Die Zweite Hälfte der Selbstfahrer Rundreise durch Korsika führte mich und Petra zunächst vom Campingplatz in Porto über die D84 hinauf in das kleine Bergdorf Évisa. Dort liefen wir einen Abschnitt des Kastanienweg Le chemin des châtaigniers. Dieser 3,5 km lange Wanderweg führt durch einen der zahlreichen Edelkastanienwälder dieser Bergregion um Évisa. Mehrere Informationstafeln entlang des Weges im Wald lehren die Bedeutung der Edelkastanie (ugs. Maroni) für die Bauern der Region und für ganz Korsika. So werden Maronenprodukte Inselweit angeboten. Aber nicht nur die Edelkastanie lockte uns nach Évisa, sondern auch die freilaufenden halbwilden Schweine tummeln sich im Aïtone-Wald.
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| Ausblick auf das Bergdorf Évisa |
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| Kastanienweg Le chemin des châtaigniers |
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| Informationstafel auf dem Kastanienweg |
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| Freilaufendes Schwein im Aïtone-Wald |
Am Nachmittag setzten wir unsere Fahrt in den Süden Korsikas fort. Wir schlängelten uns über die Insel entlang der kurvigen Berg- und Küstenstraßen, vorbei an der Inselhauptstadt Ajaccio zu unserem nächsten Stopp in Filitosa. Dort befindet sich eine prähistorische Ausgrabungsstätte. Hier kann man die schönsten Menhirstatuen der Insel bewundern. Die bearbeiteten Steine stammen aus der Zeit zwischen 1300 und 800 v. Chr. und stellen Krieger der Megalithvölker da, die Statuen bekamen dabei Waffen wie Schwerter und Dolche eingemeißelt. Samt Audioguide liefen wir das überschaubare Freilichtmuseum ab und machten uns anschließend auf die letzten Kilometer bis zum Campingplatz Vigna Maggiore.
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| Ausblick während dem Roadtrip |
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| Ausgrabungsstätte Filitosa |
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| Rund 1200 Jahre alter Olivenbaum in Filitosa |
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| Menhirstatue mit Schwert |
Nach einer Nacht in einem Festen Zelt fuhren wir auch bereits weiter. Tagesziel war die Stadt Bonifacio an der Südspitze der Insel. Sie zählt zu den Hauptsehenswürdigkeiten von Korsika. Die Altstadt mit ihren engen Gassen steht auf einem zwischen 60 und 80 Meter hohen und teilweise vom Meer unterspülten Kalksteinplateau. Um das besser bestaunen zu können, folgten wir der Empfehlung, zunächst eine Bootstour zu unternehmen. Diese startet im Hafen von Bonifacio und fährt binnen einer Stunde entlang der Küste mit Stopps an Grotten, Buchten, besonderen Felsformationen und der ikonischen Treppe des Königs von Aragon.
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| Hafen von Bonifacio mit Zitadelle im Hintergrund |
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| Das Kalksteinplateau wird beindruckend vom Wasser aus |
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| Eine Bucht während der Bootstour |
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| Treppe des Königs von Aragon ist rechts erkennbar |
Im Anschluss an die Bootstour liefen Petra und ich hinauf in die Altstadt, die sich direkt neben der Zitadelle ausgebreitet hat. Auf unserem Stadtspaziergang passierten wir am Westende der Altstadt den imposanten Friedhof der Seeleute mit zahlreichen Familiengräbern. Direkt nebenan betraten wir die ehemalige militärische Anlage Le Gouvernail. Sie ist ein langer Tunnel mit 168 Stufen, die in die Klippen gehauen wurden. Am unteren Ende der Stufen befindet sich ein ungewöhnlicher Aussichtspunkt mit Panoramablick auf die Bucht von Bonifacio und sogar hinüber ins benachbarte Sardinien. Dieser strategisch angelegte Ausblick diente einst militärischen Beobachtungen und verdeckten Kampfhandlungen aus dem Felsen hinaus.
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| Ausblick auf den Hafen von der Zitadelle |
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| Familiengräber auf dem Friedhof der Seeleute |
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| Zugangstunnel zur Anlage Le Gouvernail mit Hinweisschild |
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| Meerblick vom Le Gouvernail |
Nachdem wir die Treppenstufen wieder hinaufgekommen waren, liefen wir zurück in die Altstadt, wo wir uns eine weitere Treppenbasierte Sehenswürdigkeit vorgenommen hatten. Die in die Kalkstein-Klippe geschlagene Treppe des Königs von Aragon umfasst 187 ungleiche Stufen im Süden der Altstadt. Bereits während der Bootstour aus gesehen wirkte sie wie eine dunkle schräge Linie über die ganze Höhe des Kliffs, als ob ein Rohr in den Felsen eingelassen sei. Einer Legende nach soll die Treppe von Truppen des Königs von Aragon Alfons V. nach der Belagerung von Bonifacio 1420, als Fluchtmöglichkeit in den Felsen gehauen worden. Am unteren Ende der Treppe findet sich ein Weg nur wenige Meter über dem Meer mit erneut gutem Blick auf die Bucht von Bonifacio.
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| Abstieg auf der Treppe des Königs von Aragon |
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| Blick aufs Wasser |
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| Ich passe gerade so drunter |
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| Die Treppe des Königs von Aragon ist nicht genormt |
Zurück in der Altstadt von Bonifacio ließen unsere Kräfte bei sommerlichen Temperaturen nach und wir machten uns auf den Rückweg zu unserem Fahrzeug. Mit diesem fuhren wir eine Dreiviertelstunde über die RT10 nach Norden in Richtung der Hafenstadt Porto-Vecchio. Vor den Toren der Stadt bogen wir rechts ab, um unseren gebuchten Campingplatz auf der Chiappa-Halbinsel zu erreichen. Dort kamen wir für zwei Nächte unter.
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| Möwe mit Ausblick |
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| Gasse in der Altstadt von Bonifacio |
Nach der ersten Nacht legten wir einen entspannten Strandtag ein. Wir fuhren nach dem Frühstück zum Strand von Tamaricciu. Dieser befindet sich direkt neben dem weltberühmten Strandabschnitt von Palombaggia. Dieser war uns jedoch zu trubelig und somit waren wir froh über die mindestens genau so schöne, aber ruhigere Alternative.
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| Strand von Tamaricciu |
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| Strandabschnitt bei Palombaggia |
Nach der zweiten Nacht auf der Chiappa-Halbinsel fuhren wir weiter nordwärts. Zunächst wieder entlang der RT10 bis nach Solenzara für den ersten Halt des Tages. Dort lieh ich mir mit Petra ein Zweierkajak aus. Unterhalb der RT10 Brücke über den Solenzara Fluss, ließen wir das Kajak zu Wasser und paddelten rund 500 m flussabwärts, bis wir im Mittelmeer mündeten. Dort bewegten wir uns parallel zum Strand hin und her, bevor wir anschließend wieder zurück zum Ausgangspunkt paddelten und nach etwas mehr als einer Stunde vom Kajak zurück aufs Auto wechselten.
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| 2er Kajak für Petra und mich |
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| Kajaktour bei Solenzara |
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| Solenzara Fluss mit Brücke der RT10 |
Danach setzen wir die Fahrt entlang der RT10 fort, bis wir bei Aléria auf die T50 landeinwärts nach Corte abbogen. Die Stadt Corte liegt auf einem Hochplateau auf 436 m Höhe, war einst die Hauptstadt der Insel und beherbergt heutzutage Korsikas einzige Universität. Nach der Ankunft ging es zu Fuß von unserer Unterkunft direkt ins Zentrum, das von der auf einem Felsvorsprung befindlichen Zitadelle aus dem 15. Jahrhundert dominiert wird.
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| Altstadt von Corte |
In der Zitadelle integriert befindet sich das Museum über Korsika, das Musée de la Corse. Der moderne Bau fügt sich harmonisch in die Mauern der Zitadelle ein. Das Museum zeigt in der Dauerausstellung über zwei Etagen hinweg einen Querschnitt durch Korsikas Geschichte, darunter das Leben der Hirten in den Bergen, die touristische Entwicklung, die Bruderschaften, die Industrie und die Musik.
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| Eingang des Musée de la Corse |
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| Zitadelle von Corte |
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| 1. Etage im Musée de la Corse |
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| Wandgemälde im Museum |
Über den Aussichtspunkt Belvédère liefen wir zurück zu unserer Unterkunft. Von dieser aus starteten wir am nächsten Morgen mit einer Wanderung in das Tavignano Tal. Dieses erstreckt sich nordwestlich des Zentrums von Corte und ist problemlos zu finden. Wir wanderten auf einem leicht ansteigenden alten Maultierpfad Talaufwärts. Unser ursprüngliches Ziel war eine Badestelle an einer Brücke. Doch das heiße Wetter ohne wirkliche Schattenoption ließ uns nach 6 km taleinwärts wieder umkehren. Stattdessen erfrischten wir uns am Plage de Baliri, einem kleinen Strand an einer Flussbadestelle in Corte.
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