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Freitag, 2. Juni 2017

3-tages Tour Uyuni - zwischen Schneechaos und Salzwüste

Nach ein paar Tagen Akklimatisation in San Pedro de Atacama wollte ich weiter nach Bolivien. Mein erklärtes Ziel war Salar de Uyuni, die größte Salzwüste der Welt. Hierzu bieten in San Pedro gleich mehrere Anbieter ihre Dienste an. Diese variieren zwischen 3-tages und 4-tages Touren. Der Unterschied, am vierten Tag fährt man von Uyuni den ganzen Weg wieder zurück. Daher entschied ich mich logischerweise für die 3-tages Tour und die hatte es in sich. Zunächst konnte nicht die übliche Route über einen Pass, eine Stunde nördlich von San Pedro gefahren werden. Der starke Schneefall hatte die Passstraße vereist. Daher hieß es mitten in der Nacht um halb vier aufstehen und einen 4-stündigen Umweg zur Grenze in Ollague nehmen.

Großer Andrang an der chilenisch-bolivanischen Grenze
An der Grenzstation auf rund 3.800 m angekommen, wechselte ich nicht nur Geld und das Land, sondern auch das Fahrzeug. Von einem in die Jahre gekommenen Reisebus wechselte ich mit fünf weiteren Reisenden aus Deutschland, Österreich und Brasilien in einen Geländewagen. Bevor es jedoch losging, gab es noch Frühstück. Erster Stopp des Tages war Mirador Ollague, eine Felsformationen mit Aussblick auf den gleichnamigen Vulkan in Südwest Bolivien.

Mirador Ollague
Anschließend war Lagunenzeit. Wir besichtigten insgesamt vier Lagunen entlang der Route nach Süden. Zunächst die Lagune Cañape, danach die Lagunen Hedionda, Chiarkota und Honda. Unterbrochen wurde die Lagunenzeit nur von einem einfachen Mittagessen.

Laguna Cañape
Zusammen mit Marcus an der Lagune Cañape
Flamingos in der Lagune Hedionda
Laguna Honda
Am Nachmittag des ersten Tages wurde es dann plötzlich ungemütlich. Aufgrund zunehmender Höhe wurde es weiß um uns herum. Der stärker werdende Wind bließ uns den Schnee um die Ohren. Es kam sogar zwischenzeitlich zu einem "Whiteout", sprich wir sahen nur Weiß vor unseren Augen. Dann kam es wie es kommen musste, bei der Fahrt durch eine Senke blieb das erste Auto unserer zu diesem Zeitpunkt neun Fahrzeuge starken Kolone im Schnee stecken. Sämtliche Fahrer eilten zur Hilfe um den Geländewagen mit Händen und Schaufeln zu befreien. Dies gelang, doch schon bei der nächsten Senke wiederholte sich das Spiel mit unserem Fahrzeug. Nachdem wir befreit waren wiedeholte sich das ganze noch weitere zweimal und das bei einsetzender Dämmerung und Schneefall. Zwischendurch kamen leichte Bedenken, dass wir die Nacht auf 4.700 m im Auto verbringen müssen.

Bild vom ersten mal Stecken bleibenden 
Das Aussicht sah düster aus auf 4.700 m
Am Ende klarte das Wetter wieder etwas auf und wir konnten die Fahrt langsam und mit großer Vorsicht vortsetzen. So erreichten wir gerade noch rechtzeitig unsere Unterkunft nahe der Laguna Colorada, einer durch Mikroorganismen rotgefährbte Lagune mit Flamingos. Trotz viel trinken bekam ich an diesem Abend Kopfschmerzen, ein gängiges Symptom der Höhenkrankheit. Während unserer Nacht auf 4.400 m Höhe wurde das zum Glück besser. Doch viel Schlaf kam bei dieser Höhe und kälte nicht zusammen. Gegen die Kälte konnte ich mir für diese Nacht trotz fünf Decken einen Schlafsack mieten.

Laguna Colorada
Flamingos in der Lagune Colorada
Am zweiten Tag verließen wir nachdem Frühstück schnell die Schneezone in eine andere Richtung. Nach einem Tankstopp im Ort Villa Mar, besichtigten wir die rötlichen Felsen der Italia Perdida.

Italia Perdida
Ausblick von den Italia Perdida
Danach war letztmalig auf der Tour Lagunenzeit. Neben der Laguna Vinto mit ihren weidenden Lamas, folgte die beeindruckende Laguna Catal.

Lamas an der Laguna Vinto
Baby Lamas
Blick auf die Laguna Catal 
Abfluss der Laguna Catal
Die Route führte anschließend durch das Valle de Rocas bis hin zu unserem Mittagsstopp in San Augustin. Nach ordentlicher Verpflegung fuhren wir durch die kleine Salzwüste Salar de Chiguana, bis wir am frühen Nachmittag unser Salzhotel in San Juan erreichten. Den freien Nachmittag verbrachte ich zusammen mit meinen fünf Mitreisenden bei einem kleinen Spaziergang durch das Dorf auf nur noch 3.700 m Höhe. Es folgte eine nahezu kalte Dusche und leckers Abendessen bevor wir Todmüde ins Bett gingen.

Bahngleise durch die Salar de Chiguana
Nach einer deutlich angenehmeren zweiten Nacht und mittlerweile ohne Symptome, hieß es um kurz vor fünf Uhr früh aufstehen um am dritten Tag den Sonnenaufgang in der Salzwüste Salar de Uyuni mitzuerleben.

Unser Geländewagen im Sonnenaufgang
Nachdem die Sonne aufgegangen war, fuhren wir zur Kaktusinsel Incahuasi. Vom Gipfel der mit Kakteen übersehten Insel in mitten der Salar de Uyuni hat man einen hervorragenden Blick auf die mit 10.582 Quadratkilometer größte Salzwüste der Welt.

Kakteen auf der Kaktusinsel Incahuasi
Ausblick auf die Salzwüste Salar de Uyuni
Im Anschluss an unser Frühstück am Fuße der Isla Incahuasi fuhren wir in die Mitte der Salzpfanne. Mit einer Ebene auf der gesamten Fläche auf konstant 3.653 m über dem Meeresspiegel verschwindet mit der Zeit der Horizont und ermöglicht es kuriose Bilder in der unendlichen Weite zu machen.

Trotz Frühstück hatte ich Hunger
Gruppenbild Teil 1
Gruppenbild Teil 2
Am Ende den Absprung geschafft
Fast 2 Stunden hatten wir Zeit für diverse Aufnahmen, ehe es zum nächsten Halt, dem Museo de Sal (Salzmusem) ging. Leider handelt es sich hier weniger um ein Museum, sondern mehr um ein Hotel mit Souvenirshop. Lediglich die zahlreichen wehenden Fahnen vor dem Gebäude waren interessant anzusehen und veranlassten uns zum munteren Flaggenraten.

Flaggenraten in der Salzwüste
Kurze Zeit später wurde aus dem weißen Untergrund, brauner Wüstenboden. Wir hatten die Salar de Uyuni durchquert. Es folgte noch ein Halt auf dem örtlichen Kunsthandwerkermarkt, bevor wir den letzten Stopp am Zugfriedhof außerhalb der Stadt Uyuni einlegten. Dort finden sich ausrangierte Züge, die ehemals Salz und Bodenschätze, vorallem Lithium aus den Minen im Süden der Salar de Uyuni nach Chile oder Zentralbolivien transportierten.

Zugreste im Zugfriedhof nahe Uyuni
Zurück in der Zivilisation bekamen wir noch ein Mittagessen im Haus unseres Anbieters Cordillera Traveller, ehe wir uns am Nachmittag des dritten Tages von unserem bolivianischen Fahrer verabschiedeten. Ich blieb noch eine Nacht im überschaubaren Uyuni, das für den Riesenden nicht wirklich was zu bieten hat.

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