt Bender. Damit war ich genau im Zeitplan und hatte keine Probleme mit den Grenzbeamten.

Kulturzentrum in Tiraspol
Blick auf den Fluss Dnister in Tiraspol
Denkmal-Platz
Lenin-Statue vor dem Regierungsgebäude
Den dritten Tag begann ich mit einem einstündigen Spaziergang um den See Valea Monitor. Nach einer gemütlichen Runde um den See mit Abstecher zum Lenin und Marx Monument nahm ich mir ein bisschen Zeit für etwas Sightseeing entlang des Ştefan cel Mare si Sfant Boulevard.

Fußweg entlang des Seeufers
See Valea Monitor
Lenin und Marx Monument
Pavillon oberhalb des Sees
Zu den wichtigsten Bauwerken und Monumenten entlang des Boulevard zählen das Parlamentgebäude der Republik Moldau, der Präsidentenpalast, die Kathedrale von Chișinău, der Triumphbogen, sowie eine Statue zu Ehren von Ştefan cel Mare, zu deutsch Stefan der Große, ein  Herrscher aus dem 15. Jahrhundert.

Parlamentsgebäude der Republik Moldau
Triumphbogen am Ştefan cel Mare si Sfant Boulevard
Kathedrale von Chișinău
Für den Nachmittag war ich mit drei Reisenden aus meinem Hostel verabredet. Wir unternahmen einen gemeinsamen Ausflug zur Weinkellerei Cricova in der 15 km entferten Kleinstadt Cricova. Das Weingut ist bekannt für seine Weinkeller mit einer Gesamtlänge von 120 Kilometern. Die Weinkeller von Cricova sind die zweitgrößten der Welt und können während einer 2-stündigen Tour mit Golf-Karts besichtigt werden. Der erste Stop waren die unterirdische Abfüllanlange und Lagerplätze für Schaumwein. Danach folgte ein Besuch im eingebauten Kino mit einem Dokumentarfilm zur Geschichte der Weinproduktion in der Republik Moldau.

Infotafeln über die Weinkellerei Cricova
Lagerplatz für den Schaumwein
Lagerfässer
Als vorletzte Stadtion besichtigten wir die wertvollsten Weinsammlugen der Kellerei. Zu den Inhabern einer Weinsammlung in Cricova zählen zahlreiche berühmte Persönlichkeiten, vorallem Politiker wie z. B. die deutsche Bundeskanlerin Angela Merkel. Danach bekamen wir noch das Museum, sowie verschiedene Verkostungsräume zu sehen. Den Abschluss bildete, wie sollte es auch anders sein, der Wein- und Sovenirshop.

Kellerraum der wertvollsten Weinsammlungen
Hinweis auf die Weinsammlung von Angela Merkel
Verkostungsraum
An meinem vierten und letzten Tag hatte ich am Vormittag noch ein paar Stunden bevor ich zurück um Flughafen musste. Auf meinem abschließenden Spaziergang kam ich zunächst am kostenfreien Militärmuseum vorbei. Dort finden sich verschiedenste Panzer, Waffensysteme und ein Jet aus Zeiten der Sowjetunion.

Militärmuseum in Chișinău
Supersonic Jet
Anschließend besichtigte ich noch das Monument und die Ewige Flamme zu Ehren der verstorbenen Soldaten im 2. Weltkrieg.

Ewige Flamme Chișinău
Teil des Denkmals für die verstorbenen Soldaten des 2. Weltkriege
Danach ging ich zurück in meinem Hostel und wenig später von dort aus mit dem Taxi zum Flughafen von Chișinău um nach vier spannenden Tagen in der Republik Moldau samt Tagesausflug nach Transnistrien meinen ebenfalls 2-stündigen Rückflug anzutreten.