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Sonntag, 26. Januar 2020

Rajasthan entdecken - Tempel und Neujahr in Pushkar und Udaipur

Auf meiner Rundreise durch den Indischen Bundesstaat Rajasthan kam ich auch in die Pilgerstadt Pushkar. Mit einem privaten Jeeptransfer erreichte ich die Kleinstadt nach etwas mehr als 3 Stunden Fahrt vom Dorf Tordi aus. Pushkar gehört zu den fünf heiligen Wallfahrtsorten (dhams) für gläubige Hindus. Grund dafür ist die hohe Tempeldichte, allen vorran der Brahma Tempel. In seinem Inneren befindet sich eine lebensgroße Brahma-Figur, zugleich der weltweit einzige Schrein an dem die Gottheit angebetet wird. Brahma ist für Hindus der Schöpfer der Welt und laut ihrem Verständnis kann es nur einen Schöpfer geben und somit nur einen Ort für einen solchen Tempel. Den Tempel im Zentrum der Stadt schaute ich mir nach meiner Ankunft bei einem kleinen Rundgang an. Der Rundgang endete am Ufer des Pushkar Lake mit einem strahlenden Sonnenuntergang.

Menschenmengen vor dem Brahma Tempel in Pushkar
Gruppenbild am Pushkar Lake
Sonnenuntergang am Pushkar Lake
Da nicht nur er Sonnenuntergang, sondern auch der Sonnenaufgang in der von einer Bergkette umgebenen Pushkar beeindruckend sein soll, klingelte mein Wecker schon bald vor Sonnenaufgang. Danach ging es per Tuktuk zum Fuße des Savitri Pahar und von dort binnen einer halben Stunde auf den Gipfel zum Savitri Tempel. Auf dem Gipfel angekommen hieß es bei eisigem Wind ausharren bis zum Sonnenaufgang um einen tollen Ausblick auf Pushkar und die Umgebung zu bekommen.

Pushkar im Morgengrauen
Ausblick auf Pushkar
Nachdem die Sonne aufgegangen war, erwachten die Affen und ich verließ den Berg über die hunderten Treppenstufen zu unserem Ausgangspunkt. Dort warteten müde Tuktuk-Fahrer auf mich und den Rest meiner Gruppe. Sie brachten uns zu einem Frühstückslokal mit toller Dachterasse.

Languren Affe
Sonnenaufgang am Savitri Pahar
Abstieg hinunter nach Pushkar
Ausblick auf den Pushkar Lake während dem Frühstück
Gestärkt vom Frühstück nahm ich alleine den nächsten Berg in Angriff. Ich wanderte über einen kleinen Pfand hinauf zum Pap Mochani Tempel. Von dort hatte ich einen weiteren tollen Ausblick auf Pushkar und die angrenzende Halbwüste Thar. Auf dem Gipfel unterhielt ich mich eine Weile mit dem Tempelaufpasser bevor ich zurück ins Zentrum lief.

Ausblick auf Pushkar vom Pap Mochani Tempel
Ausblick auf die Thar
Im Zentrum von Pushkar finden sich neben dem berühmten Brahma Tempel vorallem zahlreiche Läden die ihre Stoffe, Kleider und Kunsthandwerke anbieten. Dies macht Pushkar neben einer Pilgerstätte für Hindus, auch zu einem Anziehungspunkt für Shopping interessierte Reisende. Ich besorgte mir ein paar Kleinigkeiten und gönnte mir anschließend einen ruhigen Nachmittag im Hotelgarten.

Hotelgarten
Am frühen Abend traff ich meine Gruppe wieder. Gemeinsam unternahmen wir einen 1,5-stündigen Kamelritt in die vorgelagerte Halbwüste Thar. Dort wartete ein Abendessen in der Wüste auf uns. Zwischen Ankunft und Essen animierten uns lokale Künstler (Zauberer, Tänzer und Feuerschlucker) und ein weiterer herrlicher Sonnenuntergang in der Wüste.

Kamelritt in Pushkar
Karawane durch die Halbwüste Thar
Show und Abendessen in der Wüste
Am nächsten Morgen gab es einen kurzen Transfer in die 12 km südöstlich gelegene nächste größere Stadt Ajmer. Von dort aus ging es weiter mit der indischen Eisenbahn nach Udaipur. Fast 6 Stunden dauerte es mit Zug in die als Venedig des Ostens bezeichnete Großstadt. Den schmückenden Beinamen verdankt Udaipur seinen prunkvollen Residenzen und den künstlich angelegten Seen. Einen ersten Ausblick gönnte ich mir von der Dachterrasse bei stahlendem Sonnenschein und einem erfrischenden Bier. Den folgenden Abend ließ ich nach der ermüdenden Bahnfahrt bei einem gemütlichen Abendessen am Ufer des Pichhola-Sees ausklingen.

Zugfahrt von Ajmer nach Udaipur
Kingfisher Bier und Kingisher Henna der "Kingfisher 3"
Auch den nächsten Tag begann ich am Ufer des Pichhola-Sees. Mit einem leckeren Frühstück direkt an der Wasserkante. Anschließend unternahm ich einen Rundgang durch das Zentrum von Udaipur entlang des Sees.

Blick auf den Pichhola-See während dem Frühstück
Ausblick auf Udaipur
Die zwei bekanntesten Gebäude von Udaipur sind zwei Paläste. Zum einen das Taj Lake Palace Hotel in mitten des Pichhola-Sees. Das weiße Gebäude erlangte durch den James Bond Film Octopussy Internationale Bekanntheit, was sich auch in den Preisen des heutigen 5-Sterne Hotel wiederspiegelt. Für ein einfaches Doppelzimmer zahlt man mindestens 300 Euro. Zutritt erhält man auch nur als Gast. Der zweite Palast ist das City Palace auf einer kleinen Anhöhe. Dieser kann besichtigt werden. Dies tat ich auch an meinem freien Mittag in Udaipur. Neben mir allerdings auch hunderte andere Leute. Dies war das einizge mal in Indien das ich eine Sehenswürdigkeit als Überlaufen empfand.

Taj Lake Palace Hotel
City Palace Udaipur
Fassade des City Palace
Blick auf das Eingangstor und Udaipur im Hintergrund
Im Anschluss an meinen Palast Besuch stimmte ich mich auf den kommenden Abend ein. Der Abend war der letzte Abend in 2019. Für Silvester ließ mir zusammen mit zwei weiteren deutschen aus meiner Gruppe spontan einen Anzug schneidern. Unser Schneider schaffte es bei mir in der kurzen Zeit von nur vier Stunden ein Jacket zu fertigen. Die Anzugshose lieferte er dann am nächsten Abend aus. Für mich allerdings kein Problem und so freute ich mich im neuen Jacket auf den anstehenden Silvesterabend. Zur ausgewählten Party gelangte meine Gruppe per Boottransfer über den Pichhola-See zu einer Halbinsel. Nachdem der Eintritt bezahlt wurde hatten wir den Abend über alle Getränke und das Abendessen frei. Bei modernen Beats indischer und westlicher Musik feierten wir bis zum Neujahrscountdown. Danach folgten binnen einer Stunde die Auftritte dreier Musiker, ehe der DJ für die letzte Stunde erneut übernahm. Um 2 Uhr war die Party wie im übrigen Udaipur zu Ende.

Die "Kingfisher 3" mit neuen Anzügen
Boottransfer über den Pichhola-See zur Silvesterparty
Silvesterparty in Udaipur
Den ersten Tag des neuen Jahres 2020 gestalten wir relativ entspannt. Nachdem Frühstück unternahmen wir einen Tagesausflug ins rund 60 km entfernte Khempur. Dort verbrachten wir den Tag im Hotel Ravla Khempur Udaipur. Besser bekannt als das Best Exotic Marigold Hotel. Die Hotelanlage mitten im Nirgendwo, diente als Drehort für die beiden sehenswerten Filme über britische Rentner die ihren Lebensabend in Indien verbringen. Vor Ort erhielten wir eine kurze Führung zu einzelnen Kulissen im Hotel. Danach schaute ich mir nochmals den ersten Film an und verbrachte etwas Zeit am Pool. Gegen Abend fuhren wir schließlich zurück nach Udaipur wo noch ein letztes Abendessen im Venedig des Ostens anstand.

Hotel Ravla Khempur Udaipur - Filmkulisse für das Best Exotic Marigold Hotel
Poolanlage der Hotelanlage
Blick auf die Anlage von der obersten Hoteletage
"Am Ende wird alles gut, und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende"
Mittwoch, 22. Januar 2020

Rajasthan entdecken - Wüste und Märkte in Jaipur und Tordi

Über Agra gelangte ich nach Jaipur im indischen Bundesstaat Rajasthan. Jaipur, die 3,5 Millionen Einwohner Hauptstadt von Rajasthan wird vielerorts Pink City gennant. Deren Gebäude wurden 1876 anlässlich des Staatsbesuches von Prinz Albert Orange-Rosa gestrichen. Seither erstrahlt die ummauerte Altstadt mit ihrem Bazar, auf dem vornehmlich Obst, Gemüse, Gewürze und Elektronikartikel angeboten werden, in der Begrüßungsfarbe der Rajputen (Land der Könige). Auf meinem Bummel durch den Bazar ins Zentrum der Pink City durfte eine Pause bei einem traditionellen Chai Verkäufer nicht fehlen. Der für Indien typische Masala Chai besteht aus Schwarztee, Milch, Zucker und einer Gewürzmischung (hinzu kommen Gewürze wie Kardamom, Zimt, Ingwer, Pfefferkörner, Indische Lorbeerblätter, Nelken und Muskat).

Stadttor zur Pink City Jaipur
Blumenketten zur Begrüßung
Blick auf Jaipur
Chaiwala bereitet den Masala Chai zu
Mein erster Tag in Jaipur war zugleich der Weihnachtsfeiertag. Bei etwa 88 % Hindus und 9 % Muslimen in Rajasthan spielt Weihnachten hier keine wirkliche Rolle. Doch für die wenigen Christen und vorallem für die westlichen Touristen boten einige Restaurants an diesem Abend spezielle Buffets an. Mit einem herrlichen Blick über die Stadt und leckeren Currys startete mein Abend. Zu Später Stunde zog ich mit teilen meiner Reisegruppe weiter in Jaipur Bar Stock Exchange. Eine Bar in der normalerweise die Getränkepreise an Monitoren ausgeschildert sind und sich analog zur Börse je nach Nachfrage minütlich ändern. Wegen dem Weihnachtsspecial fand dies jedoch nicht statt und es gab Fixpreise, was der Stimmung natürlich keinen Abbruch tat.
Ausblick beim Weihnachtsessen
Party in der Jaipur Bar Stock Exchange
Gut besuchte Tanzfläche der Jaipur Bar Stock Exchange
Am nächsten Morgen waren alle rechtzeitig fit für den Besuch des außerhalb gelegenen Amber Fort. Auf der Fahrt dorthin stoppten wir noch kurz am Palast der Winde Hawa Mahal. Die Fassade des außergwöhlichen Bauwerkes enthält 953 kleine, kunstvoll gestaltete und vergitterte Fenster, die eine ständige kühlende Luftzirkulation gewährleisten. Der Palast darf nicht betreten werden, daher bleibt die Sicht von der Straße die eintige Möglichkeit das Bauwerk zu bestaunen. Ein weiterer kurzer Halt legten wir am Seepalast Jal Mahal ein. Hierbei handelt es sich um einen kleinen Palast mitten auf dem Man Sagar See.

Palast der Winde
Jal Mahal auf dem Man Sagar See
Kurz darauf erreichten wir schließlich die prächtige Palastanlage des Amber Fort auf einer Anhöhe über dem alten Jaipur. Das Fort von Amber wurde im 16. Jahrhundert erbaut und diente als Fürstenpalast.

Zugang zur Palastanlage
Ausblick auf die Stadt
Amber Fort
Ganesha Malerei im Amber Fort
Gegen Mittag ging es zurück ins Zentrum der Pink City wo ich mir noch Jantar Mantar anschaute. Die historische astronomische Sternwarte beherbergt 14 nach astronomischen Gesichtspunkten entworfene Bauwerke. Das größte Bauwerk ist das Samrat Jantar, eine Sonnenuhr mit einer Höhe von 27 m, die die Zeit auf etwa zwei Sekunden genau anzeigen kann. Als Vorbild diente dem Erbauer Maharadscha Jai Singh II. das Ulug´bek Observatorium in Samarkand.

Sonnenuhr Samrat Jantar im Jantar Mantar Jaipur
Bis auf zwei Sekunden genau
Den Nachmittag verbrachte ich dann wieder mit meiner Gruppe über den Dächern der Stadt. Wir wurden eingeladen die für Jaipur typischen Lenkdrachen aus Papier steigen zu lassen. Die halbe Stadt ist zu dieser Jahreszeit auf den Dächern aktiv. Dabei kommt es oftmals auch zu kleinen Kämpfen in denen versucht wird den Drachen seines Nachbars zu zerstören oder zu erobern.

Drachensteigen über den Dächern von Jaipur
Oftmals kleine Kämpfe in der Luft
Nach diesem nicht alltäglichen Erlebnis folgte ein Abendessen in einem nicht alltäglichen Restaurant. Was daran liegt, dass dieses Insider-Restaurant am Tage eine Autowerkstatt für die Aufarbeitung historischer Fahrzeuge ist. Am Abend werden dann Tische, Stühle und ein Grill aufgestellt und lecker gegrilltes in dieser ungewöhnlichen Umgebung angeboten.

Abendessen mit ungewöhnlichem Ausblick
Dies war auch schon mein letzter Abend in der Metropole Jaipur. Am nächsten Morgen ging es dann raus aus der Großstadt und hinein in die Halbwüste Thar, die etwa die Hälfte der Fläche des 342.239 km² großen Bundesstaates Rajasthan ausmacht. Mit dafür geeigneten Jeeps fuhren wir binnen drei Stunden in das Dorf Tordi. Im ehemaligen Palast Tordi Garh durfte ich für einen Tag einziehen und bei strahlendem Sonnenschein den Ausblick auf das Dorf und die Architektur genießen.

Jeep für die Route nach Tordi
Palast für eine Nacht - Tordi Garh
Einladendes Zimmer
Ausblick auf das Dorf Tordi
Bevor wir einen Spaziergang durch das Dorf unternahmen, animierten die Angestellten des Hotels zu einer nachmittaglichen Partie Cricket. So halbwegs durchschaute ich die Regeln des indischen Nationalsports.

Eine Partie Cricket im Hotelgarten
Spaziergang durch das Dorf Tordi
Nachdem Spaiergang durch das Dorf unternahmen wir eine Jeep-Tour durch die Umgebung. Dabei zeigten uns die Guides zunächst einen alten Stufenbrunnen der früher als Frischwasserspeicher diente. Anschließend fuhren wir zum Tordi Sagar Staudamm, der heutzutage für die Wasservorräte der Gegend verantworlich ist. Den folgenden Sonnenuntergang schauten wir uns von einer nahegelegenen Düne an. Unsere Fahrer reichten uns dazu Masala Chai und Kekse. Nachdem die Sonne untergegangen war, fuhren wir zurück in den ehemaligen Palast.

Stufenbrunnen außerhalb von Tordi
Senffelder außerhalb von Tordi
Blick auf den Tordi Sagar Staudamm
Sonnenuntergang in der Halbwüste Thar
Neben dem Abendessen warteten dort auch zwei Studentinen aus dem Dorf. Um ihr Taschengeld aufzubessern boten diese ihre Fähigkeiten der Henna Malerei an. Bei Henna handelt es sich um kunstvolle ornamentale Körperbemalung, die tradionellerweise bei Hochzeiten angewandt wird. Die braune Farbe wird aus dem Hennastrauch gewonnen und färbt die obere Hautschicht in rotbraunen Farbnuancen. Da für mich keine kunstvollen Ornamente in Frage kamen, ließ ich mich spontan dazu überzeugen einen Eisvogel, das Wappentier der indischen Brauerei Kingfisher, auf den Arm bemalen zu lassen. Nach der langen Einwirkzeit ließ sich das Ergebnis sehen. Somit hatte ich ein Andenken an Tordi für die nächsten zwei Wochen, solange hielt die Farbe letzendlich.

Frisches Henna Tattoo in Form eines Kingfisher
Trocknen der Henna am Feuer
Am frühen Morgen bestiegen wir erneut die Jeeps und fuhren weiter durch Rajasthans Halbwüste Thar.